HIV-Konferenz: Ab Donnerstag gibt es "Positive Begegnungen" in Magdeburg

HIV-Konferenz: Ab Donnerstag gibt es "Positive Begegnungen" in Magdeburg

ID: 2266753

(ots) - Die Selbsthilfe-Veranstaltung setzt ein klares Zeichen gegen Diskriminierung und für Solidarität mit allen HIV-positiven Menschen weltweit. Demonstration am Samstag

Am Donnerstag beginnt in Magdeburg Europas größte HIV-Selbsthilfekonferenz: Zu den "Positiven Begegnungen" erwartet die Deutsche Aidshilfe in der Otto-von-Guericke-Universität rund 400 Menschen mit HIV und Unterstützer*innen. Sie tagen unter der Schirmherrschaft der Unabhängigen Bundesbeauftragten für Antidiskriminierung Ferda Ataman.

Unter dem Titel "Leben mit HIV: Grenzenlos [und] solidarisch" beschäftigt sich die Konferenz bis Sonntag mit Themen rund um das Leben mit HIV und will ein klares Zeichen setzen: gegen Diskriminierung von HIV-positiven Menschen und die drastischen Rückschritte bei der globalen Versorgung - und für Solidarität gegenüber allen Menschen mit HIV.

Die HIV-Community zu Gast in Magdeburg

"Für ein paar Tage wird Magdeburg zum wichtigsten Ort der HIV-Selbsthilfe in Deutschland. Die Positiven Begegnungen zeigen, wie lebendig, vielfältig und engagiert die HIV-Community ist. Menschen mit HIV erleben aber immer noch Diskriminierung und Ausgrenzung. Deshalb brauchen wir weiterhin Sichtbarkeit, Begegnung und vor allem Solidarität", sagt Sven Warminsky, Mitglied im Vorstand der Deutschen Aidshilfe. Er ist auch der Geschäftsführer des Zentrums für sexuelle Gesundheit - Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V., der lokalen Partnerorganisation der Positiven Begegnungen.

"Auf die globalen Kürzungen und neue Qualität der Ausgrenzung zu reagieren, ist ein Gebot der Stunde", betont Heike Gronski, DAH-Referentin für das Leben mit HIV und Leiterin der Positiven Begegnungen. "Menschen mit HIV verlieren ihre lebensrettende Therapie, Versorgungsstrukturen brechen zusammen, Hass auf betroffene Gruppen wird in vielen Ländern in Gesetzesform gegossen. Unsere Antwort auf diese Ungeheuerlichkeit lautet: Solidarität!"

Demonstration in der Innenstadt



Am Samstagvormittag gehen die Positiven Begegnungen in der Magdeburger Innenstadt auf die Straße. Motto: "Menschen mit HIV gegen rechts - Grenzenlos [und] solidarisch". Hier steht die zunehmende Menschenfeindlichkeit im Vordergrund, die Menschen mit HIV in Deutschland, aber auch global betrifft. Die von HIV betroffenen Menschen gehören zu einem großen Teil ohnehin diskriminierten Minderheiten an, etwa als queere Menschen, Migrant*innen oder Sexarbeiter*innen. Von Hass und Ausgrenzung von rechts sind sie in besonderem Maße betroffen.

Sehr bewusst finden die Positiven Begegnungen daher in Magdeburg statt:

"Unsere Konferenz soll vor den nahenden Landtagswahlen ein Zeichen für Vielfalt und Respekt setzen", sagt Denis Leutloff aus Leipzig, der als HIV-positiver Aktivist zur Vorbereitungsgruppe der Konferenz gehört. "Die Gesellschaft ist auch in Sachsen-Anhalt bunt, und bis zur Wahl kann noch viel passieren. Wir rufen alle demokratischen und progressiven Kräfte in Sachsen-Anhalt auf, uns zur Seite zu stehen und mit uns für Akzeptanz und Solidarität auf die Straße zu gehen!"

Herausforderungen des Lebens mit HIV

Neben den politischen Themen geht es bei den Positiven Begegnungen um eine große Vielfalt von Aspekten des Lebens mit HIV - vom Umgang mit Diskriminierung übers Älterwerden bis hin zur Digitalisierung des Gesundheitswesens.

"Die medizinische Seite von HIV selbst steht dabei nicht mehr im Vordergrund, sondern das Leben mit HIV", betont Konferenzleiterin Heike Gronski. "HIV ist heute gut behandelbar und unter Therapie auch nicht mehr übertragbar, so dass Menschen mit HIV leben können wie andere Menschen auch. Im Alltag gibt es im Zusammenhang mit HIV aber viele Themen und Herausforderungen. Bei den Positiven Begegnungen können Menschen ihren Umgang damit weiterentwickeln und sich gegenseitig stärken."

Positive Begegnungen als persönlicher Durchbruch

"Für mich waren die Positiven Begegnungen vor einigen Jahren ein persönlicher Durchbruch", erinnert sich Torsten Poggenpohl, der ebenfalls der Vorbereitungsgruppe angehört. "Seit damals gehe ich offen und selbstbewusst mit meiner HIV-Infektion um. Ein Geheimnis zu tragen, kann sehr schwer sein und zu psychischen Erkrankungen führen. Die Positiven Begegnungen 2026 sollen dazu beitragen, dass auch andere offen und frei leben können."

Die Positiven Begegnungen sind eine Selbsthilfeveranstaltung der Deutschen Aidshilfe. Sie finden alle zwei Jahre statt. Inhaltlich werden sie von einer Gruppe HIV-positiver Menschen maßgeblich mitgestaltet. Zu den Teilnehmenden gehören neben Menschen mit HIV auch professionell und ehrenamtlich Engagierte.

Eröffnung mit Oberbürgermeisterin

Die Eröffnung der Konferenz mit Magdeburgs Oberbürgermeisterin Simone Borris und der ghanaischen Musikerin und Queer-Aktivistin Angel Maxine ist öffentlich.

Eröffnung: Donnerstag, 13.8.2026, 16 Uhr

Demonstration: Samstag, 15.8.2026, 10 Uhr an der Leiterstraße am Denkmal Stabwerk.

Veranstaltungsankündigung im Presseportal: https://www.presseportal.de/pm/14407/6328660

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Holger Wicht (Pressesprecher)
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