Patientensicherheit darf vom Gesetzgeber nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden
ID: 264766
Patientensicherheit darf vom Gesetzgeber nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden
"Wir halten die bisher im AMNOG-Entwurf vorgesehene Regelung für unverantwortlich, dass bei wirkstoffgleichen Arzneimitteln lediglich eine Indikation übereinstimmen muss, damit die vom Arzt verordneten Präparate gegen andere ausgetauscht werden dürfen, für die die Krankenkasse einen Rabattvertrag abgeschlossen hat", so der Präsident der DGbV, Dr. John N. Weatherly in Berlin. Patienten werden Medikamenten nicht vertrauen, bei denen statt Ihrer Krankheit andere Indikationen in der Packungsbeilage aufgeführt sind. Das kann dazu führen, dass lebensnotwendige Arzneimittel nicht eingenommen und schwerwiegende Folgeschäden riskiert werden. Kaum auszudenken ist, wenn aufgrund dieses Austauschs einem Patienten ein körperlicher Schaden zugefügt wird. Außerdem sei die Haftungsfrage absolut offen.
Bereits heute nehmen Patienten mit einer chronischen Erkrankung, denen für einen längeren Zeitraum Medikamente verschrieben wurden, diese Medikamente nach einiger Zeit nicht mehr ein. Rund 20% bis 40% aller Patienten mit einer längerfristigen Arzneimittel-Verordnung, so schätzt man, setzen das Medikament vorzeitig ab. Diese Therapieabbrüche gefährden in vielen Fällen nicht nur den Behandlungserfolg. Vielmehr werden damit Milliardensummen im Gesundheitswesen völlig unsinnig verschwendet. Die jährlichen direkten Kosten mangelnder Therapietreue (Non-Compliance) werden in Deutschland auf über 5-10 Milliarden Euro geschätzt. Man nimmt an, dass zusätzlich noch einmal Folgekosten in derselben Höhe entstehen, unter anderem durch eine Chronifizierung von Krankheitssymptomen.
Die Arzneimittelexperten der DGbV, der Mediziner Professor Dr.Dr.Dr. Dieter Adam, München, und Dr. Ulrich Krötsch, München, bisheriger Präsident der Bundesapothekerkammer und der Bayerischen Landesapothekerkammer, schließen sich der Forderung des Bundesrates und weiterer Experten an. Auch sie fordern, dass im Rahmen von Rabattverträgen die ursprünglich verordneten Arzneimittel nur noch durch solche wirkstoffgleichen Präparate in der Apotheke ersetzt werden dürfen, die für alle diejenigen Krankheitsbilder zugelassen sind, bei denen auch die vom Arzt verschriebenen Medikamente eingesetzt werden sollen.
Die DGbV fordert den Gesetzgeber auf, sich nicht über einen solchen sinnvollen Vorschlag hinwegzusetzen und seine Verantwortung für die Patientensicherheit ernst zu nehmen. Schließlich sind eine bessere Patientencompliance und ein gutes Versorgungsmanagement mit den richtigen Medikamenten der beste Garant für eine effiziente Krankenbehandlung, die nicht durch kontraproduktive Rabattvertragsregelungen behindert werden sollte.
Die Deutsche Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement e.V. (DGbV) begleitet und entwickelt Konzepte für Verbesserungen des Versorgungsmanagements im deutschen Gesundheitswesen unter Berücksichtigung der Komplexität des gesamten Systems und der wichtigen Rolle der Bürger, also der Versicherten und Patienten. Die DGbV ist unabhängig, fachübergreifend und gemeinnützig.
Weitere Informationen:
DGbV-Pressestelle, c/o AGS Medizin-Kommunikation
Jürgen Bause
Panoramastrasse 38
89608 Griesingen
Telefon: 07391 7773819
Telefax: 07391 71819
presse@dgbv-online.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 27.09.2010 - 16:16 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 264766
Anzahl Zeichen: 3821
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 489 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Patientensicherheit darf vom Gesetzgeber nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
DGbV (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von DGbV
t-online.de Shop als bester Online-Shop bei testsieger.de ausgezeichnet ...
27.09.2010 Der Online-Shop der Deutschen Telekom AG www.t-online.de/shop erzielt in der Studie "Haushaltsgeräte-Shop 2010" des Portals testsieger.de die Gesamtbestnote 1,9 und bestätigt mit der Auszeichnung "Testsieger" die Spitzenreiterposition unter den namhaften E-Commerc
Innovation trifft Tradition ...
SIKA der Spezialist in Sachen Durchflussmesstechnik nimmt auch in diesem Jahr vom 13. bis 15. Oktober an der Messe Chillventa, Halle 1 / Stand 635, in Nürnberg teil. Mit seinem umfassenden Produktsortiment beweist der Messtechnikhersteller einmal mehr, dass er der Profi in Sachen Durchflussmesstec
ROFIN auf der AMB 2010 ...
ROFIN, weltweit führender Hersteller von Lasersystemen zur Materialbe-arbeitung, legt beim diesjährigen Auftritt bei der AMB den Schwerpunkt auf integrierte Lasersysteme zum manuellen und CNC-Schweißen, Faserlaser und die automatisierte Laserbeschriftung. Integral mit überarbeitetem 200
RWE und AVIA kooperieren beim Aufbau intelligenter Ladeinfrastruktur und Bezahlsysteme ...
40 Ladepunkte an 20 Tankstellen der AVIA im Bundesgebiet AVIA, weitest verbreitete konzernunabhängige Mineralölmarke in Europa, und die RWE Effizienz GmbH aus Dortmund installieren bis zu 40 Ladepunkte an ausgesuchten AVIA-Tankstellen in ganz Deutschland. Dem AVIA-Slogan folgend, &qu




