Europäische Asylreform: Menschenrechtsinstitut rät Behörden zu menschenrechtskonformer Anwendung

Europäische Asylreform: Menschenrechtsinstitut rät Behörden zu menschenrechtskonformer Anwendung der Regelungen

ID: 2256649

(ots) - Nach jahrelangen Verhandlungen auf europäischer und nationaler Ebene tritt am 12. Juni 2026 die bislang größte Reform des Asylrechts in Kraft. Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat vielfach auf die menschenrechtlichen Risiken der GEAS-Reform (Gemeinsames Europäisches Asylsystem) hingewiesen und empfiehlt den ausführenden Behörden dringend, die Regelungen menschenrechtskonform anzuwenden.

Künftig dürfen viele Asylsuchende nicht mehr einreisen, sondern müssen ihr Asylverfahren in sogenannten Grenzverfahren in Haft oder unter haftähnlichen Bedingungen durchlaufen. Das betrifft auch Familien mit Kindern und Schutzsuchende mit schweren psychischen Erkrankungen. Behörden können weitreichende Freiheitsbeschränkungen verhängen, sodass Haft im regulären Asylverfahren zur Regel werden könnte. Unter bestimmten Voraussetzungen dürfen auch Kinder inhaftiert werden. Nutzen die Behörden ihre Befugnisse voll aus, drohen unverhältnismäßige Einschränkungen der Grund- und Menschenrechte von Geflüchteten.

"Eine menschenrechtskonforme Anwendung der Regelungen durch die ausführenden Behörden ist nun entscheidend. Eingriffe in die Freiheit von Schutzsuchenden müssen auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt bleiben", sagt Nele Allenberg, Leiterin der Abteilung Menschenrechtspolitik Inland/Europa des Instituts. Die Asylhaft von Kindern verstoße immer gegen das Kindeswohl - Kinder sollten daher niemals inhaftiert werden. Personen, deren Bedarfe in den Einrichtungen im Grenzverfahren nicht erfüllt werden können, müssen umgehend aus dem Grenzverfahren entlassen werden.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte wird auch zur menschenrechtskonformen Umsetzung des GEAS beitragen. Gemeinsam mit der Nationalen Stelle zur Verhütung von Folter wird das Institut mit dem Inkrafttreten der GEAS-Reform in Deutschland als unabhängiger Monitoring-Mechanismus fungieren und die Einhaltung von Grund- und Menschenrechten in den neuen Screening- und Asylgrenzverfahren überwachen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen leitet der Mechanismus Empfehlungen an die Bundesregierung ab und veröffentlicht sie in einem Jahresbericht. Das Institut nimmt auch Beschwerden von Betroffenen entgegen, die in ihren Grundrechten verletzt wurden, und überwacht deren Bearbeitungdurch die zuständigen Behörden.



WEITERE INORMATIONEN

Unabhängiger Monitoring-Mechanismus im Gemeinsamen Europäischen Asylsystem: Auftrag und Arbeitsweise

https://ots.de/JHyrcH

Pressekontakt:

Ute Sonnenberg, 2. Pressesprecherin
Telefon: +49 30 259 359 453
E-Mail: sonnenberg@institut-fuer-menschenrechte.de

www.institut-fuer-menschenrechte.de
Bluesky | LinkedIn | Mastodon | YouTube


Original-Content von: Deutsches Institut für Menschenrechte, übermittelt durch news aktuell

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  13 Milliarden, null Compliance: EU-Geldwäschegesetz zwingt Proficlubs zum Umdenken Zum Internationalen Tag gegen Hetze: Hassrede bekämpfen, Zusammenhalt stärken
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 11.06.2026 - 10:53 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2256649
Anzahl Zeichen: 3023

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: ots
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Menschenrechte



Diese Pressemitteilung wurde bisher 181 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Europäische Asylreform: Menschenrechtsinstitut rät Behörden zu menschenrechtskonformer Anwendung der Regelungen"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsches Institut für Menschenrechte (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Sozialstaatsreformen: Menschenrechtliche Verpflichtungen sind keine Verhandlungsmasse ...
Zur Debatte über Sozialstaatsreformen und Kürzungen von Sozialleistungen anlässlich der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder im Kanzleramt am 25.06.2026 erklärt Michael Windfuhr, Stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte: "Die Komm

Deutschland muss Menschen auf der Flucht Zugang zu Schutz gewähren ...
Zum Internationalen Tag des Flüchtlings am 20. Juni 2026 erklärt das Deutsche Institut für Menschenrechte: "Vor 75 Jahren wurde die Genfer Flüchtlingskonvention verabschiedet, um Menschen zu schützen, die aufgrund von Verfolgung, Gewalt und Entrechtung aus ihrer Heimat fliehen müssen. D

Bekämpfung von Menschenhandel und Ausbeutung: Menschenrechtsinstitut begrüßt Strafrechtsreform ...
Zum heute im Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurf zur Stärkung der strafrechtlichen Verfolgung des Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung sowie zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2024/1712 erklärt Naile Tanis, Leiterin der Berichterstattungsstelle Menschenhandel des Deutschen Instituts


Weitere Mitteilungen von Deutsches Institut für Menschenrechte


Europäische Asylreform GEAS: Save the Children mahnt Schutz von Kindern an ...
Am 12. Juni tritt die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) in Kraft. Mit den neuen Regeln für Schutzsuchende setzt die Europäische Union auf mehr Abschottung und ermöglicht den Mitgliedstaaten, rechtsstaatliche Prinzipien einzuschränken, kritisiert Save the Children. Die Kinde

13 Milliarden, null Compliance: EU-Geldwäschegesetz zwingt Proficlubs zum Umdenken ...
Der Identitätsdienstleister WebID (https://webid-solutions.com/de/) warnt vor einem historischen Bruch im Profifußball: Erstmals gelten für Vereine und Spieleragenten dieselben Geldwäsche-Regeln wie für Banken. Die EU-AMLR macht sie ab Juli 2029 zu "verpflichteten Unternehmen", mitten

Recherche von BR und KONTRASTE: Lust am Quälen? JVA-Skandal Gablingen erhält durch erschütternde Chats neue Dimension / Frühere Bundesjustizministerin spricht vom "größten JVA-Skandal der B ...
Neue Recherchen des BR und des ARD-Politmagazins KONTRASTE zur JVA Gablingen zeichnen ein System, das in einer deutschen Justizvollzugsanstalt unvorstellbar erscheint. Häftlinge seien laut Chatnachrichten der Bediensteten "zerstört" worden, JVA-Wärter sollen sich an Misshandlungen erfre

Statt Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche: Kindernothilfe fordert "Social-Media-TÜV" ...
Zum Internationalen Kindertag am 1. Juni erteilt die Kindernothilfe Social-Media-Verboten für bestimmte Altersgruppen eine Absage. Um Kinder und Jugendliche effektiv zu schützen und ihre Rechte zu wahren, müssten vielmehr die Online-Plattformen in die Pflicht genommen werden. "Bei Fouls im F


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z