Mit Mehrweg aktiv Abfälle vermeiden

Mit Mehrweg aktiv Abfälle vermeiden

ID: 304172
(ots) - Mehrweggetränkeflaschen tragen aktiv zu
Abfallvermeidung und Klimaschutz bei - Informationskampagne "Mehrweg
ist Klimaschutz" fördert erfolgreich umweltbewussten Getränkeeinkauf
- Über 5.000 teilnehmende Getränkehändler - Allianz aus
Umweltverbänden, Brauereien und Getränkefachhandel fordert von
Bundesregierung konsequenteren Mehrwegschutz -
Kennzeichnungsverordnung ist seit Monaten überfällig

Mehrwegflaschen schonen natürliche Ressourcen, vermeiden
Verpackungsmüll und tragen wesentlich zum Klimaschutz bei.
Mehrwegflaschen aus Glas werden bis zu 60 Mal wiederbefüllt, bevor
sie recycelt werden. Jede Wiederbefüllung einer Mehrwegflasche
ersetzt die Produktion einer neuen Flasche. "Mit der Entscheidung für
Mehrweggetränke, vor allem von regionalen Abfüllern, trifft der Kunde
an der Ladenkasse eine klare Entscheidung für Klimaschutz,
Abfallvermeidung und unvermüllte Landschaften. Doch gleichzeitig wird
es immer schwerer, Einweg- von Mehrwegflaschen zu unterscheiden. Wir
brauchen endlich einen funktionsfähigen Umweltminister, der die im
Koalitionsbeschluss enthaltene Kennzeichnungsverordnung auch umsetzt"
sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe
e.V. (DUH). So ersetzt ein einziger Mineralwasserkasten mit zwölf
Mehrwegglasflaschen (0,75 l), die durchschnittlich 53 Mal
wiederbefüllt werden, ganze 480 PET-Einwegflaschen (1,0 l).

Um Verbrauchern die Möglichkeit einer selbstbestimmten
Kaufentscheidung für umweltfreundliche Mehrwegflaschen zu
ermöglichen, führte die Mehrwegallianz, bestehend aus der DUH, der
Stiftung Initiative Mehrweg und Verbänden der Getränkewirtschaft, im
Mai 2010 die Verbraucherinformationskampagne "Mehrweg ist
Klimaschutz" fort. Die Kampagne ist die in Deutschlands bislang
größte und erfolgreichste Informationskampagne im Getränkefachhandel.


Mit Informationsbroschüren und Plakaten werden Verbraucherinnen und
Verbraucher über die umwelt- und klimaschonenden Eigenschaften von
Mehrwegflaschen informiert. Insgesamt nahmen über 5.000 Partner an
der Informationskampagne teil und verteilten mehr als eine halbe
Million Flyer. "Die Umsetzungen der Kampagne 'Mehrweg ist
Klimaschutz' in Anzeigen, Kundenmagazinen, Verkaufsaktionen und sogar
auf Fahnen, Transparenten und als Lackierung auf Fahrzeugen zeigen
das große Engagement und die Identifikation des Getränkehandels mit
dem Klimaschutz" sagte Günther Guder, Geschäftsführender Vorstand des
Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels.

"Mehrweg in regionalen Wirtschaftkreisläufen verursacht weniger
Transporte und damit weniger CO2-Emissionen - der Griff zur
Mehrwegflasche macht deswegen Sinn. Die Kampagne 'Mehrweg ist
Klimaschutz' hilft dem Verbraucher in seiner klimafreundlichen
Kaufentscheidung" erklärte Sepp Gail, Vorsitzender des Verbandes des
Deutschen Getränke-Einzelhandels. Mehrwegprodukte werden überwiegend
in regionalen Kreisläufen mit geringen Transportentfernungen
vertrieben und dort getrunken wo sie verkauft werden. Mineralwasser
in Mehrwegflaschen legt deshalb mit rund 260 km bis zum Endkunden nur
die Hälfte der Transportstrecke von Einwegflaschen zurück. Pro Liter
Mineralwasser in Mehrwegflaschen aus Glas werden 55 Gramm weniger CO2
verursacht als für die gleiche Menge Mineralwasser in
Plastik-Einwegflaschen. Dies entspricht so viel CO2 wie der
Stromverbrauch für das Brühen von sechs Tassen Kaffee verursacht.

