Zahnersatz darf nicht zum Luxus werden.
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VDZI warnt vor steigenden Eigenanteilen und wachsendem Druck auf Dentallabore
„Eine pauschale Absenkung der Festzuschüsse verlagert die Kosten der Versorgung einseitig auf die Versicherten“, erklärt VDZI-Präsident Dominik Kruchen, „Zahnersatz ist keine optionale Leistung, sondern medizinisch notwendig. Wenn der Eigenanteil steigt, wächst das Risiko, dass notwendige Behandlungen hinausgezögert oder ganz unterlassen werden.“
Darüber hinaus sieht der Referentenentwurf vor, Vergütungssteigerungen künftig strikt an die Entwicklung der Grundlohnsumme zu koppeln (§ 71 Abs. 1–3 SGB V) und diese bis zum Jahr 2029 zusätzlich um einen Abschlag von einem Prozentpunkt zu begrenzen. Das Zahntechniker-Handwerk ist bereits heute von dieser Deckelung betroffen.
„Die vorgesehene weitere Absenkung der Vergütungsentwicklung verschärft die wirtschaftliche Situation in den Dentallaboren zusätzlich“. „Steigende Kosten für Material, Energie und Personal stehen dann noch stärker unter einem künstlichen Begrenzungsdruck“, so Dominik Kruchen weiter
Zudem sind die im Referentenentwurf vorgesehenen Anpassungen im Bereich der Kieferorthopädie aus Sicht des VDZI kritisch zu bewerten und werden aufmerksam begleitet.
Nach Einschätzung des VDZI drohen durch die geplanten Regelungen spürbare Versorgungsverschiebungen. Patienten könnten sich aus Kostengründen häufiger für einfachere oder langfristig weniger geeignete Versorgungsformen entscheiden. Gleichzeitig geraten die zahntechnischen Betriebe zunehmend unter wirtschaftlichen Druck, was die wohnortnahe Versorgung mit Zahnersatz gefährdet.
Das Zahntechniker-Handwerk steht für qualitativ hochwertige, individuell gefertigte Versorgungen in enger Zusammenarbeit mit den Zahnarztpraxen. Diese bewährten Strukturen dürfen durch zusätzliche finanzielle Belastungen und regulatorische Eingriffe nicht geschwächt werden.
„Wer beim Zahnersatz spart, spart an der Versorgung der Menschen“, betont Dominik Kruchen. „Die Politik ist gefordert, die Qualität und Zugänglichkeit der Versorgung zu sichern, statt finanzielle Hürden aufzubauen und funktionierende Strukturen zu gefährden.“
Der VDZI appelliert daher an die Bundesregierung, die geplanten Maßnahmen zu überdenken und die Auswirkungen auf die Patientinnen und Patienten sowie die Versorgungsstrukturen im Zahntechniker-Handwerk umfassend zu berücksichtigen.
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Datum: 17.04.2026 - 12:53 Uhr
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