Reimann: GKV-Sparpaket darf nicht zerpflückt werden
ID: 2254008

(ots) - Zu den Forderungen des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Wirtschaftsweise") nach Reformen im Sozialbereich sagt Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes:
"Schon in der kommenden Woche, wenn die nächsten Quartalsergebnisse der gesetzlichen Krankenkassen bekanntgegeben werden, wird sich wieder zeigen, dass die GKV vor allem ein Ausgabenproblem hat. Das hat jetzt auch das Votum des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung noch einmal unterstrichen. Es hat den Grundtenor der FinanzKommission Gesundheit vollumfänglich bestätigt und an vielen Stellen herausgestellt, wie notwendig die Umsetzung der FKG-Vorschläge ist - insbesondere bei den großen Ausgabenblöcken Krankenhaus und Arzneimittel.
Große Sorgen machen uns deshalb die Bestrebungen auf allen politischen Ebenen, das GKV-Sparpaket wieder aufzuschnüren und viele geplante Maßnahmen abzulehnen. Die Beschlussempfehlungen des Bundesrats-Gesundheitsausschusses zeigen eine massive Ablehnungsfront der Länder gegen die angestrebten Effizienzmaßnahmen im stationären und ambulanten Bereich. Alternative Vorschläge zur Effizienzsteigerung und Kostenreduktion sucht man in den Empfehlungen der Länder vergeblich.
Gleichzeitig werden auf Bundesebene auch noch finanzwirksame Gesetze beschlossen, die zusätzliche Ausgaben und Belastungen für die GKV-Beitragszahlenden im Milliarden-Bereich auslösen. Allein die Ende letzter Woche beschlossene Apothekenreform wird Extrakosten von bis zu einer Milliarde Euro produzieren.
Dieser politische Schlingerkurs muss ein Ende haben. Gebot der Stunde muss jetzt sein, auch gegen den von Seiten der Leistungserbringer organisierten Widerstand standhaft zu bleiben. Das Sparpaket darf nicht weiter zerpflückt werden.
Wenn man die finanzielle Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung erreichen will, müssten die Vorschläge der FinanzKommission auf der Aufgabenseite sogar noch konsequenter umgesetzt werden. Auch die gerade veröffentlichen Impulse des Sachverständigenrats an den Gesetzgeber fordern dazu auf, beim GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz auf der Ausgabenseite noch einmal nachzuarbeiten und weitere Einsparpotentiale zu heben, gerade wenn die Bundesregierung für eine angemessene Refinanzierung der Gesundheitsversorgung von Bürgergeld-Beziehenden aus Haushaltsmitteln derzeit keine Spielräume sieht.
Übrigens weisen die Wirtschaftsweisen auch explizit auf den zusätzlichen Ausgabendruck durch Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und unausgewogene Ernährung und das ungenutzte Präventionspotential etwa durch Werbeverbote oder Standards für gesunde Ernährung in Kitas und Schulen hin. Vor allem aber unterstreichen sie in diesem Zusammenhang die Lenkungswirkung von gezielten Verbrauchersteuern und Mindestpreisen. Als Beleg für Nachholbedarf in Deutschland wird in diesem Zusammenhang der von uns und vom Deutschen Krebsforschungszentrum herausgegebene Public Heath Index (https://www.aok.de/pp/public-health/index) angeführt."
Ihr Ansprechpartner in der Pressestelle:
Dr. Kai Behrens
Telefon: 030 / 34646-2309
Mobil: 01520 / 1563042
E-Mail: presse@bv.aok.de
Original-Content von: AOK-Bundesverband, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 28.05.2026 - 13:43 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2254008
Anzahl Zeichen: 3529
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Diese Pressemitteilung wurde bisher 201 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Reimann: GKV-Sparpaket darf nicht zerpflückt werden"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
AOK-Bundesverband (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Mit Blick auf den Weltnichtrauchertag am 31. Mai erklärt Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes: "Die aktuelle Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit ist alarmierend: Nach zuletzt stagnierenden Raucherquoten unter Jugendlichen zeigt
Forsa-Umfrage: 87 Prozent der Ärztinnen und Ärzte wünschen sich eine bessere Berücksichtigung des Geschlechts in den Leitlinien ...
Reimann zum Tag der Frauengesundheit: Geschlechtsspezifische Aspekte müssen in Forschung, Lehre und Versorgung noch stärker in den Fokus rücken Eine repräsentative forsa-Umfrage unter Ärztinnen und Ärzten zum Internationalen Tag der Frauengesundheit (28. Mai) im Auftrag des AOK-Bundesverbande
AOK übernimmt vorläufig Mehrkosten für Arzneimittel Fampridin bei Multipler Sklerose ...
Die AOK-Gemeinschaft hat entschieden, anfallende Mehrkosten für ihre Versicherten bei dem Wirkstoff Fampridin (Fampyra®) vorläufig zu übernehmen. Apotheken können die Mehrkosten direkt abrechnen, so dass für Versicherte keine Aufwände entstehen. Der Wirkstoff wird zur Verbesserung der Gehfäh
Weitere Mitteilungen von AOK-Bundesverband
Zigarren und Zigarillos ein Genussartikel für Erwachsene / Mikrozensus bestätigt erneut: Zigarren und Zigarillos haben kein Jugendschutzproblem ...
Das Statistische Bundesamt hat kürzlich den Mikrozensus 2025 zu den Rauchgewohnheiten veröffentlicht und sich besorgt über den zunehmenden Konsum jugendlicher Konsumenten bei Tabakprodukten und neuartigen Erzeugnissen gezeigt. Dem Bundesverband der Zigarrenindustrie liegen die Daten des Rauchverh
Apotheken als Gesundheitszentren: Der Darm als Schlüssel zur nachhaltigen Gewichtsreduktion ...
Beratungskompetenz stärken: Wenn Kunden nach dem Mikrobiom fragen In einer Zeit, in der Apotheken durch gesundheitspolitische Reformen immer stärker in die Rolle ganzheitlicher Gesundheitszentren hineinwachsen, steigt auch der Bedarf an fundierter Informationsvermittlung. So berichten Apothekerin
Präventions- statt Reparaturmedizin: FOCUS-Gesundheit veröffentlicht exklusive Ergebnisse der Ärztebefragung 2026 ...
In jedem Alter gesund zu bleiben ist nicht nur ein tiefer menschlicher Wunsch, sondern auch ein entscheidender Hebel, das Problem explodierender Gesundheitskosten zu lösen. Aber wie gelingt der Wechsel von einer auf die Therapie von Erkrankungen fokussierten hin zu einer präventionszentrierten Med
action medeor sendet Hilfsgüter aus Deutschland in Ebola-Region ...
- Lokale Märkte für Schutzausrüstung überlastet - Infektionszahlen steigen in mehreren Provinzen rasant an - Hohes Ansteckungsrisiko für humanitäre Helfer und medizinisches Personal Nach dem Ausbruch des Ebola-Virus in der Demokratischen Republik Kongo laufen beim Medikamentenhilfswerk actio




