Milliarden, die nie kommen: BVTE warnt vor Wiederholung gescheiterter Tabaksteuerpolitik

Milliarden, die nie kommen: BVTE warnt vor Wiederholung gescheiterter Tabaksteuerpolitik

ID: 2247644

(ots) - Der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) kritisiert die vorgelegten Pläne zur erneuten Erhöhung der Tabaksteuer für dieses Jahr als wirtschaftspolitisch riskant und realitätsfern. Aus Sicht des BVTE drohen statt der geplanten Mehreinnahmen steigende Schwarzmarktanteile, sinkende Steuereinnahmen und erhebliche Belastungen für Verbraucher und Wirtschaft.

Die aktuellen Pläne sehen innerhalb von 16 Monaten zusätzliche Tabaksteuereinnahmen von rund 2,8 Milliarden Euro bis Ende 2027 vor. Der BVTE hält diese Erwartungen für unrealistisch. Erfahrungen aus Deutschland und Europa zeigen, dass abrupte und starke Preiserhöhungen regelmäßig zu Ausweichreaktionen führen - mit negativen Folgen für den legalen Markt.

"Diese Rechnung wird nicht aufgehen. Wer in kurzer Zeit massive Preissteigerungen erzwingen will, riskiert eine Verlagerung in den Schwarzmarkt und am Ende geringere statt höherer Steuereinnahmen", erklärt BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke.

Schwarzmarkt wächst - staatliche Kontrolle sinkt

Bereits heute ist der Schwarzmarkt ein massives Problem und der Anteil nicht in Deutschland versteuerter Zigaretten hoch: 2025 lag er bei 20,9 Prozent, in Ostdeutschland bei über 40 Prozent. Darin enthalten sind sowohl legale Käufe im Ausland als auch illegale Angebote. Gleichzeitig registrieren Ermittlungsbehörden zunehmend Fälle organisierter illegaler Produktion in Deutschland. Immer häufiger werden illegale Zigarettenfabriken aufgedeckt. Der Schwarzmarkt ist längst kein Randphänomen mehr, sondern ein wachsendes Geschäftsfeld organisierter Kriminalität. Weitere Steuererhöhungen würden diesen Trend beschleunigen. Steigende Preise erhöhen die Attraktivität alternativer Bezugsquellen - mit Folgen für Steuereinnahmen, Marktstabilität und staatliche Kontrolle.

Gleichzeitig bleiben erhebliche Einnahmepotenziale ungenutzt: Obwohl rund 1,5 Mio. Deutsche tabakfreie Nikotinbeutel konsumieren, fehlt bislang eine Regulierung. Dadurch entgehen dem Staat jährlich etwa 400 Mio. Euro Steuereinnahmen.



Gescheiterte Steuerpolitik: Blick in Vergangenheit und Nachbarländer

Die aktuelle Debatte ist ein politisches Déjà-vu. Bereits zwischen 2002 und 2005 führten mehrere Tabaksteuererhöhungen zu erheblichen Marktverwerfungen. Statt stabiler Mehreinnahmen entstanden Einnahmeverluste, während sich der Schwarzmarkt nachhaltig etablierte.

Nachbarländer bestätigen diese Entwicklung: In Frankreich liegt der Anteil illegal konsumierter Zigaretten inzwischen bei rund 38 Prozent - verbunden mit massiven Steuerausfällen in Milliardenhöhe. In den Niederlanden ist der legale Zigarettenabsatz seit 2020 nach drastischen Steuererhöhungen um 44 Prozent und der Feinschnittmarkt um 78 Prozent eingebrochen. Nach der niederländischen Gesundheitsbehörde RIVM werden 60 Prozent der Tabakeinkäufe im Ausland getätigt.

Solche Beispiele zeigen, dass drastische Steueranhebungen legale Märkte destabilisieren können, sobald Preisgrenzen überschritten werden und Verbraucher in großem Umfang ausweichen.

Deutschland ist aufgrund seiner geografischen Lage zu Niedrigsteuerländern wie Polen und Tschechien besonders anfällig für diese Effekte. Es drohen noch mehr Grenzkäufe als auch ein wachsender illegaler Handel.

Arbeitsplätze und Wertschöpfung in Gefahr

Neben den fiskalischen Risiken warnt der BVTE auch vor wirtschaftlichen Folgeschäden. Weitere Marktverwerfungen könnten sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette auswirken - von der Industrie über Logistik bis zum Handel. Bereits heute steht der Standort massiv unter Druck, zusätzliche Belastungen könnten weitere hochqualifizierte, tarifgebundene Arbeitsplätze gefährden.

"Wer strukturelle Haushaltsprobleme mit immer neuen Steuererhöhungen lösen will, gefährdet nicht nur stabile Einnahmen, sondern auch Arbeitsplätze und funktionierende Marktstrukturen", so Mücke.

