Nutzenbewertung von Arzneimitteln: IWiG erweitert den Blick auf die Bewertung neuer Therapien

Nutzenbewertung von Arzneimitteln: IWiG erweitert den Blick auf die Bewertung neuer Therapien

ID: 2263627

Warum erfolgreiche Innovationen mehr brauchen als Sicherheit und Wirksamkeit




(PresseBox) - Gedanken aus der Versorgungsrealität

Wenn von Risiken neuer Arzneimittel gesprochen wird, stehen meist Nebenwirkungen, Sicherheit oder Pharmakovigilanz im Mittelpunkt. Doch mit der Zulassung beginnt eine zweite Phase, die häufig deutlich weniger Beachtung findet: die Integration der Innovation in den Versorgungsalltag.

„Viele Herausforderungen entstehen nicht durch das Arzneimittel selbst, sondern erst bei der Integration in bestehende Versorgungsprozesse", erklärt Prof. Dr. Michael Greiling, Leiter des Instituts für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG). „Neue Abläufe, zusätzliche Abstimmungen zwischen Berufsgruppen oder veränderte Verantwortlichkeiten können erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung haben – obwohl die Therapie medizinisch hervorragend ist."

Innovative Therapien verändern häufig bestehende Prozesse. Diese Veränderungen sind keine Arzneimittelrisiken im regulatorischen Sinn. Sie beeinflussen jedoch maßgeblich, wie effizient und sicher eine Innovation im Versorgungsalltag umgesetzt werden kann. Neue Dokumentationspflichten, zusätzliche Schulungen, veränderte Anforderungen an Pflege und Diagnostik oder neue Schnittstellen zwischen Krankenhaus, ambulanter Versorgung und Homecare führen dazu, dass sich eingespielte Arbeitsabläufe verändern können. Diese Veränderungen beeinflussen den Ressourcenbedarf ebenso wie die Prozesssicherheit und den organisatorischen Aufwand einer Einrichtung, sie werden jedoch im Rahmen klassischer Nutzen- und Risikobewertungen bislang kaum systematisch analysiert.

Während regulatorische Risikobewertungen die Sicherheit eines Arzneimittels analysieren, macht das IWiG sichtbar, welche Auswirkungen eine Innovation auf Arbeitsabläufe, Ressourcen und Versorgungsprozesse hat – und welche organisatorischen Risiken daraus entstehen können.

Diese Auswirkungen sind für Krankenhäuser unmittelbar spürbar, bleiben aber für Pharmaunternehmen häufig unsichtbar. Studienprotokolle beschreiben medizinische Anforderungen, sie zeigen jedoch nicht, wie diese im Versorgungsalltag tatsächlich umgesetzt werden oder welche organisatorischen Konsequenzen daraus entstehen.



Aus Sicht des IWiG eröffnet diese Perspektive neue Möglichkeiten für Pharmaunternehmen. Mit der Softwarebasierten Prozessualen Gesundheitsökonomischen Analyse (SPGA) modelliert das Institut reale Versorgungsprozesse und macht sichtbar, wie sich neue Therapien auf Arbeitsabläufe, Ressourcen und Organisationsstrukturen auswirken.

Ergänzend ermöglicht das Time-Driven Activity-Based Costing (TDABC) eine verursachungsgerechte Kalkulation der damit verbundenen Ressourcenverbräuche.

Dadurch können unterschiedliche Versorgungsszenarien bereits während der Entwicklung miteinander verglichen werden. Veränderungen von Abläufen und Auswirkungen einer Innovation auf bestehende Versorgungsstrukturen werden transparent und analysierbar. Zusätzliche Ressourcenbedarfe sowie potenzielle organisatorische Risiken lassen sich frühzeitig identifizieren, quantifizieren und bewerten.

Für Pharmaunternehmen entsteht dadurch eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage für Market Access, Health Technology Assessment (HTA) und die gesundheitsökonomische Bewertung neuer Therapien. Gleichzeitig können Auswirkungen auf Versorgungsprozesse bereits vor der Markteinführung analysiert und strategische Entscheidungen zur Entwicklung, Positionierung und Implementierung einer Innovation fundierter vorbereitet werden.

Das IWiG sieht darin eine konsequente Weiterentwicklung der Nutzenbewertung. Neben klinischer Evidenz und ökonomischen Kennzahlen gewinnt das Verständnis realer Versorgungsprozesse zunehmend an strategischer Bedeutung. Denn nur wenn bekannt ist, wie sich eine Innovation in bestehende Abläufe integriert, lässt sich ihr vollständiger Nutzen für das Gesundheitssystem umfassend beurteilen.

„Innovationen verändern nicht nur Therapien", erklärt Greiling. „Sie verändern Versorgung. Wer diese Veränderungen frühzeitig versteht, schafft bessere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Implementierung und eine nachhaltige Patientenversorgung."

“IWiG gehört zu Deutschlands Top-Innovationschampions 2025 aus Forschung, Entwicklung und Wissenschaft gemäß der FOCUS-Business-Bestenliste des Verlags Hubert Burda Media.

