Automarkt Deutschland verliert
Der wichtigste Motor der Branchenkonjunktur ist eindeutig der chinesische Markt. Hier legte der Autoabsatz nach Aussagen des Automotive Institute der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) von Januar bis Ende Mai 2010 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um über 50 Prozent auf gut 5,8 Millionen Pkw zu.
Vom Autoboom in China profitieren auch die deutschen Hersteller. Sie exportierten bis Ende Mai weltweit rund 1,83 Millionen Fahrzeuge und damit annähernd 50 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2009. Demgegenüber sank die Zahl der Neuzulassungen in Deutschland um mehr als ein Viertel auf 1,26 Millionen Pkw. Auch die USA finden nach den dramatischen Einbrüchen des vergangenen Jahres wieder Anschluss an die führenden Automobilnationen. Für 2010 erwartet PwC einen Produktionsanstieg um gut ein Drittel auf 7,5 Millionen Pkw. Damit rangiert der Autostandort hinter China und Japan (plus 18 Prozent auf 8,96 Millionen Pkw) auf dem dritten Platz. Dieser Aufholeffekt hat allerdings seinen Preis. Schon heute agieren insbesondere US-Hersteller mit zusätzlichen Kaufanreizen, um die Nachfrage zu stimulieren.
In der Europäischen Union verlassen im laufenden Jahr voraussichtlich 15,19 Millionen Fahrzeuge die Werkhallen und damit gut 400.000 mehr als 2009. Der Fertigungsstandort Deutschland trägt 4,92 Millionen Fahrzeuge zur europäischen Branchenbilanz bei, gut 100.000 mehr als 2009. Noch dynamischer dürfte sich die Produktion in Osteuropa entwickeln, wo zahlreiche Hersteller aus der EU fertigen lassen. Hier prognostizieren die Experten einen Anstieg gegenüber 2009 um 50 Prozent auf knapp 2,7 Millionen Pkw. Für das laufende Jahr prognostiziert PwC gegenüber 2009 einen Anstieg der weltweiten Pkw-Produktion um annähernd 20 Prozent auf gut 68,7 Millionen Fahrzeuge. Damit würde das im Vorkrisenjahr 2008 erreichte Niveau von 66 Millionen Pkw übertroffen.
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Datum: 05.08.2010 - 15:47 Uhr
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