Deutschland muss Menschen auf der Flucht Zugang zu Schutz gewähren
ID: 2257751

(ots) - Zum Internationalen Tag des Flüchtlings am 20. Juni 2026 erklärt das Deutsche Institut für Menschenrechte:
"Vor 75 Jahren wurde die Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet, um Menschen zu schützen, die aufgrund von Verfolgung, Gewalt und Entrechtung aus ihrer Heimat fliehen müssen. Dieses Abkommen war ein zivilisatorischer Meilenstein. Sein Herzstück ist das Refoulement-Verbot, welches besagt, dass Schutzsuchende nicht in ein Land zurückgeschickt werden dürfen, in dem ihnen Verfolgung droht.
In den Debatten um Grenzsicherungen, Reduzierung der Asylantragszahlen und Kooperationen mit Drittstaaten gerät aus dem Blick, dass es um Menschen geht, deren Würde und Rechte durch diese politischen Entscheidungen bedroht werden. Deutschland hat sich völkerrechtlich verpflichtet, geflüchteten Menschen Schutz vor Verfolgung zu bieten. Dieser Verantwortung entziehen sich Deutschland und die Europäische Union jedoch zunehmend. Schutzsuchenden wird der Zugang zu fairen und effektiven individuellen Asylverfahren erschwert, zum Teil sogar verweigert. An deutschen Grenzen werden Asylsuchende teilweise ohne Prüfung ihres Asylgesuchs zurückgewiesen, obwohl Gerichte dies für europarechtswidrig erklärt haben.
Durch die kürzlich in Kraft getretene GEAS-Reform wurde der Weg für zahlreiche weitere Verschärfungen geebnet: Haft und Freiheitsbeschränkungen, beschleunigte Verfahren und die Beschneidung von Verfahrensrechten erschweren es Geflüchteten, ihren Schutzanspruch geltend zu machen. Doch statt auf Abschreckung und Abschottung zu setzen, sollte Deutschland aktiv für den Flüchtlingsschutz einstehen und einen effektiven Zugang zu Schutz gewährleisten."
WEITERE INFORMATIONEN
GEAS-Reform: Institut rät Behörden zu menschenrechtskonformer Anwendung (https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/aktuelles/detail/geas-reform-institut-raet-behoerden-zu-menschenrechtskonformer-anwendung)
https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/themen/asyl-und-migration
Stellungnahme: Zum Entwurf eines Gesetzes zur Bestimmung sicherer Herkunftsstaaten durch Rechtsverordnung und Abschaffung des anwaltlichen Vertreters bei Abschiebungshaft und Ausreisegewahrsam (https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/zum-entwurf-eines-gesetzes-zur-bestimmung-sicherer-herkunftsstaaten-durch-rechtsverordnung-und-abschaffung-des-anwaltlichen-vertreters-bei-abschiebungshaft-und-ausreisegewahrsam)
Stellungnahme: Zurückweisungen von Asylsuchenden an den Grenzen (https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/zurueckweisungen-von-asylsuchenden-an-den-grenzen)
Pressekontakt:
Ute Sonnenberg, Zweite Pressesprecherin
Telefon: +49 30 259 359 453
E-Mail: sonnenberg@institut-fuer-menschenrechte.de
www.institut-fuer-menschenrechte.de
Bluesky | LinkedIn | YouTube
Original-Content von: Deutsches Institut für Menschenrechte, übermittelt durch news aktuell
Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 18.06.2026 - 14:06 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2257751
Anzahl Zeichen: 3173
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Menschenrechte
Diese Pressemitteilung wurde bisher 235 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Deutschland muss Menschen auf der Flucht Zugang zu Schutz gewähren"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsches Institut für Menschenrechte (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Nach jahrelangen Verhandlungen auf europäischer und nationaler Ebene tritt am 12. Juni 2026 die bislang größte Reform des Asylrechts in Kraft. Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat vielfach auf die menschenrechtlichen Risiken der GEAS-Reform (Gemeinsames Europäisches Asylsystem) hingewie
Bekämpfung von Menschenhandel und Ausbeutung: Menschenrechtsinstitut begrüßt Strafrechtsreform ...
Zum heute im Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf zur Stärkung der strafrechtlichen Verfolgung des Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung sowie zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2024/1712 erklärt Naile Tanis, Leiterin der Berichterstattungsstelle Menschenhandel des Deutschen Instituts
Presseeinladung: Menschenrechte als Kompass - 25 Jahre Deutsches Institut für Menschenrechte / Veranstaltung am 22. April 2026 | 16:00 - 19:00 Uhr | Berlin (Futurium) ...
Rechtsstaatlichkeit, staatliche Handlungsfähigkeit und eine lebendige Zivilgesellschaft stehen vor erheblichen Herausforderungen. Zugleich sind sie die tragenden Säulen einer freiheitlichen Demokratie. Wie können sie unter veränderten politischen, gesellschaftlichen und internationalen Rahmenbed
Weitere Mitteilungen von Deutsches Institut für Menschenrechte
Weltflüchtlingstag: Solidarität schwindet, Kinder zahlen den Preis ...
Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni fordert Save the Children, Kinder auf der Flucht stärker zu schützen. Nach den neuesten UN-Zahlen sind rund 118 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, fast 40 Prozent davon sind Kinder. Dazu sagt Karsten Dietze, Experte für Flucht und Migratio
Altenkamp: Humanitäre Hilfe ist ein Gebot der Menschlichkeit ...
Weltflüchtlingstag: 118 Millionen auf der Flucht - Hinter jeder Zahl verbirgt sich ein Schicksal Die Zahl der weltweit Vertriebenen hat sich erstmalig seit zehn Jahren verringert und liegt trotzdem doppelt so hoch wie 2015. Zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni und zu den aktuellen Zahlen des UNHCR
Zum Internationalen Tag gegen Hetze: Hassrede bekämpfen, Zusammenhalt stärken ...
Seit fünf Jahren rufen die Vereinten Nationen jeweils am 18. Juni den Internationalen Tag der Bekämpfung von Hetze aus. Sie machen so auf die wachsende Verbreitung von Hassrede aufmerksam und weisen auf Maßnahmen hin, Hassrede zu bekämpfen und den gegenseitigen Respekt zu stärken. Die SPD-Frakt
Europäische Asylreform: Menschenrechtsinstitut rät Behörden zu menschenrechtskonformer Anwendung der Regelungen ...
Nach jahrelangen Verhandlungen auf europäischer und nationaler Ebene tritt am 12. Juni 2026 die bislang größte Reform des Asylrechts in Kraft. Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat vielfach auf die menschenrechtlichen Risiken der GEAS-Reform (Gemeinsames Europäisches Asylsystem) hingewie