Fazit

Die geplanten kurzfristigen Steuererhöhungen bergen erhebliche Risiken und drohen, bekannte Fehler zu wiederholen. Je stärker der Preissprung, desto größer die Ausweichreaktionen - und desto unsicherer die tatsächlichen Einnahmen.

Aus Sicht des BVTE braucht es statt kurzfristiger Eingriffe eine verlässliche, langfristig angelegte Steuerpolitik mit moderaten Anpassungen. Nur so lassen sich Marktverwerfungen begrenzen, staatliche Einnahmen sichern und wirtschaftliche Schäden vermeiden.

Ansprechpartner für Rückfragen:

Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)
Jan Mücke
Hauptgeschäftsführer
Georgenstraße 25
10117 Berlin
Tel. +49 30 88 66 36 - 123
presse@bvte.de
bvte.de | linkedin.de/company/bvte


Original-Content von: Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE), übermittelt durch news aktuell

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  VITAKO-Mitgliederversammlung Göttingen: Klare Impulse für die Verwaltungsdigitalisierung - mit Niedersachsens Digitalisierungsstaatssekretärin Anke Pörksen Neue Wettbewerbsrunde für
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.04.2026 - 11:20 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2247644
Anzahl Zeichen: 5188

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Kommune



Diese Pressemitteilung wurde bisher 165 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Milliarden, die nie kommen: BVTE warnt vor Wiederholung gescheiterter Tabaksteuerpolitik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Fakten statt Verbote - Tabakkonsum unter Jugendlichen langfristig rückläufig ...
Angesichts wiederholter Forderungen aus Politik und Verbänden nach deutlichen Tabaksteuererhöhungen und neuen Verboten für Tabak- und Nikotinprodukte empfiehlt der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) eine Versachlichung der Debatte. Die anlässlich des Weltnichtrau

Weltnichtrauchertag 2026: Schwarzmarkt bei Vapes wächst - BVTE erweitert Meldeportal und fordert konsequenteren Vollzug ...
Der illegale Handel mit sogenannten Vapes hat sich in Deutschland zu einem massiven Problem entwickelt. Nahezu jede zweite konsumierte Einweg-E-Zigarette stammt laut einer Fraunhofer-IIS-Studie von 2026 (https://www.scs.fraunhofer.de/content/dam/scs/DE/download/studien/vaping-studie/Der%20irregul%C3

Einladung zur digitalen Pressekonferenz zum Weltnichtrauchertag 2026: Schwarzmarkt bei Vapes wächst - BVTE erweitert Meldeportal und fordert konsequenteren Vollzug ...
Anlässlich des Weltnichtrauchertags am 31. Mai lädt der Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) Sie herzlich zu einer digitalen Pressekonferenz ein. Im Mittelpunkt stehen die zunehmende Ausbreitung des Schwarzmarkts für illegale Einweg-E-Zigaretten, Nikotinbeutel (Po


Weitere Mitteilungen von Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)


Mack: Kommunen sind an der Belastungsgrenze angekommen ...
Ohne Anpassung an das Machbare wird die Aufrechterhaltung des Sozialstaats durch die Kommunen nicht mehr machbar sein Der Deutsche Bundestag debattiert am heutigen Freitag in einer Aktuellen Stunde über die Reform des Sozialstaats. Dazu erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kommunalpol

Solide Finanzen, starke Kommunen - Bayern investiert in Infrastruktur und Zusammenhalt ...
Zum Abschluss der Haushaltswoche im Bayerischen Landtag stimmt die CSU-Fraktion heute den Ausgaben für Querschnittsaufgaben zu - von Infrastrukturprojekten über Behördenverlagerungen bis hin zum kommunalen Finanzausgleich. Gleichzeitig sorgt der Freistaat mit einer ersten Tranche aus dem Sonderve

Institut BeziehungsWeise: Fortbildung zur Gewaltprävention in der Paartherapie ...
Beleidigungen als „Scherz“, tagelanges Schweigen, subtile Drohungen oder digitale Grenzverletzungen – was im Alltag vieler Paare als normale Konfliktdynamik abgetan wird, kann bereits frühe Formen von Gewalt darstellen. Dennoch fehlt es in der Paartherapie häufig an klarer Sprache und system

Stadtbäume brauchen Akzeptanz, nicht der Baum ist das Problem, sondern die Rahmenbedingungen ...
BdB: Stadtbäume brauchen Akzeptanz - Kosten realistisch einordnen Die Pläne der Landeshauptstadt München, in der Innenstadt rund 150 neue Bäume zu pflanzen, um mehr Schatten und Aufenthaltsqualität an heißen Tagen zu schaffen, sind aus Sicht des Bundes deutscher Baumschulen (BdB) e.V. grundsÃ


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z