Leber in Gefahr: Fruchtzucker, zu viel Fett und Alkohol schädigen das Organ!
ID: 23795
Beim so genannten Colon irritabile (Reizdarm) ist es sinnvoll, in Abhängigkeit von der Stuhlfrequenz und -konsistenz Laktose zu substituieren und die Gabe von Pfefferminzöl sowie wasserlösliche Ballaststoffen (beispielsweise Mucofalk) erscheint sinnvoll. Dagegen sollten Füllstoffe gemieden werden. Viele Reizdarm-Patienten leiden unter unspezifischen Unverträglichkeitsreaktionen und bei ihnen ist eine Fehlbesiedlung des Dickdarms feststellbar. Diese sollte durch Probiotika ausgeglichen werden. Probiotika sind Milchsäurebakterien, die den Dickdarm grösstenteils lebend erreichen. Sie sind reichlich in milchsauer vergorenem Gemüse, Joghurt und Brottrunk enthalten. Bei Milchzuckerunverträglichkeit, die heute über einen H2-Atemtest diagnostiziert wird, ist die Einhaltung einer milchzuckerarmen/-freien Ernährungsweise sinnvoll. Im Markt gibt es eine Reihe von milchzuckerreduzierten Produkten, die in die diätetische Therapie einbezogen werden können. Ausserdem ist es eine Möglichkeit Laktase zu substituieren. Bei Zöliakie/Sprue wird in der Regel Hafer gut vertragen. Insgesamt ist wichtig, dass glutensensitive Patienten lebenslang - auch beim Ausbleiben einer Symptomatik auf Glutenbelastung - eine glutenfreie Ernährungsweise einhalten, um das Krebsrisiko zu minimieren.
In der Hepatologie kommt der diätetischen Therapie der Fettleber immer mehr Bedeutung zu, da diese in ihrer Auswirkung bisher unterschätzt wurde. Aktuelle Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Fruchtzucker die Ausbildung einer Fettleber unterstützen kann. Alkohol und zu viel Fett schädigen ebenfalls die Leber und führen zur Verfettung des Organs. Die Therapie einer Leberzirrhose bezieht erst dann diätetische Massnahmen ein, wenn die Zirrhose ins dekompensierte Stadium übergegangen ist. Hier ist insbesondere durch eine hyperkalorische Ernährung die Katabolie zu vermeiden. Die Proteinzufuhr muss so hoch sein, dass es nicht zur Katabolie kommt und andererseits eine hepatische Encephalopathie nicht unterhalten wird. Die Protein-Aufnahme sollte 0,5 Gramm nur kurzfristig unterschreiten und dauerhaft bei rund 1,0 Gramm pro Körperkilogramm liegen. Die Gabe von verzweigtkettigen Aminosäuren (0,25 g pro Körperkilogramm) hat sich bewährt, um die Aminosäure-Imbalance (mit zu viel aromatischen Aminosäuren - Stichwort Blut-Hirn-Schranke) auszugleichen und gleichzeitig den Ernährungsstatus zu verbessern. Verzweigtkettige Aminosäuren können als Arzneimittel substituiert werden. Das Vorliegen eines Ascites ist einige der wenigen Indikationen für die Beschränkung der Natriumzufuhr, die es heute noch gibt. Bei Leberzirrhose ist die Gabe von bestimmten Mikronährstoffen (insbesondere Zink) sinnvoll. Eine leberschonende Ernährungsweise lässt der Leber wöchentlich mindestens zwei alkoholfreie Tage! Und der Darm benötigt jeden Tag reichlich Ballaststoffe und lebende Milchsäurebakterien aus frischem Sauerkraut, probiotischem Joghurt oder Brottrunk, betonte Müller-Nothmann, der Leberpatienten abschliessend sein neues Buch "Köstlich essen für Leber und Galle" empfahl.
