Maibaum wird Verdrusstangerl: Attenhausen muckt auf
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Attenhausen (HMA/aha). Zwanzig Meter ragt Attenhausens Maibaum in den Himmel. Aber dieser Himmel ist voller Wolken. Denn die Attenhausener können es nicht verschmerzen, dass sie vor drei Jahren, am 1. Mai 1978, der Gemeinde Sontheim zugeschlagen wurden. „Weg von Sontheim“ ist seitdem ihre Parole, die sie bei jeder Gelegenheit verkünden und mit der sie auch Ministern augenfällig erscheinen. Der Maibaum aber ist zu einem Verrussangerl geworden, wie es wohl ganz Schwaben noch nie besaß.
Der Bürgerverein mit seinen dreihundert Mitgliedern hatte dieses einmalige Wahrzeichen gesetzt, das Protestinschriften zeigt wie jene: „Als Maibaum steh’ ich hier und klage an, die Regierung hat uns großes Unrecht getan.“ Einziges ländliches Symbol ist eine Kuh, die gerade gemolken wird. Von wem, darüber muss man die Attenhausener befragen. Inzwischen ist das Verhältnis zwischen Attenhausen und Sontheim noch gespannter geworden. Die Sontheimer empfinden den Protestbaum, über den das Fernsehen, der Rundfunk und die Presse in ganz Bayern und Deutschland berichtet haben, als Schmach.
In Attenhausen befürchtet man, dass ein Anschlag auf das Verdrussstangerl erfolgen könnte. Deshalb wird nun der Baum Tag und Nacht bewacht. Spähtrupps aus Richtung Sontheim glaubt man schon erspechtet zu haben. Inzwischen fasst Attenhausen neue Hoffnung. Entscheidungen des Verwaltungsgerichtshofes, die mit dem Erfolg von Protestgemeinden endeten, ermutigen sie. „Sollten wir wieder selbstständig werden – und wir hoffen es fest – dann unternehmen wir die größte Dorfwallfahrt die wohl Schwaben bisher gesehen hat, versprechen die Mitglieder des Bürgervereins, der mit Löwenmut für ein „freies Attenhausen“ kämpft.
An Erbitterungen fehlt es indessen nicht: Unbekannte haben das Ortsschild „Attenhausen“ in „Affenhausen“ umgewandelt, während Sontheimer sich ärgern, dass auf der Ortstafel der Zusatz „Gemeinde Sontheim“ überpinselt wurde.
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Datum: 18.11.2006 - 20:33 Uhr
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