Neue OZ: Kommentar zu Tunesien
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Ausgerechnet Tunesien! Um das vermeintliche Musterland will sich
eigentlich niemand sorgen müssen. Relativer Wohlstand, soziale
Stabilität und noch dazu wunderschöne Urlaubsorte: Es war doch alles
gut. Zine el-Abidine Ben Ali, Staatspräsident seit 1987, hat sich in
dem knappen Vierteljahrhundert seiner Amtszeit sehr darum bemüht, dem
Ausland dieses Bild von Tunesien zu vermitteln.
Zwei zentrale Probleme aber erschüttern jetzt die Ruhe des Landes
und zeigen, womit sie erkauft wurde. Zu wenige Tunesier profitieren
von den Erfolgen der Wirtschaft - und, noch schwerwiegender: Zu
wenige haben Anteil an der Gestaltung des Landes. Ben Ali hat alles
unter Kontrolle, auch die Medien. Presse- und Meinungsfreiheit gibt
es nur auf dem Papier, darauf weisen Menschenrechtsgruppen immer
wieder hin. Wut und Verzweiflung der jungen Tunesier sind sicher auch
deshalb so erschreckend groß. Zu lange haben sie sich macht- und
hilflos gefühlt. Jetzt, wo sie einmal aufbegehren, finden sie kaum
ein Maß. Die Perspektivlosigkeit der Uni-Absolventen wird so eher zum
Auslöser denn zum Grund für die Proteste.
Ben Ali nennt die Demonstranten Terroristen, aber er verspricht
auch neue Arbeitsplätze, um sie zu beruhigen. Offenbar hat er Angst.
Vielleicht schafft er es noch einmal, die Menschen ruhigzustellen.
Nachhaltiger und mutiger wäre aber eine Entscheidung für mehr
Demokratie.
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Datum: 11.01.2011 - 22:00 Uhr
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