BUND-Recherche: Deutsche Handelsketten verstoßen gegen Auskunftsrecht und informieren Kunden unzure

BUND-Recherche: Deutsche Handelsketten verstoßen gegen Auskunftsrecht und informieren Kunden unzureichend über Schadstoffe in ihren Produkten

ID: 256555

BUND-Recherche: Deutsche Handelsketten verstoßen gegen Auskunftsrecht und informieren Kunden unzureichend über Schadstoffe in ihren Produkten



(pressrelations) - Berlin: Nach Recherchen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) verstoßen zahlreiche große deutsche Handelsketten gegen die europäische Chemikalienverordnung REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien). Laut der Verordnung sind Händler verpflichtet, Verbrauchern auf Anfrage in einem Produkt enthaltene Schadstoffe zu nennen. Der BUND stellte entsprechende Anfragen bei 24 bekannten Handelsketten und ließ die Produkte zugleich von einem Labor prüfen. Acht Unternehmen gaben meldepflichtige Schadstoffe nicht wahrheitsgemäß an, darunter Neckermann, Medimax sowie die Drogeriemarktketten dm und Rossmann. Neun weitere Händler reagierten auf entsprechende Anfragen gar nicht, machten unzulängliche Angaben oder antworteten erst nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist von 45 Tagen. Lediglich sieben der 24 angefragten Unternehmen kamen ihren gesetzlichen Pflichten korrekt nach.

Jurek Vengels, BUND-Experte für Chemikalienpolitik: "Es ist inakzeptabel, dass sehr viele Händler nicht pflichtgemäß über Schadstoffe in ihren Waren informieren. Damit verstoßen sie gegen die im europäischen Recht festgelegten Auskunftsrechte der Verbraucher. Unsere Recherche belegt aber auch, dass Schadstoffe in Alltagsprodukten immer noch weit verbreitet sind. Die Händler müssen solche Artikel unverzüglich durch schadstofffreie Produkte ersetzen."

In 14 der getesteten Artikel fand das Labor Weichmacher (Phthalate) und in zweien bromierte Flammschutzmittel. Die gefundenen Weichmacher gelten als schädlich für die Fortpflanzungsfähigkeit. Die giftigen Flammschutzmittel bzw. deren Abbauprodukte reichern sich im Organismus und der Umwelt an. Fünf Produkte, darunter ein Massageschwamm von dm und eine Federmappe für Schulkinder der Handelskette Jako-o, enthielten gleich mehrere Schadstoffe. Am höchsten belastet waren Regenstiefel, die beim Versandhaus Schwab gekauft worden waren. Diese bestanden zu mehr als 36 Prozent aus dem Weichmacher DEHP (Diethylhexylphthalat).



Martin Führ, Professor für Öffentliches Recht an der Hochschule Darmstadt und Mitglied des Verwaltungsrats der Europäischen Chemikalienagentur ECHA: "Das europäische Chemikalienrecht garantiert Verbraucherinnen und Verbrauchern ein Auskunftsrecht, damit sie die Chance haben, bewusste Kaufentscheidungen zu treffen. Verbraucher sollten diese Möglichkeit nutzen, um dem Handel zu signalisieren, dass sie keine Produkte mit problematischen Stoffen kaufen wollen. Dadurch steigt der Druck auf Hersteller und Händler, belastete Ware auszulisten."

Ein Hintergrundpapier mit den vollständigen Testergebnissen finden Sie im Internet unter: http://www.bund.net/fileadmin/bundnet/publikationen/chemie/20100913_chemie_hintergrund_reach.pdf

Weitere Informationen und ein Musterbrief für Verbraucheranfragen nach Schadstoffen unter www.bund.net/gift-stoppen


Pressekontakt: Jurek Vengels, BUND-Experte für Chemikalienpolitik, Tel. 030/27586-422, Mobil: 0151-10727282 bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin, Tel. 030-27586-464/-425, Mobil: 0157-71 335796, Fax: -440; presse@bund.netUnternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Agrartechnikervereinigung EurAgEng: Ehrung für deutschen Wissenschaftler NABU für bundesweite Einführung der Wertstofftonne
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 13.09.2010 - 13:46 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 256555
Anzahl Zeichen: 3619

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 293 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"BUND-Recherche: Deutsche Handelsketten verstoßen gegen Auskunftsrecht und informieren Kunden unzureichend über Schadstoffe in ihren Produkten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Landwirtschaftlicher Antibiotika-Einsatz nach wie vor zu hoch. Reserveantibiotika dürfen in der Tierhaltung nicht länger zur Anwendung kommen ...
Bei der gestern Abend vom Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium und dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin durchgeführten Veranstaltung mit dem Titel "Wundermittel Antibiotika - ihr Einsatz im Tierstall und die Folgen für Mensch und Tier" hat der BUND-V

Deutschland muss im Pariser Klimavertrag 100 Prozent erneuerbare Energien und ausreichend Unterstützung für arme Länder veran ...
Berlin/Bonn: Konsequenteren Klimaschutz und ausreichende Unterstützung für die vom Klimawandel betroffenen ärmeren Länder fordern der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Greenpeace sowie Oxfam im Vorfeld des am Montag in Bonn startenden letzten Vorbereitungstreffens zur Pariser

Gemeinsame Pressemitteilung von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), DEEPWAVE, Deutsche Umwelthilfe (DUH), Greenpeace, NABU, .... ...
Regierung muss beim Schutz der Meere nachbessern - Verbände kritisieren Maßnahmenplan und legen Schattenliste vor Mit scharfer Kritik reagieren acht deutsche Umweltverbände auf die aktuellen Meeresschutzpläne von Bund und Ländern. "Der vorliegende Entwurf enttäuscht. In dieser Form w


Weitere Mitteilungen von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)


NABU für bundesweite Einführung der Wertstofftonne ...
: Bürger können für mehr Recycling stimmen - E-Petition gestartet Berlin - Momentan landen in Deutschland wertvolle Ressourcen in der Müllverbrennung und gehen somit endgültig verloren. Unter dem Motto "Verwerten statt Verbrennen" fordert der NABU die Einführung einer Wertstoffmü

Agrartechnikervereinigung EurAgEng: Ehrung für deutschen Wissenschaftler ...
Vom 6. bis 8. September 2010 veranstaltete die Europäische Gesellschaft der Agrartechniker (EurAgEng) gemeinsam mit der nationalen Partnerorganisation im französischen Clermont-Ferrand die Internationale Konferenz AgEng 2010. Auf einem Gala-Dinner am 07. September ehrte die EurAgEng Prof.Dr.agr.D

Damit Offshore-Windparks kein Schlag ins Wasser werden ...
Die Errichtung von Offshore-Windparks oder die Beteiligung an Offshore-Projekten ist nach wie vor ein wichtiges Thema der Energiebranche. Eine erfolgreiche Projektentwicklung setzt jedoch umfangreiche Kenntnisse auf sehr unterschiedlichen Gebieten voraus. Dazu gehört rechtliches, anlagentechnische

BeachTech und das Öl: Dank gereinigter Strände zurück zur Normalität ...
Anfang Juli landeten unsere Fahrzeuge per Luftfracht am Golf von Mexiko. Kurz zuvor war es zu den ersten größeren Ölverschmutzungen an den Stränden der Region gekommen. Seither arbeiten unsere BeachTechs Nacht für Nacht im Kampf gegen die Ölkatastrophe. Die von BP beauftragten Dienstleistungsu


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z