Info-Link zur Softwarebasierten Prozessualen Gesundheitsökonomischen Analyse (SPGA)

Das Institut für Workflow-Management im Gesundheitswesen (IWiG) beschäftigt sich mit der Analyse, Optimierung und Digitalisierung von Arbeitsprozessen im Gesundheitswesen. Ziel ist es, durch innovative Methoden und Technologien die Effizienz und Qualität medizinischer und administrativer Abläufe nachhaltig zu verbessern.

"Wir ermutigen Einrichtungen im Gesundheitswesen, ein systematisches Workflow-Management zur Routine zu machen, um Zeit zu sparen und Verschwendung zu vermeiden, indem wir eine engagierte Kommunikation führen und die Akteure motivieren, ihre Kompetenzen erfolgreich weiterzubilden."

Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:

"Wir ermutigen Einrichtungen im Gesundheitswesen, ein systematisches Workflow-Management zur Routine zu machen, um Zeit zu sparen und Verschwendung zu vermeiden, indem wir eine engagierte Kommunikation führen und die Akteure motivieren, ihre Kompetenzen erfolgreich weiterzubilden."



drucken  als PDF  BioDtex UV-Scanner: Unsichtbares sichtbar machen
Bereitgestellt von Benutzer: PresseBox
Datum: 22.07.2026 - 15:26 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 2263627
Anzahl Zeichen: 5420

Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Prof. Dr. Michael Greiling
Stadt:

Telgte


Telefon: +49 (2504) 9337-110

Kategorie:

Medizintechnik



Diese Pressemitteilung wurde bisher 139 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Nutzenbewertung von Arzneimitteln: IWiG erweitert den Blick auf die Bewertung neuer Therapien"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Deutsche Gesellschaft für Workflow-Management im Gesundheitswesen (DGWMiG) e.V. (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Studienbudgets auf einer belastbaren Grundlage verhandeln: IWiG schafft Transparenzüber den tatsächlichen Aufwand klinischer Studien ...
Bevor eine klinische Studie beginnen kann, müssen Pharmaunternehmen und Studienzentren eine Einigung über das Studienbudget erzielen. Die Vergütung erfolgt in der Regel als Fallpauschale pro Patient und Studienvisite. Für beide Seiten stellt sich dabei dieselbe Frage: Deckt diese Vergütung den

IWiG– Jede Veränderung beginnt mit Wertschätzung ...
Impulse aus Forschung, Wissenschaft und Praxis – Innovationen im klinischen Workflow-Management Das Gesundheitswesen steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Digitalisierung, Fachkräftemangel, steigender Kostendruck und neue Anforderungen an Qualität und Wirtschaftlichkeit verändern die Art und W

IWiG– Veränderung beginnt mit Transparenz, nicht mit Anweisungen ...
Impulse aus Forschung, Wissenschaft und Praxis – Innovationen im klinischen Workflow-Management Veränderungen gehören heute zum Klinikalltag. Neue gesetzliche Vorgaben, wirtschaftlicher Druck, Digitalisierung oder Fachkräftemangel verlangen von Gesundheitseinrichtungen eine kontinuierliche Weit


Weitere Mitteilungen von Deutsche Gesellschaft für Workflow-Management im Gesundheitswesen (DGWMiG) e.V.


BioDtex UV-Scanner: Unsichtbares sichtbar machen ...
In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie entscheiden oftmals unsichtbare Risiken über Qualität, Sicherheit und Reklamationen, zum Beispiel Biofilme, organische und anorganische Rückstände oder mikrobielle Verunreinigungen. Sie entstehen häufig unbemerkt, sind schwer zu erkennen und können schw

PAM-13: Wie der Patient Activation Measure Patientenengagement messbar macht ...
Wie lassen sich Motivation und Patient Engagement in der Schlaganfallrehabilitation objektiv messen? Die Sensor-S-Studie zeigt, wie Daten von Sensoren, Wearables, Continuous Glucose Monitoring Systems (CGMs) und Patient-Reported Outcome Measures (PROMs) in einer skalierbaren digitalen Studieninfrast

Gezielte Beschaffung für die Analytik: Metralix startet B2B-Plattform für Laborverbrauchsmaterialien ...
Bad Bramstedt, 20. Juli 2026 Neue Wege bei der Beschaffung von Laborbedarf Die Anforderungen an Materialreinheit und Rückverfolgbarkeit im Laboralltag steigen kontinuierlich. Mit dem offiziellen Go-Live des Online-Portals Metralix steht Unternehmen und Forschungseinrichtungen ab sofort eine s

Studienbudgets auf einer belastbaren Grundlage verhandeln: IWiG schafft Transparenzüber den tatsächlichen Aufwand klinischer Studien ...
Bevor eine klinische Studie beginnen kann, müssen Pharmaunternehmen und Studienzentren eine Einigung über das Studienbudget erzielen. Die Vergütung erfolgt in der Regel als Fallpauschale pro Patient und Studienvisite. Für beide Seiten stellt sich dabei dieselbe Frage: Deckt diese Vergütung den


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z