Debatte: 60 Jahre Soziale Marktwirtschaft

Debatte: 60 Jahre Soziale Marktwirtschaft

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Deutschland bietet mittlerweile eine Firewall gegen alle Risiken



(firmenpresse) - Von Ansgar Lange

Bonn/Neuss/Potsdam – Soziale Marktwirtschaft – Das klingt nach Wirtschaftswunder, VW-Käfer und Italien-Urlaub und riecht nach Persil und Bohnenkaffee. Mit diesen plastischen Worten beschreibt Claus Hecking in der Financial Times Deutschland (FTD) http://www.ftd.de, wie ein Mythos vor sechzig Jahren in einer westfälischen Klosterzelle geboren wurde. Der Ökonom Alfred Müller-Armack gilt als Schöpfer der Sozialen Marktwirtschaft, doch sein Name ist heute weitgehend vergessen, sein geistiges Erbe ist staatlicherseits verschleudert worden. Heute hält gut die Hälfte des deutschen Volkes das hiesige Wirtschaftssystem für sozial ungerecht. Doch waren die Startchancen damals anders? In der Nachkriegszeit lag die Idee des Liberalismus am Boden. Der Sozialismus beflügelte die Fantasie der Menschen und Politiker, wie unterschiedlich die Vorstellung davon auch sein mochten.

Dass wir es heute mit einer Perversion der ursprünglichen Idee zu tun haben, erkannte Müller-Armack noch zu Lebzeiten. Er warnte vor einem „Gefälligkeitsstaat“ – und die Realität gab ihm Recht: Bis Mitte der 70er Jahre schoss die Staatsquote von 32 auf 50 Prozent. Der Verfasser von „Wirtschafslenkung und Marktwirtschaft“ gab resigniert zu Protokoll, dass sich der demokratische Sozialismus in der Bundesrepublik immer stärker ausbreite. Als antimarktwirtschaftliche Elemente definierte Müller-Armack die paritätische Mitbestimmung, Forderungen nach einer Kontrolle multinationaler Unternehmungen sowie die „Verteufelung des Gewinns ohne Einsicht in dessen ökonomische Funktion“, so Hecking, der noch eine schöne Schlusspointe setzt: „Als Alfred Müller-Armack am 16. März 1978 stirbt, nimmt die Öffentlichkeit davon kaum Notiz. Denn in jenen Tagen erscheinen keine Zeitungen: Die IG Druck streikt gerade. Für mehr soziale Absicherung.“

Wolfgang Münchau, Kolumnist der FTD und Leiter des Wirtschaftsinformationsdienstes eurointelligence.com http://www.eurointelligence.com, unterscheidet zwei Formen der sozialen Marktwirtschaft. Schreibe man das s groß, so sei ein korporativistisches Wirtschaftssystem „mit seinen Sparkassen und seinen Landesbanken, seinen Unternehmerverbänden, seiner Tarifautonomie und seinen vielen Akteuren, die in das Wirtschaftsleben eingreifen“, gemeint. Schreibe man das s klein, so sei ein hoher Grad der Umverteilung von oben nach unten gemeint. Diese Unterscheidung mag etwas spitzfindig klingen, entscheidender ist folgende These Münchaus. Die Freunde der deutschen Sozialen Marktwirtschaft witterten Morgenluft, da das Land seit ein paar Quartalen wieder halbwegs gut wachse, während die amerikanische Wirtschaft an Dynamik verliere: „Das Zeitalter der angelsächsischen Dominanz geht dem Ende entgegen.“



„Wenn es zu einem Wechsel zu den Demokraten im Weißen Haus kommen sollte, dann würde ich auf jeden Fall darauf wetten, dass in den USA nicht nur die neokonservative Ideologie ihren Zenit überschritten hat, sondern auch die neoliberale. Ich würde jedenfalls erwarten, dass die USA endlich ihr Gesundheitssystem sozialer ausrichten und sich insgesamt umfangreichere Sozialsystem leisten“, schreibt der Autor des 2006 erschienenen Buches „Das Ende der Sozialen Marktwirtschaft“. Doch das heiße nicht, dass sich die Vereinigten Staaten auf Deutschland zubewegen. Die Institution des DGB-Vorsitzenden werde auch in Zukunft ein deutsches Unikum bleiben, „genauso wie unsere öffentlich-rechtlichen Quasibeamten im deutschen Bankensystem, im Fernsehen und vielen anderen Bereichen unseres Gemeinwesens“.

Skeptische Töne schlägt Michael Müller, Geschäftsführer der auf IT-Dienstleistungen spezialisierten a&o-Gruppe http://www.ao-services.de und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de an. „Es war kein gutes Zeichen, dass beim 60-jährigen Jubiläum der Sozialen Marktwirtschaft mit Friedrich Merz einer der letzten ausgewiesenen Ordnungspolitiker in der Union seinen baldigen Rückzug aus der Politik angekündigt hat. Man muss weiß Gott nicht mit jedem Satz des sauerländischen Polemikers und Provokateurs einverstanden gewesen sein. Doch meiner Meinung nach brauchen wir Leute wie Merz dringend als Korrektiv, da sich die beiden großen Parteien in ihrer Staatsfixiertheit und Marktskepsis kaum noch voneinander unterscheiden. Leider glauben viele Bürger, unser Wirtschaftssystem sei schuld daran, dass immer noch viele Menschen auf der Straße stehen und keine Arbeit finden. In Wahrheit hat der staatliche Einfluss der Wirtschaft in den vergangenen Jahren die Luft zum Atmen genommen.“

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Datum: 23.02.2007 - 13:17 Uhr
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