Neue OZ: Kommentar zu Sicherheit / Flughäfen
ID: 321607
Muss das wirklich sein? Hautfarbe, Alter, Geschlecht,
Religionszugehörigkeit, Nationalität - all das und noch viel mehr
müsste beim sogenannten Profiling überprüft werden. Diese Art
vorbeugender Terroristenabwehr wäre angesichts der vielen Millionen
von Passagieren auf deutschen Flughäfen nicht nur enorm teuer: Sie
würde auch auf eine permanente Rasterfahndung hinauslaufen und
grundlegende rechtliche Probleme aufwerfen.
Ärger wäre programmiert, wenn Tausende von Reisenden sich fragen
müssten, warum ausgerechnet sie in eine bestimmte Risikogruppe
eingeteilt und verschärft kontrolliert werden, der Mann oder die Frau
neben ihnen aber nicht. Zudem besteht die Gefahr, dass rassistischen
Vorurteilen Vorschub geleistet und gegen das Diskriminierungsverbot
des Grundgesetzes verstoßen wird.
Der Gewinn an Sicherheit wäre dagegen womöglich gering, da auch
heute schon scharf kontrolliert und die technische Ausstattung des
Sicherheitspersonals ständig verbessert wird, bis hin zu
Körperscannern. Es spricht mithin wenig für, aber viel gegen den
Vorschlag von Flughafenmanager Christoph Blume, die Kontrollen noch
einmal drastisch auszuweiten.
Hilfreich ist auch ein Blick auf Ziele und Taktik von Terroristen.
Nichts wäre ihnen lieber, als wenn westliche Länder in Panik
verfallen und Freiheiten sowie Rechte ihrer Bürger beschneiden
würden. Eine Strategie der Nadelstiche soll solche Trends befördern.
Da hilft nur, kühlen Kopf zu bewahren und sich nicht zu politischen
Schnellschüssen verleiten zu lassen.
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 28.12.2010 - 22:00 Uhr
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