Abwasserverbot für Ostsee beschlossen
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Abwasserverbot für Ostsee beschlossen
Aufatmen an der Ostsee: Kreuzfahrtschiffe und Fähren dürfen ab 2013 keine unzureichend gereinigten Abwässer mehr in die Ostsee einleiten. Dies beschloss die IMO (International Maritime Organisation) während der Sitzung des Umweltkommitees letzten Freitag in London und gab damit dem Antrag der Ostseeanrainerstaaten statt. Der WWF wertet die Entscheidung als einen Meilenstein für den Ostseeschutz und pocht auf Schaffung der nötigen Voraussetzungen in den Häfen. Seit 2007 hatte die Umweltschutzorganisation sich bei den Regierungen der Anrainerstaaten und der Kreuzfahrtindustrie für einen Bann ungeklärter Abwässer stark gemacht.
Für Schiffsneubauten tritt das Verbot ab 2013 in Kraft; ab 2018 gilt es ostseeweit für alle Passagierschiffe, wenn geeignete Entsorgungsanlagen in den Häfen verfügbar sind. Gleichzeitig werden erstmals Grenzwerte für Nitrat- und Phosphoreinleitungen aus Schiffskläranlagen festgelegt.
"Das Einleiteverbot beendet endlich das "Schwarzer-Peter-Spiel" von Kreuzfahrtindustrie und Hafenbetreibern. Dies ist ein klares Signal, dass nun die Hafenstädte in der Pflicht sind, ihre Passagierhäfen an leistungsfähige Kläranlagen anzuschließen", sagt Jochen Lamp, Leiter des WWF-Ostseebüros. Dies gelte auch für den Rostocker Hafen, der derzeit noch nicht über solche Anlagen verfügt.
80 Millionen Passagiere bereisen jedes Jahr die Ostsee auf Kreuzfahrtschiffen und Passagierfähren. 350 Kreuzfahrten mit 2.100 Hafenbesuchen finden hier jeden Sommer statt. Ein Viertel aller an Bord produzierten Abwässer entsteht auf internationalen Kreuzfahrtschiffen und wird zum Großteil in die Ostsee entsorgt, ohne dass darin enthaltene Nährstoffe entfernt werden. Nach WWF Angaben gelangen durch bis zu 100 Millionen Klospülungen und Schmutzwasser aus Passagierschiffen jährlich schätzungsweise 340 Tonnen Stickstoff und 112 Tonnen Phosphor ins Meerwasser und beschleunigen die Überdüngung der Ostsee. In der Folge bilden sich Algenteppiche und sauerstoffarme Todeszonen am Meeresboden, so dass biologischer und wirtschaftlicher Schaden für die Meeresumwelt und Küstengebiete entsteht. Zusätzlich zu den Nährstoffen sind im den ungeklärten Abwässern auch Bakterien, Viren und Schwermetalle enthalten.
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Datum: 04.10.2010 - 15:16 Uhr
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