Mit realitätsfremden und tendenziösen Annahmen zu Umlaufzahlen und
Distributionsentfernungen für Mehrwegflaschen versuchte die
Einwegindustrie in selbst beauftragten Ökobilanzen PET-Einwegflaschen
und Getränkedosen gegenüber Mehrwegflaschen schön rechnen zu lassen.
Bei der Verwendung realistischer und marktorientierter Daten wurde
schnell offensichtlich, dass Einwegverpackungen aus ökologischer
Sicht deutlich hinter umweltfreundlichen Mehrwegflaschen zurück
liegen. "Der Europäische Dosenherstellerverband BCME ließ auf
ausdrücklichen Wunsch in seiner eigenen Ökobilanz Szenarien mit zehn,
fünf oder einem Umlauf für Glasmehrwegflaschen durchrechnen. Die so
zustande gekommen Ergebnisse dienten einzig dem Zweck, Verbraucher zu
verunsichern, die sich längst aus guten Gründen von Bierdosen
abgewandt haben. Eine Umfrage unter Brauereien ergab, dass
Glasmehrwegflaschen im Biersegment durchschnittlich 50 Mal
wiederbefüllt werden", erklärte Roland Demleitner, Geschäftsführer
des Verbandes Private Brauereien Deutschland e.V.

Wie viel Aussagekraft die Ergebnisse der Ökobilanz der
Dosenhersteller wirklich hatten, zeigte die Unterzeichnung einer
Unterlassungserklärung durch die Dosenlobby, in welcher diese sich
verpflichtete nicht mehr öffentlich zu behaupten, dass die
Getränkedose ökologisch auf Augenhöhe mit Mehrweg sei. "Die
Dosenlobby bestätigt damit, dass sie über Monate versucht hat, die
Verbraucher mit einer dreist irreführenden Kampagne zu täuschen. Der
Versuch einer "ökologischen Heiligsprechung" der Getränkedose blieb
im Vorfeld der Scheinheiligkeit stecken. Die Getränkedose bleibt das,
was sie ist: eine ökologisch unattraktive Verpackung und ein Symbol
der Wegwerfgesellschaft" sagte der frühere Umweltstaatssekretär und
heutige Geschäftsführer der Stiftung Initiative Mehrweg (SIM) Clemens
Stroetmann. Vor dem Hintergrund der in dieser Woche vom 20. bis zum
28. November 2010 stattfindenden Europäischen Woche zur
Abfallvermeidung wird aus ökologischen Gesichtpunkten ganz besonders
die Nutzung von Mehrweggetränkeverpackungen empfohlen.



Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer, Deutsche Umwelthilfe e.V.,
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Mobil: 0171 3649170, Fax: 030 2400
867-19, E-Mail: resch@duh.de

Günther Guder, Geschäftsführender Vorstand des Bundesverband des
Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V., Monschauer Straße 7, 40549
Düsseldorf, Tel.: 0211 683938, Fax: 0211 683602, Mobil: 0172 2424950,
E-Mail: guder@bv-gfgh.de

Clemens Stroetmann, Staatssekretär a.D., Geschäftsführer Stiftung
Initiative Mehrweg, Eichenweg 11, 14557 Wilhelmshorst, Tel.: 033205
24037, E-Mail: info@stiftung-mehrweg.de

Roland Demleitner, Geschäftsführer des Verbandes Private Brauereien
Deutschland e.V., Rheinstr. 11, 65549 Limburg, Tel.: 06431 52048,
Fax: 06431 53612, Mobil: 0171 5311444, E-Mail:
info@private-brauereien-deutschland.de

Sepp Gail, Vorsitzender des Verbandes des Deutschen
Getränke-Einzelhandels, König-Heinrich-Str. 22, 81925 München, Tel.:
089 99884474, mobil: 0172 8906670, E-Mail: getraenkeverband@aol.com

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Datum: 26.11.2010 - 10:15 Uhr
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