DIW-Konjunkturbarometer August 2010: Aufschwung verliert an Dynamik
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DIW-Konjunkturbarometer August 2010: Aufschwung verliert an Dynamik
Der konjunkturelle Aufschwung setzt sich im Herbst fort. Dabei bleiben die Zuwachsraten deutlich über den längerfristigen Durchschnittswerten. Allerdings wird die Erholung etwas an Kraft verlieren. So signalisiert das DIW-Konjunkturbarometer für das dritte Quartal 2010 einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,9 Prozent. "Die Konjunktur bleibt eindeutig aufwärts gerichtet", so DIW Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner. "Es besteht jedoch kein Anlass, die aktuellen Wachstumserfolge durch Steuersenkungen zu verfrühstücken."
Die Zuwachsrate des saison- und preisbereinigten Bruttoinlandsproduktes von 0.9 Prozent bleibt im Herbst deutlich über ihrem längerfristigen Durchschnitt. Im Vergleich zum Sommer verliert die Erholung aber etwas an Fahrt. Die Sondereffekte, die die Konjunktur zuletzt auf Rekordstände getrieben haben, lassen im Herbst allmählich nach. Durch die konjunkturelle Abschwächung in vielen Ländern - insbesondere in den USA, aber auch in China - wird die Exporttätigkeit etwas weniger dynamisch verlaufen. Auch die winterbedingten Nachholeffekte in der Bauwirtschaft sind inzwischen weitgehend abgearbeitet. Dagegen dürfte der Konsum der privaten Haushalte wie schon zuletzt das Wachs-tum stützen. "Dazu trägt insbesondere die robuste Entwicklung am Arbeitsmarkt bei, die die Arbeitsplatzsicherheit erhöht", so DIW Konjunkturexperte Vladimir Kuzin.
"Die Regierung sollte das hohe Wachstum jetzt zu einer forcierten Konsolidierung der Staatshaushalte nutzen", so Fichtner. Steuersenkungen würden nur Strohfeuereffekte auslösen, das strukturelle Defizit weiter erhöhen und die spätere Konsolidierung erschweren. Stattdessen kommt es darauf an, Unternehmen und Haushalte von der Nachhaltigkeit des finanzpolitischen Kurses zu überzeugen. "Dadurch werden neue Wachstumsimpulse gesetzt", so Fichtner.
DIW-Präsident Klaus F. Zimmermann hat unterdessen angesichts der guten konjunkturellen Entwicklung von der Wirtschaft und der Politik mehr gemeinsame Anstrengungen bei der Gewinnung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland gefordert. "Deutschland muss innerhalb der Europäischen Union zum Motor werden für ein modernes Beschäftigungskonzept ohne überflüssige bürokratische Hemmnisse und nach den Bedingungen der Arbeitsmärkte. Dies würde auch die Wirtschaft flexibler auf konjunkturelle Schwankungen reagieren lassen", sagte Zimmermann. "Wir sind derzeit besonders dringend auf qualifizierte Einwanderer angewiesen, denn ohne Zuwanderung könnte der Wirtschaftsaufschwung schon bald wieder vorbei sein. Auch langfristig ist Wachstum und Wohlstand nicht ohne qualifizierte Zuwanderung zu sichern."
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Datum: 30.08.2010 - 14:16 Uhr
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