Wie weiter mit dem Grünen Band?
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Wie weiter mit dem Grünen Band?
Mit Fernglas, Kescher und Lupe ziehen derzeit Biologen und Botaniker durch das Grüne Band und erfassen Pflanzen, Vögel, Tagfalter und Heuschrecken. "Das sind die Indikatoren, die uns zeigen, wie es um den einmaligen Biotopverbund am Grünen Band bestellt ist und wo wir handeln müssen. Ohne Nutzung würde in kurzer Zeit fast überall dichter Wald entstehen", so Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz.
Seit Jahresbeginn verhandelt die Stiftung Naturschutz Thüringen deshalb mit Nutzern aus Land- und Forstwirtschaft, um das Grüne Band durch Nutzung offen und damit erlebbar zu erhalten. Die Stiftung ist im Besitz von 3.800 Hektar Flächen im Grünen Band (von insgesamt 6.400 Hektar im Thüringer Abschnitt des Grünen Bandes).
Thüringen ist das erste Bundesland, dem es nach zähen Verhandlungen gelang, gesamtstaatlich repräsentative Naturerbeflächen im Grünen Band vom Bund übertragen zu bekommen. Im Gegenzug will der Freistaat das Grüne Band als zeitgeschichtliches Mahnmal erhalten und naturschutzfachlich weiter entwickeln. "Der Jugend und auch den künftigen Generationen soll dieser Teil deutscher Geschichte vor Augen geführt werden, um den Wert unserer freiheitlich, demokratischen Grundordnung immer wieder bewusst zu machen", betont Minister Reinholz.
Der Freistaat konnte auch gezielt Bundesfördermittel in das Grüne Band lenken, z.B. für die bereits abgeschlossene "Bestandsaufnahme Grünes Band" und "Erlebnis Grünes Band" im Raum Thüringer Wald/ Thüringer Schiefergebirge (120 km). Seit wenigen Monaten ist das Grüne Band in zwei Naturschutzgroßprojekte einbezogen, "Eichsfeld-Werratal" und "Rodachtal - Lange Berge - Steinachtal", beide mit je 130 Kilometer Anteil. Außerdem werden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gezielt ins Grüne Band gelegt, so auch im Zuge des Ausbaus der A 38 geschehen.
Darüber hinaus unterstützte das Thüringer Umweltministerium bis jetzt über 50 Einzelmaßnahmen, angefangen bei Schülerprojekten, über Grenzwanderwege bis hin zu Beweidungsprojekten zur Erhaltung wertvoller Offenlandbiotope.
Fast 30 Prozent der Flächen des Grünen Bandes haben einen hohen Schutzstatus. Es sind 40 Naturschutzgebiete mit einem Gesamtflächenumfang von rund 8.400 Hektar ausgewiesen, davon liegen knapp 1.300 Hektar direkt im Grünen Band. Hinzu kommen 580 Hektar Natura 2000-Flächen (FFH- und Vogelschutzgebiete) und 19,3 Hektar Flächennaturdenkmale. Das Grüne Band verläuft über 114 Kilometer im Biosphärenreservat Rhön.
Auch transnationale Aktivitäten im Rahmen des Projektes "Green Belt Europe ? Schutz, Inwertsetzung und Erlebbarkeit der Landschaften entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs" unterstützte der Freistaat. Das Grüne Band Europa erstreckt sich vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer über 8.500 Kilometer. Auch an einem Folgeprojekt "Greennet" wird sich der Freistaat beteiligen. Hauptziel des Projektes ist die Schaffung und Sicherung eines ökologischen Netzwerkes im Rahmen des zentraleuropäischen Grünen Bandes als Symbol für Naturschutz, nachhaltige Entwicklung in Zentraleuropa.
Mit 763 Kilometern befindet sich über die Hälfte des rund 1.400 Kilometer langen Grünen Bandes Deutschland im Freistaat. Frühzeitig hat sich Thüringen der großen Aufgabe angenommen und bereits Mitte der 90er Jahre mit allen Beteiligten ein Leitbild entworfen: Die Natur hat Vorrang! Weitere Schwerpunkte sind die regionale Entwicklung, Nutzung der Potenziale durch Fremdenverkehr und Naherholung, Schutzgebietsausweisungen und Biotopentwicklung. Die Landnutzung wird nachhaltig, konfliktfrei und im Konsens mit den dort lebenden Menschen gestaltet.
Madlen Domaschke
Stellv. Pressesprecherin
Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Naturschutz und Umwelt
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Datum: 31.07.2010 - 07:04 Uhr
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