NABU: Umweltaspekte bei verlängerter Ölförderung im Wattenmeer ignoriert
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NABU: Umweltaspekte bei verlängerter Ölförderung im Wattenmeer ignoriert
Tschimpke: Durch Transparenz und Kontrollen Katastrophen verhindern
Berlin - Während der Kampf gegen die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko anhält, wird in Europa und Deutschland intensiv über die Konsequenzen aus dem Unglück gestritten. Der NABU begrüßt dabei das von EU-Energiekommissar Oettinger vorgeschlagene Moratorium für Tiefseebohrungen und die Ankündigung, bis Ende September einen Vorschlag zu erarbeiten, der die Ölförderung in europäischen Gewässern besser regeln soll. "Wir brauchen dringend mehr Transparenz und öffentliche Beteiligung bei der Genehmigungspraxis sowie eine unabhängige und stärkere Kontrolle der Ölkonzerne", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. "Nur so können wir Katastrophen wie die der ?Deepwater Horizon? vor unserer eigenen Haustür verhindern".
Während die Welt seit mehr als drei Monaten gespannt auf die Entwicklungen im Golf von Mexiko blickt, verlängerten das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Clausthal-Zellerfeld und die Landesregierung Schleswig-Holsteins von vielen unbemerkt die Fördergenehmigung Deutschlands einziger Ölplattform "Mittelplate A" bis 2041. Der NABU hatte bereits mehrfach den Rückbau der Anlage mitten im Wattenmeer-Nationalpark und am Rande des UNESCO-Welterbegebietes gefordert und kritisiert die Verlängerung scharf. "Eine derart unsensible Entscheidung in einer Phase, in der die Ursachen der Katstrophe in den USA noch nicht abschließend aufgeklärt sind und auch in der Nordsee eine latente Gefahr durch Ölunfälle herrscht, ist überhaupt nicht nachzuvollziehen", so NABU-Wattenmeerexperte Dominic Cimiotti. Noch unglaublicher, da weder die Nationalparkverwaltung noch das Umweltministerium in Kiel in diesen Entscheidungsprozess eingebunden worden seien. "Das LBEG hat damit wieder einmal wichtige Umweltfragen ignoriert und ?industriefreundliche? Tatsachen geschaffen", kritisierte Tschimpke und forderte in diesem Zusammenhang vehement eine umfassende Überarbeitung des antiquierten deutschen Bergrechts, das sich heute noch immer auf Elemente des Preußischen Allgemeinen Berggesetzes von
1865 stütze.
Auch wenn "Mittelplate A" verhältnismäßig hohe Sicherheitsstandards aufweist, sorgt sich der NABU um das einzigartige Ökosystem Wattenmeer.
Wo Menschen arbeiten, könnten Fehler passieren. Und auch Service und Instandhaltung der Anlage sowie der Schiffsverkehr stellen nach Ansicht des NABU eine permanente Störung insbesondere für Küsten- und Seevögel dar. Es gibt sogar Pläne zur Erkundung weiterer Ölvorkommen im Wattenmeer. Der NABU fordert die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Niedersachsen auf, dies auszuschließen.
Für Rückfragen:
Dr. Kim Detloff, NABU-Meeresschutzexperte, Tel.: 030-284984-1626 Dominic Cimiotti, NABU-Wattenmeerexperte, Tel.: 0162-1303041
Im Internet zu finden unter www.NABU.de
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Datum: 20.07.2010 - 15:17 Uhr
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