Krankenhäuser sorgen freiwillig für mehr Transparenz
ID: 24375
Seit dem Jahr 2005 sind Krankenhäuser zur Erstellung eines strukturierten Qualitätsberichtes gesetzlich verpflichtet. Nicht alle Kliniken sind von dieser Regelung betroffen. Ausnahmen bilden beispielsweise Privatkliniken, die nicht der so genannten „Versorgungspflicht“ unterliegen.
Der Aufbau eines Qualitätsberichtes ist vom Gesetzgeber festgelegt. Patienten sollen sich vor einer anstehenden Krankenhausbehandlung besser in der Krankenhauslandschaft zurechtfinden können.
Qualitätsberichte bieten Krankenhäusern die Gelegenheit, Patienten gegenüber mehr Transparenz zu schaffen. Interessant sind hierbei etwa Informationen über Art und Anzahl der am häufigsten durchgeführten Operationen. Solche Informationen können bei der persönlichen Wahl einer Klinik durchaus ausschlaggebend sein. Ein Patient, der sich etwa einer Hüftoperation unterziehen muss, wird wohl eine Klinik aufsuchen, in der diese Operation regelmäßig ausgeführt wird. Er wird in diesem Fall nur ungern ein Haus wählen, in der sich die Ärzte auf andere Operationen spezialisiert haben.
Das Gesetz verlangt von Krankenhäusern die Veröffentlichung ihrer strukturierten Qualitätsberichte im Abstand von 2 Jahren. Folglich sind im Jahr 2007 zum zweiten Mal nach 2005 strukturierte Qualitätsberichte anzufertigen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Diese gelten dann jeweils rückwirkend für das vorangegangene Berichtsjahr.
Diese neue „Entscheidungshilfe für Patienten“ ist in der Öffentlichkeit grundsätzlich auf äußerst großes Interesse gestoßen. Deswegen ist es nachvollziehbar, dass manche Krankenhäuser- auch außerhalb der gesetzlichen Vorschriften- im Jahr 2006 einen Qualitätsbericht für das Jahr 2005 freiwillig erstellt haben. Somit können sie ihre Patienten noch umfassender über die aktuellen Entwicklungen ihres Hauses informieren.
Höchstaktuell ist momentan die Frage, wie viele Krankenhäuser einen freiwilligen Qualitätsbericht erstellt haben. Eine exakte Aussage ist darüber zum momentanen Zeitpunkt noch nicht möglich, da die Veröffentlichung seitens der Krankenkassen gerade erst gestartet ist. Auf www.qualitaetsbericht.de können Patienten schon jetzt einen Teil der freiwilligen Berichte einsehen. Das Forum ermöglicht einen kostenfreien Überblick aller Kliniken und der zuletzt aktualisierten Qualitätsberichte. Bislang sind auf dieser Seite mehr als 60 dieser freiwilligen Berichte zu finden. Das sind zum jetzigen Zeitpunkt mehr als viermal so viele Berichte wie auf den offiziellen Seiten der Kassen.
Im Jahr 2007 müssen die Kliniken dann zum zweiten Mal ihrer Verpflichtung nachkommen und einen strukturierten Qualitätsbericht vorlegen. Zugunsten der Patienteninformation sind bereits jetzt die gesetzlichen Vorgaben für die Berichte angepasst worden. Zum ersten Mal sollen dann auch so genannte Qualitätsindikatoren veröffentlicht werden. Diese klinischen Messgrößen sollen dazu dienen, medizinische und pflegerische Leistungen von Kliniken darzustellen und für Patienten noch besser vergleichbar machen zu können. Ziel ist es, wirklich die Qualität der Ergebnisse einer Behandlung abzulichten. Welche genauen Merkmale aber in zukünftigen Qualitätsberichten für mehr Transparenz sorgen werden, ist noch unklar. Die Entscheidung darüber wird demnächst fallen und wohl von allen Beteiligten mit Spannung erwartet.
Kontakt:
Silke Sauerwein
Projektleiterin qualitaetsbericht.de
KSB Klinikberatung GmbH
Mittelstraße 8
45549 Sprockhövel (Wuppertal)
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Telefon: 02339 / 1241-18
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Datum: 16.11.2006 - 12:22 Uhr
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