Saarkonjunktur: Irankrieg bremst Erholung aus
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Geschäftsaussichten geben erneut deutlich nach
„Der Iran-Krieg versetzt den Hoffnungen auf einen zarten Aufschwung in diesem Jahr einen schweren Schlag. Die erratische Situation bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran trägt nicht zur Beruhigung der Energiemärkte bei. Bis zu einem dauerhaften Waffenstillstand oder gar einem Friedensschluss muss daher weiter mit volatilen und hohen Energiepreisen gerechnet werden. Das belastet die Produktion. Nach drei Jahren Rezession und Stagnation droht Deutschland damit ein weiteres verlorenes Jahr. Denn die massiv gestiegenen Energiepreise und die daraus resultierenden Teuerungen durchkreuzen zusammen mit der Erwartung steigender Zinsen weltweit die Investitions- und Konsumentscheidungen. Staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung können den Druck auf Binnennachfrage und Exporte nur begrenzt abfedern. In dieser Lage darf Politik nicht länger nur Symptome mit temporären Hilfsprogrammen und Markteingriffen bekämpfen. Entscheidend ist, die Wachstumskräfte wieder freizusetzen und die Ursachen der anhaltenden Schwäche entschlossen anzugehen“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Frank Thomé die Ergebnisse der April-Umfrage der IHK Saarland, an der sich rund 300 Unternehmen mit gut 90.000 Beschäftigten beteiligten.
Derzeit bewerten 25 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut oder sehr gut, 53 Prozent als befriedigend und 22 Prozent als schlecht. Im Verarbeitenden Gewerbe zeigt sich ein differenziertes Bild: Während die Bauwirtschaft von öffentlichen Aufträgen profitiert, bleibt die Lage in zentralen Industriezweigen durchwachsen. Überwiegend befriedigend stellt sich die Situation im Ernährungsgewerbe, im Stahlbau, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Medizintechnik, in der Elektroindustrie sowie in weiten Teilen der Automobilzulieferindustrie dar. Unter Druck stehen weiterhin die Gummi- und Kunststoffindustrie sowie die Gießereien. Bei Metallerzeugern und in der Stahlindustrie hat sich die Lage zuletzt etwas entspannt.
Im Dienstleistungsgewerbe berichten 81 Prozent der Unternehmen von guten oder befriedigenden Geschäften. Während die IT-Branche sowie die Versicherungswirtschaft gut laufen, ist die Lage bei Banken, unternehmensnahen Dienstleistern und im Handel überwiegend befriedigend. Die Gastronomie profitiert von saisonal steigenden Frequenzen. Im Verkehrsgewerbe setzen die hohen Kraftstoffpreise die Unternehmen hingegen massiv unter Druck – auch, weil Wettbewerber aus Osteuropa unter günstigeren Rahmenbedingungen agieren.
Ohne Reformen droht dauerhafter Verlust an Wachstumskraft
In den kommenden Monaten ist von einer verhaltenen Stimmung in der Saarwirtschaft auszugehen. Lediglich vier Prozent der Unternehmen rechnen mit besseren Geschäften, 19 Prozent erwarten eine Verschlechterung, 77 Prozent gehen von einer Stagnation aus. „Die Schockwellen des Iran-Krieges haben das Potenzial, zu einem weiteren Stresstest für die deutsche Wirtschaft zu werden. Bereits im Vorfeld haben hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten und eine im internationalen Vergleich zu hohe Steuerbelastung die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie geschwächt – mit entsprechend negativen Folgen für Investitionen und Beschäftigung. Angesichts der großen Herausforderungen – Demografie, Digitalisierung und Dekarbonisierung – verharren privatwirtschaftliche Investitionen auf einem besorgniserregend niedrigen Niveau. Zwar verschaffen das Kraftstoffmaßnahmenpaket und das Energie-Sofortprogramm kurzfristig Luft, sie gehen aber nicht an die strukturellen Ursachen der Wachstumsschwäche. Jetzt braucht es eine klare Reformagenda als Signal des Aufbruchs und für mehr Zuversicht: geringere Steuer- und Abgabenlast, dauerhaft wettbewerbsfähige Energiekosten und ein spürbarer Abbau bürokratischer Hürden – damit Unternehmen vom Start-up über den Mittelstand bis zum Großkonzern wieder investieren, innovieren und wachsen können. Nur eine starke Wirtschaft schafft die Resilienz, externe Schocks wirksam abzufedern. Die Bundesregierung muss jetzt handeln und Vertrauen zurückgewinnen. Maßstab ist eine spürbare Rückführung der Staatsquote von derzeit 52 Prozent auf deutlich unter 50 Prozent“, so Thomé.
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Datum: 24.04.2026 - 10:09 Uhr
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