Reimann: Kritik der Ärzteschaft am GKV-Sparpaket maßlos überzogen

Reimann: Kritik der Ärzteschaft am GKV-Sparpaket maßlos überzogen

ID: 2250750

(ots) - Zum Auftakt des Deutschen Ärztetags in Hannover kritisiert die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, die Drohung der Ärzteschaft, dass durch das aktuelle GKV-Sparpaket bis zu 169 Millionen Behandlungsfälle wegfallen könnten:

"Wir sind uns mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und mit der Bundesärztekammer einig, dass der Bund seine Finanzverantwortung bei der Refinanzierung der Gesundheitsversorgung der Bürgergeld-Beziehenden chronisch vernachlässigt und diesem Thema auch beim aktuellen GKV-Sparpaket wieder ausweicht. Das ist ein sozialpolitischer Langzeit-Skandal, der offenbar nur noch vor Gericht geklärt werden kann.

Allerdings erscheint die Kritik der Ärzteschaft am aktuellen Maßnahmenpaket maßlos überzogen. Mit der Drohung, dass bereits im kommenden Jahr bis zu 169 Millionen Behandlungsfälle wegfallen könnten, überspannen die Ärzteverbände den Bogen komplett. Es werden unplausible Zahlen präsentiert und damit die Patientinnen und Patienten verunsichert. Ich kann nur hoffen, dass die Vertreterinnen und Vertreter der Ärzteschaft bald sachlichere Töne anschlagen. Die Vertragsärzteschaft muss endlich wieder Verantwortung für stabile GKV-Finanzen übernehmen und kann sich dem Grundprinzip einer einnahmenorientierten Ausgabenpolitik nicht weiter entziehen.

Mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz korrigiert die Bundesregierung eine gravierende Fehlentwicklung der letzten Legislaturperioden. Unter Spahn und Lauterbach haben sich Ausgaben- und Einnahmenentwicklung voneinander entkoppelt. Zudem hat nicht zuletzt der Bundesrechnungshof festgestellt, dass die Regelungen des Terminservicegesetzes ihr Ziel einer Verringerung von Wartezeiten und einer schnelleren Vermittlung von Arztterminen eindeutig verfehlt haben. Es wird daher Zeit, dass die teuren Zuschläge von bis zu 200 Prozent auf die reguläre Vergütung für Akutbehandlungen und andere Zusatzvergütungen gestrichen werden.



Auch wenn die Kassenärztliche Bundesvereinigung aktuell noch mit Fallzahlverknappung droht, sind wir in der gesundheitspolitischen Diskussion doch längst weiter. Alle wissen, dass wir in Deutschland nicht mehr Fallzahlen brauchen, sondern eine besser koordinierte und gesteuerte Versorgung. Daher brauchen wir Strukturreformen wie die Einführung eines Primärversorgungs-Systems und die Neuordnung der Notfallversorgung, die jetzt dringend auf den Weg gebracht werden müssen. Hier setzen wir auf die konstruktive Mitwirkung der Ärzteschaft."

Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle:

Dr. Kai Behrens
Telefon: 030 / 34646-2309
Mobil: 01520 / 1563042
E-Mail: presse@bv.aok.de


Original-Content von: AOK-Bundesverband, übermittelt durch news aktuell

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Baupotenzialregister für den Kreis Kleve erfolgreich umgesetzt
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 12.05.2026 - 13:07 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2250750
Anzahl Zeichen: 2921

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Kommune



Diese Pressemitteilung wurde bisher 130 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Reimann: Kritik der Ärzteschaft am GKV-Sparpaket maßlos überzogen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

AOK-Bundesverband (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).


Alle Meldungen von AOK-Bundesverband


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z