"Billig, billiger, am billigsten bei Lebensmitteln kann nur scheitern'

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"Billig, billiger, am billigsten bei Lebensmitteln kann nur scheitern"




(pressrelations) - er bei der Eröffnungspressekonferenz der Grünen Woche

"Sicherheit muss bei teuren und bei preiswerten Nahrungsmitteln gewährleistet sein, ohne Wenn und Aber. Doch ein Prinzip billig, billiger, am billigsten bei Lebensmitteln kann nur scheitern!" Dies hob der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, auf der Eröffnungspressekonferenz der Internationalen Grünen Woche in Berlin hervor. Angesichts des drastischen Preisverfalls bei Agrarprodukten in Folge der Dioxinkrise rief er die Schlachtbranche auf, den entstandenen Marktdruck nicht noch einseitig den Bauern aufzubürden. Gerade die Bauern seien die Opfer der Krise und bekämen die Auswirkungen am stärksten zu spüren.

Weltweit würden sich derzeit die Agrarmärkte aber aufwärts entwickeln. "Die Zeiten, als Milch, Butter, Eier oder Fleisch eine Inflationsbremse waren, sind vorüber, auch die Zeit der extremen Niedrigpreise beim Discounter. Doch werden die Lebensmittel keine Inflationstreiber sein, sondern sich im Rahmen der allgemeinen Teuerungsrate entwickeln", betonte der Bauernpräsident. Gleichzeitig würden aber zu den natürlich bedingten Schwankungen der weltmarktoffenen Agrarmärkte Spekulationsgeschäfte von Finanzinvestoren hinzu kommen, "die wir in dieser Massivität nicht kannten", sagte Sonnleitner weiter. Seiner Einschätzung nach begünstigen die derzeit lockere Geldpolitik mit Niedrigstzinsen Spekulationsblasen und heftige Volatilitäten bei Rohstoffen. In diesem Zusammenhang sprach sich Sonnleitner dafür aus, dass nicht nur Warentermingeschäfte, sondern auch alle Derivate mit ausreichend Eigenkapital unterlegt werden müssen.

Bei den Veranstaltungen auf der diesjährigen Grünen Woche werde auch die Weiterentwicklung der EU-Agrarpolitik ab 2014 im Fokus stehen. "Wir streiten für eine starke Agrarpolitik, die zum Vorteil für unsere Verbraucher und die Entwicklung unserer bäuerlichen Landwirtschaft ist. Unsere Leistungen für Lebensmittelversorgung, Natur- und Umweltschutz, Tierschutz und die Vielfalt der Kulturlandschaften werden nicht allein über den Preis der Lebensmittel abgegolten", stellte Sonnleitner fest. 30 - 50 Prozent des Einkommens einer Bauernfamilie stamme aus den EU-Zahlungen. "Deshalb brauchen wir sie auch über 2013 hinaus", forderte er. Sonnleitner wies darauf hin, dass Deutschland und Frankreich eine gemeinsame Position erarbeitet hätten. "Ich sehe darin ein klares Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft, zur Einkommenssicherung der Landwirte und gesellschaftlichen Bedeutung der Versorgungssicherheit von 500 Millionen Verbrauchern in Europa", betonte Sonnleitner.




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Datum: 19.01.2011 - 15:15 Uhr
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