Laengere Verjaehrungsfristen helfen den Opfern

Laengere Verjaehrungsfristen helfen den Opfern

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Laengere Verjaehrungsfristen helfen den Opfern



(pressrelations) -
SPD-Fraktion wird Gruppengesetzentwurf einbringen Anlaesslich der morgigen Sitzung des Runden Tisches "Sexueller Kindesmissbrauch" der Bundesregierung erklaeren die stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Olaf Scholz und Dagmar Ziegler:

Der Runde Tisch "Sexueller Kindesmissbrauch" hat seine wichtige Arbeit bereits vor vielen Monaten aufgenommen. Es wird jetzt Zeit, im Interesse der Betroffenen schnell zu handeln und erste Konsequenzen zu ziehen.

Deshalb machen wir uns dafuer stark, die Verjaehrungsfristen bei sexuellem Missbrauch zu verlaengern. Wir werden in den kommenden Wochen einen Gruppengesetzentwurf in den Deutschen Bundestag einbringen, fuer den wir in allen Fraktionen um Zustimmung werben.

Wird eine Jugendliche oder ein Jugendlicher Opfer eines sexuellen Missbrauchs, betraegt die strafrechtliche Verjaehrungsfrist nur fuenf Jahre nach Vollendung des 18.

Lebensjahres. Schon wenn das Opfer 23 Jahre alt wird, gibt es keine Moeglichkeit mehr fuer eine strafrechtliche Verfolgung.

Auch bei Kindern faellt die Verjaehrungsfrist mit 10 Jahren nach Vollendung des 18. Lebensjahres verhaeltnismaessig kurz aus. Bei der zivilrechtlichen Verjaehrung sieht es nicht besser aus, sie betraegt sogar nur drei Jahre ab dem 21. Lebensjahr.

Diese kurzen Verjaehrungsfristen werden den Opfern nicht gerecht und verlangen nach einer Korrektur durch den Gesetzgeber. Denn viele Betroffene sind erst Jahrzehnte nach dem Missbrauch in der Lage, ihr Leiden und ihr Martyrium zur Sprache zu bringen. Zu gross sind seelische Verletzungen und Traumatisierung. Mit verlaengerten Verjaehrungsfristen setzen wir angesichts der grossen Schwierigkeiten, das Schweigen zu durchbrechen, ein klares Zeichen der gesellschaftlichen Aechtung sexuellen Missbrauchs und der Solidaritaet mit den Opfern. Wir sind zuversichtlich, dass unsere Initiative auf breite Unterstuetzung durch die Mitglieder des Deutschen Bundestages stossen wird.




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Datum: 29.09.2010 - 18:46 Uhr
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