Dreist und wenig wirksam / Kommentar der "Fuldaer Zeitung" (Samstag, 18. April, zu den angekündigten Reformen der Bundesregierung
ID: 2245394

(ots) - Quantitativ hat die Bundesregierung in dieser Woche wahrscheinlich mehr geliefert als in den Monaten zuvor: Entlastungsbeschlüsse wegen der hohen Energiepreise, Lockerungen beim Verbrenner-Aus, Einigung auf eine Einkommensteuerreform, ja sogar ein Gesundheitsreförmchen ist nun geplant. Nach den quälenden Debatten der vergangenen Wochen gibt es endlich Entscheidungen. Doch hinter den Ankündigungen, die den Bürgern suggerieren, jetzt beginne das große Reformjahr, steht Kosmetik, die ein paar Probleme zukleistert, aber nicht wirklich löst.
Was nach einem Klausurwochenende, das Beobachtern zufolge am Rande des Scheiterns stand, verkündet wurde, ist bei tieferer Analyse für die Katz. Geradezu dreist in diesem Zusammenhang ist die "steuerfreie Entlastungsprämie von 1.000 Euro". Was den Menschen vorgaukelt, sie hätten darauf einen Anspruch, ist in Wirklichkeit die Weitergabe des "Schwarzen Peters" an die Arbeitgeber. Die sollen nämlich zahlen - und wenn sie es nicht tun, sind sie die Dummen, die den Frust ihrer Belegschaft abkriegen.
Nach der bereits gescheiterten "12-Uhr-Spritpreisregel" ist dies die nächste unsinnige Idee dieser Regierung - und weitere folgten: Die vorübergehende Senkung der Mineralölsteuer dürfte genauso verpuffen wie zur Corona-Zeit, während die zur Gegenfinanzierung gedachte Erhöhung der Tabaksteuer dazu führt, dass der Schwarzmarkt mit Billigkippen aus Osteuropa angekurbelt wird. Dabei verdient die Regierung durch die hohen Spritpreise einen zweistelligen Millionenbetrag zusätzlich - jeden Tag! Warum das nicht den Menschen anderweitig zurückgeben?
Auch die Pläne von Gesundheitsministerin Warken werden, wenn sie so kommen, dazu führen, dass es für Arbeitgeber und Versicherte teurer wird, aber das System nicht besser. Dass die Ministerin von "gelebter Frauenpolitik" spricht, wenn Ehepartner aus der solidarischen Mitversicherung herausgedrängt werden, ist eine eigenwillige Interpretation. Auf der anderen Seite erschließt sich nicht, warum nicht endlich die Ungerechtigkeit beseitigt wird, dass Kassenbeiträge von Bürgergeldempfängern von den Versicherten bezahlt werden müssen - hier geht es um wirkliches Einsparpotenzial - bis zu zwölf Milliarden Euro im Jahr.
"Das ist erst der Anfang", hat Merz diese Woche gesagt. Wenn es in Schritten weitergeht wie diese Woche, klingt das wie eine Drohung. / Bernd Loskant
Pressekontakt:
Fuldaer Zeitung
Bernd Loskant
Telefon: 0661 280-445
Bernd.Loskant@fuldaerzeitung.de
Original-Content von: Fuldaer Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 17.04.2026 - 19:50 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2245394
Anzahl Zeichen: 2772
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Fulda
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 431 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Dreist und wenig wirksam / Kommentar der "Fuldaer Zeitung" (Samstag, 18. April, zu den angekündigten Reformen der Bundesregierung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Fuldaer Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Christoph Ahlhaus ist seit 2023 Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands der mittelständischen Wirtschaft: "Mit großem Anspruch hat die Bundesregierung Entlastungsmaßnahmen angekündigt - doch in der Praxis bleiben sie weit hinter dem zurück, was mittelständische Unternehmen jetzt dringe
Dreist und wenig wirksam / Kommentar der "Fuldaer Zeitung" (Samstag, 18. April, zu den angekündigten Reformen der Bundesregierung ...
Quantitativ hat die Bundesregierung in dieser Woche wahrscheinlich mehr geliefert als in den Monaten zuvor: Entlastungsbeschlüsse wegen der hohen Energiepreise, Lockerungen beim Verbrenner-Aus, Einigung auf eine Einkommensteuerreform, ja sogar ein Gesundheitsreförmchen ist nun geplant. Nach den qu
Ohne Akzeptanz kein Klimaschutz / Kommentar der Fuldaer Zeitung zum Klimaschutzprogramm / 26. März 2026 ...
Deutschland ist beim Thema Klimaschutz nicht auf Kurs. Das belegen Zahlen des Umweltbundesamts: Unser Land steuert aktuell auf eine Emissionsminderung von nur 62,6 Prozent zu. Ziel war aber eigentlich, die Treibhausgas-Emissionen bis 2030 um 65 Prozent zu senken. Um das Ruder nun doch noch rumreiße
Weitere Mitteilungen von Fuldaer Zeitung
Dreist und wenig wirksam / Kommentar der "Fuldaer Zeitung" (Samstag, 18. April, zu den angekündigten Reformen der Bundesregierung ...
Quantitativ hat die Bundesregierung in dieser Woche wahrscheinlich mehr geliefert als in den Monaten zuvor: Entlastungsbeschlüsse wegen der hohen Energiepreise, Lockerungen beim Verbrenner-Aus, Einigung auf eine Einkommensteuerreform, ja sogar ein Gesundheitsreförmchen ist nun geplant. Nach den qu
Parlamentsreform in Sachsen-Anhalt: SED-Aufarbeitungsbeauftragter warnt vor Schaden für Rechtsstaat ...
Wenige Tage vor dem Beschluss einer großen Parlamentsreform in Sachsen-Anhalt hat der Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Johannes Beleites, vor ungewollten Kollateralschäden gewarnt. Kritisch sehe er die geplante Neuregelung der Verfassungsrichter-Wahlen in Sachsen-Anhalt,
Begrenzte Freude ...
Es muss viel passieren, damit die fragile Waffenruhe im Libanon nicht nur eine Atempause für die Menschen im Zedernstaat bleibt. Die israelische Regierung von Benjamin Netanjahu ließ lediglich widerwillig auf Druck aus Washington die Waffen schweigen. Sie ist ohnehin bislang nicht an langfristigen
Begrenzte Freude ...
Es muss viel passieren, damit die fragile Waffenruhe im Libanon nicht nur eine Atempause für die Menschen im Zedernstaat bleibt. Die israelische Regierung von Benjamin Netanjahu ließ lediglich widerwillig auf Druck aus Washington die Waffen schweigen. Sie ist ohnehin bislang nicht an langfristigen




