Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnet Ausstellung 'Ernst Jünger. Arbeiter am Abgrund'
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Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnet Ausstellung "Ernst Jünger. Arbeiter am Abgrund"
"Im ?Pantheon der deutschen Literatur? eröffnen wir eine Ausstellung, die einem Jahrhundertautor gewidmet ist. Ernst Jünger war Beobachter und Chronist gigantischer Katastrophen, Umbrüche und Vernichtungen - und er war auch immer wieder unmittelbar in sie involviert. Er hat sie einerseits mit glasklarer Schärfe wahrgenommen und mit großer sprachlicher Präzision beschrieben. Andererseits sind gerade seine Kriegstagebücher "In Stahlgewittern" und "Strahlungen" bis heute Gegenstand kontroverser Diskussionen und umstritten wie wenige Werke des 20. Jahrhunderts.
Dass nun diese Ausstellung eröffnet werden kann, die fast ohne Leihgaben auskommt, verdankt sich dem Umstand, dass Jünger in seinem 99. Lebensjahr einen Vertrag mit dem Deutschen Literaturarchiv über seinen Vorlass schloss. Von 1994 bis 1997 kam dieser ins Deutsche Literaturarchiv und - wie in vielen anderen Fällen - beteiligte sich der Bund auch an diesem Erwerb mit einem hohen Anteil."
Staatsminister Bernd Neumann, der im Deutschen Literaturarchiv auch die kürzlich erworbenen Bestände des Inselarchivs besichtigen wird, erklärte weiter: "Mit den kulturhistorisch bedeutenden Archiven des Suhrkamp- und des Inselverlages baut das Deutsche Literaturarchiv seinen nationalen und internationalen Rang weiter aus. An dem Erwerb des Archivs des Inselverlags hat sich der Bund mit 1 Mio. Euro beteiligt."
"Im Deutschen Literaturarchiv in Marbach befinden sich herausragende Originalzeugnisse und Dokumente, die auch künftigen Generationen einen Zugang zum großen literarischen Erbe unserer Kulturnation ermöglichen", betont der Kulturstaatsminister. "Sie werden für die Forschung erhalten, in den Kontext mit anderen Quellen gestellt und mittlerweile auch im großen Stil digitalisiert. Das Deutsche Literaturarchiv ist eine der Institutionen, die bereits jetzt digitale Kopien für die Deutsche Digitale Bibliothek zur Verfügung stellt."
In der Ernst Jünger-Ausstellung im Literaturmuseum der Moderne werden bis 27.
März 2011 rund 600 Exponate gezeigt, von denen ein Großteil bislang weder ausgestellt noch publiziert waren. Kernstück der ersten großen Ernst Jünger-Retrospektive bilden 280 Tagebücher, die der Schriftsteller und Philosoph im Laufe seines Lebens (1895-1998) verfasst hat.
Trägerin des Literaturmuseums der Moderne, des Deutschen Literaturarchivs (DLA) sowie des Schiller-Nationalmuseums ist die Deutsche Schillergesellschaft e.V. in Marbach. Aus dem Haushalt des Kulturstaatsministers wird die Deutsche Schillergesellschaft derzeit gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg jeweils mit rund 3,8 Mio. Euro pro Jahr gefördert. Auch aus dem Konjunkturpaket II des Bundes stehen für das DLA 0,5 Mio. Euro für Baumaßnahmen zur Verfügung.
Weitere Informationen unter www.dla-marbach.de
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Datum: 05.11.2010 - 20:15 Uhr
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