Allgemeine Schulpflicht auch in Entwicklungslaendern
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Allgemeine Schulpflicht auch in Entwicklungslaendern
Anlaesslich des Beginns des Internationalen Jahres der Jugend am 12. August 2010 erklaert die zustaendige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion Karin Roth:
Die SPD-Bundestagsfraktion fordert die Bundesregierung auf, sich in den Verhandlungen mit den Entwicklungslaendern fuer die Einfuehrung einer allgemeinen Schulpflicht einzusetzen. Dies waere ein wichtiger Beitrag zur Bekaempfung der Jugendarbeitslosigkeit und der Erreichung des Millenniumsentwicklungsziels "Grundbildung fuer alle".
Die aktuellen Zahlen zur weltweiten Jugendarbeitslosigkeit, die von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) vorgelegt wurden, machen deutlich, dass die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise noch laengst nicht ueberwunden sind und die Menschen in den Entwicklungslaendern besonders hart treffen.
Danach waren Ende 2009 rund 81 Millionen Jugendlichen zwischen
15 und 24 Jahren arbeitslos. Das sind 7,9 Millionen mehr als vor der Krise. Die Jugendarbeitslosigkeitsrate stieg damit von 11,9 Prozent auf 13 Prozent an. Die ILO geht zudem davon aus, dass die Jugendarbeitslosigkeit in diesem Jahr noch weiter steigen wird. In den Entwicklungslaendern, in denen rund 90 Prozent aller Jugendlichen leben, besteht daher die Gefahr, dass die Armut noch weiter zunehmen wird und fuer diejenigen, die noch Arbeit haben, die Arbeitszeiten und Loehne sinken werden. Die Autoren des ILO-Berichts schaetzen, dass 152 Millionen Jugendliche im Jahr 2008 trotz Beschaeftigung in extremer Armut leben und von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag leben mussten.
Um die Entwicklung in den aermsten Laendern voran zu bringen und die Armut der Menschen zu bekaempfen, muss dieser Teufelskreis durchbrochen werden. Wir muessen alles dafuer tun, den Jugendlichen in den Entwicklungslaendern eine Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben ohne Armut zu ermoeglichen. Dazu gehoert zuallererst die schulische Ausbildung.
Zehn Jahre nach der Verabschiedung der Entwicklungsziele fehlen, so die Berechnungen der Vereinten Nationen, jaehrlich 16 Milliarden US-Dollar, um das Ziel "Bildung fuer alle"
umzusetzen. Und obgleich Deutschland einen seiner entwicklungspolitischen Schwerpunkte auf Bildungsfragen legt, zeigt eine im Auftrag der Globalen Bildungskampagne erstellte Studie, dass Deutschland auch mit Blick auf das Ziel der Grundbildung fuer jedes Kind seine Finanzierungsversprechen bisher nicht erfuellt hat. Wieder einmal wird deutlich: Der Entwicklungsminister kommt den internationalen Verpflichtungen nicht nach. Bereits in diesem Jahr haette Deutschland 0,51 Prozent des Bruttonationaleinkommens fuer Entwicklungshilfe ausgeben muessen. Dieses Versprechen an die aermsten Laender der Welt wurde von Schwarz-Gelb gebrochen. Bis 2015 soll der deutsche Anteil mindestens 0,7 Prozent betragen. Auch von diesem Ziel hat sich die Koalition offensichtlich laengst verabschiedet. Es wird Zeit, dass diese Bundesregierung endlich zu ihrer Verantwortung in der Welt steht.
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Datum: 12.08.2010 - 19:47 Uhr
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