Bessere Patienteninformation über verschreibungspflichtige Arzneimittel / Strenges Werbeverbot für Medikamente bleibt bestehen
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Bessere Patienteninformation über verschreibungspflichtige Arzneimittel / Strenges Werbeverbot für Medikamente bleibt bestehen
Hintergrund ist der von der Kommission vorgelegte Vorschlag für eine bessere Patienteninformation, über den das Europäische Parlament Ende November in erster Lesung abstimmen wird. Der Kommissionsvorschlag war in der Vergangenheit heftig kritisiert worden, da befürchtet wurde, der Industrie würde Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel "durch die Hintertür" erlaubt. "Durch die gute Zusammenarbeit zwischen Parlament, Ärzten und Patienten konnten viele gute Ideen entwickelt werden, die sich mittlerweile im Vorschlag wiederfinden", betonte Weisgerber.
Weisgerber und Liese plädierten deshalb für neutrale und unabhängige Informationsquellen. Kernstück soll nach dem Wunsch der Europaabgeordneten die Einführung nationaler Gesundheitsportale im Internet sein. Schweden sei hier Vorbild: Dort gebe es bereits eine beliebte und gut besuchte Internetseite, die Informationen über viele Krankheitsbilder und Arzneimittel anbietet. "Auch die anderen Mitgliedstaaten sollten solche Gesundheitsportale einrichten", regte Weisgerber an. Langfristiges Ziel sei die Entwicklung einer Gesundheitsplattform, die auch Informationen über Krankheiten, Behandlungsmethoden und Prävention enthält. Da aber nicht alle Patienten mit dem Internet vertraut sind, sollten die gleichen Informationen auch in gedruckter Form vorliegen.
"In vielen Mitgliedstaaten der EU darf nicht einmal der Beipackzettel ins Internet gestellt werden." Weisgerber begrüßte deshalb, dass im Rahmen des Pharmapakets bereits die verpflichtende Einrichtung von Arzneimittelsicherheitsportalen beschlossen wurde, auf denen Beipackzettel sowie weiterführende Informationen über klinische Studien veröffentlicht werden sollen.
"Um Patienten gezielt über erwünschte und unerwünschte Arzneimittelwirkungen aufzuklären, haben wir vorgeschlagen, den Beipackzettel um eine sogenannte "Drug Facts Box" zu erweitern", erklärte Anja Weisgerber. Peter Liese wies in diesem Zusammenhang auf positive Erfahrungen in den Vereinigten Staaten hin: "In den USA hat man mit Werbung für verschreibungspflichtige Arzneimitteln negative Erfahrungen, da dort oft die teuren und nebenwirkungsreichen Medikamente verschrieben werden. Dagegen gibt es mit der Arzneimittelfaktenbox sehr gute Erfahrungen", so Liese abschließend.
Weitere Informationen:
Büro Dr. Peter Liese; Tel.: +32228 47981; E-Mail. peter.liese@europarl.europa.eu
Büro Dr. Anja Weisgerber; Tel.: +32228 47337; E-Mail: anja.weisgerber@europarl.europa.eu
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Datum: 17.11.2010 - 23:15 Uhr
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