Patientenliteratur:
Köstlich essen für Leber und Galle, Christiane Weissenberger und Sven-David Müller-Nothmann, TRIAS Verlag, 19,95 Euro
Kalorien-Nährwert-Lexikon, Katrin Raschke und Sven-David Müller, Schlütersche Verlagsgesellschaft, 12,90 Euro
Literatur:
Beim Verfasser
Praxis der Diätetik und Ernährungsberatung, Hippokrates Verlag, 39,95 Euro
Berufspraxis für DiätassistentInnen und Diplom OecotrophologInnen, Hippokrates Verlag, 39,95 Euro
Autor:
Sven-David Müller-Nothmann
Zentrum für Ernährungskommunikation und -beratung (ZEK)
Viktoriastrasse 8
52066 Aachen
info@svendavidmueller.de
www.svendavidmueller.de
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: qualimedic
Datum: 25.10.2006 - 15:38 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 23795
Anzahl Zeichen: 0
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Sven-David Müller-Nothmann
Stadt:
Aachen
Telefon: 0177-2353525
Kategorie:
Gesundheitswesen - Medizin
Meldungsart: Unternehmensinformationen
Versandart: eMail-Versand
Freigabedatum: 25.10.2006
Diese Pressemitteilung wurde bisher 932 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Leber in Gefahr: Fruchtzucker, zu viel Fett und Alkohol schädigen das Organ!"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Zentrum für Ernährungskommunikation und -beratung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Jeder dritte Mensch in Deutschland nimmt zur Förderung der Gesundheit Vitamin-Tabletten ein, obwohl die Bedarfsdeckung durch Lebensmittel ganz einfach wäre, stellt heute Sven-David Müller-Nothmann vom Zentrum für Ernährungskommunikation und Gesundheitspublizistik (ZEK) in Köln fest. Der Autor
Ernährungsrevolution: Ratgeber Moderne Ernährungsmärchen deckt Lügen der Industrie auf ...
Ernährungslügen der Industrie decken die Autoren der zweiten Auflage des Ernährungsratgebers Moderne Ernährungsmärchen jetzt auf. Viel zu oft bestimmen die Interessen der Industrie und Lobbyisten oder das „Halbwissen“ von ausgewiesenen Nichtexperten das Ernährungsverhalten der Bevölkerung
Schloss in Braunschweig (nach)gebaut! ...
Mit einem prächtigen Festakt, dem nach Angaben der Braunschweiger Polizei 60.000 Menschen bei strahlend blauem Himmel folgten, weihte am vergangenen Sonntag die Stadt Braunschweig die wieder aufgebaute klassizistische Fassade des Braunschweiger Residenzschlosses ein. Die Feier ließ keinen Zweifel,
Weitere Mitteilungen von Zentrum für Ernährungskommunikation und -beratung
MEDICA 2006: dgnservice zeigt Anwendungsszenarien für elektronischen Heilberufsausweis ...
Auch vor der Einführung der neuen Gesundheitskarte ist der aktuelle elektronische Heilberufsausweis (Version 2.1.0.) vielseitig einsetzbar. Auf der Medizinmesse MEDICA (15.-18. November 2006 in Düsseldorf) stellt die dgnservice, Zertifizierungsdiensteanbieter für den eHBA, verschiedene Anwendungs
Nachträglicher Einbau von Badewannentüren war Neuheit der REHACARE ...
"Steigen Sie einfach ein!" - Unter diesem Motto präsentierte Magic Bad ihre Produktneuheit auf der REHACARE 2006, die am vergangenen Samstag ihre Tore schloss. Die Badewannentüre, die nachträglich in jede bestehende Badewanne eingebaut werden kann, traf auf eine gewaltige Resonanz. N
Diagnose: mangelnde Ernährungsaufklärung in Deutschland! ...
Die Diskussionen um den Ernährungszustand von Kindern und Jugendlichen in Deutschland reissen nicht ab, Unternehmen und Politiker beklagen sich über mangelnde Kenntnisse und Fähigkeiten der Nachwuchsgenerationen in Sachen Ernährung. Doch klare Lösungsansätze für eine nachhaltige Ernährung fe
Praktische Umsetzung einer rheuma-adaptierten Ernährungsweise ...
Rheumatiker brauchen täglich Fischöl, Zinkhistidin, Vitamin C und E! Aachen, 24. Oktober 2006: Grundsätzlich gehören die rheumatischen Erkrankungen mit Ausnahme der Hyperurikämie nicht zu den klassischen ernährungs(mit)bedingten Erkrankungen, erläuterte Ernährungsexperte Sven-David Mülle




