Menschen in der zweiten Lebenshälfte befürworten mehr Gleichheit in der Alterssicherung
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(ots) - Menschen in der zweiten Lebenshälfte befürworten, dass die staatliche Altersvorsorge zu mehr Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen im Alter beitragen sollte. Sie bewerten ebenfalls das Äquivalenzprinzip der gesetzlichen Rentenversicherung - also der Grundsatz, dass höhere Einkommen und damit höhere Beitragszahlungen zu höheren Renten führen - mehrheitlich als gerecht. Vorsorgepessimistische Einstellungen sind dagegen vergleichsweise wenig verbreitet. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Deutschen Alterssurveys (DEAS) 2023 des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA).
Im Mittelpunkt der Analyse standen Einstellungen von Personen ab 43 Jahren zur Alterssicherung in Deutschland. Die Befragten bewerteten Aussagen auf einer fünfstufigen Skala von Ablehnung bis Zustimmung. Die höchste Zustimmung erhielt das Prinzip der Gleichheit: Die Aussage, dass die staatliche Altersvorsorge zu größerer Gleichheit der Einkommen und Lebensbedingungen unter älteren Menschen beitragen sollte, erreichte einen Mittelwert von 4,1 auf der Skala von 1 bis 5. Damit zeigt sich eine klare Unterstützung für umverteilende und ausgleichende Elemente in der Alterssicherung.
Die Befunde zeigen, dass Gleichheit und Beitragsäquivalenz in der Wahrnehmung der Bevölkerung nicht zwingend Gegensätze sind", so Dr. Julia Simonson, Erstautorin der Veröffentlichung. "Viele Menschen wünschen sich offenbar ein Rentensystem, das Leistung und Beiträge anerkennt, zugleich aber auch stärker gegen Ungleichheit im Alter wirkt."
Wenig verbreitet ist hingegen eine pessimistische Haltung zur Altersvorsorge. Die Aussage "Es hat keinen Sinn, für das Alter vorzusorgen, weil man ohnehin nicht weiß, was die Zukunft bringt" erhielt mit einem Mittelwert von 2,2 den niedrigsten Zustimmungswert der betrachteten Aussagen. Die meisten Menschen in der zweiten Lebenshälfte gehen demnach nicht davon aus, dass Vorsorge für das Alter grundsätzlich sinnlos ist.
Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund aktueller rentenpolitischer Diskussionen besonders relevant. Sie sprechen dafür, dass Reformen, die soziale Ungleichheiten in der Alterssicherung verringern, auf vergleichsweise breite Akzeptanz stoßen könnten, und deutlich starker befürwortet werden als Reformansätze, die darauf abzielen, dass die gesetzliche Rente als reine Basisabsicherung lediglich den Grundbedarf der Menschen deckt. Zugleich sollte die hohe Zustimmung zum Äquivalenzprinzip berücksichtigt werden: Eine stärkere Umverteilung dürfte gesellschaftlich eher angenommen werden, wenn sie nicht als vollständige Abkehr vom Prinzip beitragsbezogener Rentenansprüche wahrgenommen wird.
Die detaillierten Ergebnisse sind nachzulesen in: Simonson, J., Platt, O., & Weinhardt, M. (2026). Einstellungen zur Alterssicherung in der zweiten Lebenshälfte: Hohe Zustimmung zu Gleichheit und Äquivalenzprinzip [DZA Aktuell 02/2026]. Berlin: Deutsches Zentrum für Altersfragen. https://doi.org/10.60922/f4gt-q477
Eine Pressegrafik steht unter https://www.dza.de/presse/download-pressegrafiken zum Download bereit.
Der Deutsche Alterssurvey (DEAS) ist eine repräsentative Quer- und Längsschnittbefragung von Personen in der zweiten Lebenshälfte. Im Rahmen der Studie werden seit drei Jahrzehnten Menschen auf ihrem Weg ins höhere und hohe Alter regelmäßig befragt. Der Deutsche Alterssurvey wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ).
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Stefanie Hartmann
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Datum: 01.06.2026 - 09:18 Uhr
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