vfa zum Weltkrebstag am 4. Februar: Die Krebsmedikamente der Zukunft
ID: 341879
vfa zum Weltkrebstag am 4. Februar: Die Krebsmedikamente der Zukunft
Das erklärte Susan E. Knoll, Geschäftsführerin Kommunikation des Verbands der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) im Vorfeld des Weltkrebstages am 4. Februar.
"Etliche Medikamente, die jetzt getestet werden, kommen aus deutschen Labors unserer Mitgliedsfirmen, darunter Großunternehmen und Biotech-Startups", erläuterte Knoll.
"Für sie ist Deutschland ein wichtiger Forschungsstandort.
Wir begrüßen es, dass das Bundesforschungsministerium mit dem Deutschen Konsortium für translationale Krebsforschung auch das akademische Umfeld dafür stärken wird."
"Viele der künftigen Medikamente gehen völlig neue Wege.
Sie setzen an Stellen im Krankheitsgeschehen an, die bisher noch nicht therapeutisch genutzt wurden und dürften uns wieder dem Ziel näher bringen, Tumorzellen im Körper so in Schach zu halten, dass sie keinen Schaden mehr anrichten."
Einige Beispiele:
Bei den meisten Krebszellen versagen die "Selbstkontrollen", die es schadhaften Zellen eigentlich verbieten, sich zu vermehren. Künftige Medikamente vom Typ CDK-Inhibitoren sollen diese Kontrollen wieder herstellen.
Sie sind nach Komponenten des zellulären Kontrollmechanismus benannt, den Cyclin-abhängigen Kinasen (CDK).
Eine andere Gruppe neuer Medikamente, die HDAC-Inhibitoren, arbeiten als eine Art Schlüsseldienst. Sie verschaffen Krebszellen wieder Zugang zu den Genen, die sie für ein Funktionieren als normale Zelle benötigen, von denen sie sich aber selbst "ausgesperrt" haben. HDAC steht dabei für Histon-Deacetylasen. Ein erster HDAC-Inhibitor ist für eine seltenere Form von Hautkrebs schon zugelassen, weitere sollen folgen.
Mit Ausläufern - sogenannten Integrinen - halten Zellen normalerweise Kontakt zu ihrem Umfeld und stellen sicher, dass sie sich nur in ihrem Heimatgewebe vermehren.
Tumorzellen können die Integrine jedoch missbrauchen, um sich aus ihrem Zellverband zu lösen, andernorts Tochtergeschwulste zu gründen und dort die Bildung neuer Blutgefäße zu veranlassen. Um sie daran zu hindern, haben Pharmaunternehmen Integrin-Inhibitoren erfunden und erproben sie in klinischen Studien.
Ganz anders sollen Medikament vom Typ CTLA-4-Antagonisten wirken: Sie aktivieren Killerzellen - besondere Abwehrzellen des körpereigenen Immunsystems -, die Krebszellen vernichten können. Manche Krebszellen schaffen es, sie "einzuschläfern", so dass sie den "Weckruf" durch einen CTLA-4-Antagonisten benötigen. Ihren Namen verdanken sie dem Protein CTLA-4 auf der Oberfläche der Killerzellen, an das sie sich binden. Ob sich der Behandlungsansatz bewährt, wird derzeit in klinischen Studien überprüft.
Einen weiteren Weg, um Abwehrzellen auf den Tumor zu lenken, eröffnen therapeutische Krebsimpfstoffe. Sie enthalten meistens Proteine, die für die jeweilige Krebsart (z.B. Lungenkrebs) typisch sind - quasi als Phantombild für die Polizeifahndung des Immunsystems. Dieses lernt durch den Impfstoff alle Zellen zu attackieren, die über solche Proteine verfügen und kann so andere Behandlungsmethoden "von innen" unterstützen.
Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 44 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland rund 90.000 Mitarbeiter.
Mehr als 17.000 davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.
Die Pressekonferenzen des vfa - auch im Internet. Mehr dazu
unter: http://www.vfa.de/onlinepk
Wenn Sie weitere Informationen wünschen:
Dr. Rolf Hömke
Tel: +49 30 20604-204
Fax: +49 30 20604-209
mailto:r.hoemke@vfa.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 03.02.2011 - 20:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 341879
Anzahl Zeichen: 4632
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 264 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"vfa zum Weltkrebstag am 4. Februar: Die Krebsmedikamente der Zukunft"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Zur aktuellen Diskussion um neue Krebstherapien sagt Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa: "In der Krebstherapie stehen wir mitten in einer Therapierevolution! Ihre Chancen sollten wir nutzen und sie nicht abwürgen, bevor sie richtig beginnt!" Fischer weiter: "Aktuel
Neue Medikamente 2015: wichtige Fortschritte ...
"2014 war ein bedeutendes Jahr für die Medizin; und für 2015 zeichnen sich weitere wichtige Fortschritte für viele Patienten und Patientinnen ab, dank der Arzneimittelentwicklung forschender Pharma-Unternehmen". Das kündigte Birgit Fischer, die Hauptgeschäftsführerin des Verbands
Innovationsbilanz: Neue Medikamente 2014: enormer Fortschritt für die Patienten ...
Was für ein Jahr für die Medizin! Dank neuer Medikamente ist chronische Hepatitis C nun fast immer heilbar, und mehrere Krebsarten besser behandelbar. Gegen einige Formen von Mukoviszidose und Muskeldystrophie gibt es erste gezielte Arzneimittel, gegen den Klinikkeim MRSA neue Antibiotika und ge
Weitere Mitteilungen von Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA)
Grünes Licht für ein Nano-Produktregister? ...
Das Öko-Institut begrüßt die gestrige Ankündigung des Bundesumweltministers Norbert Röttgen, sich für die Einführung eines Produktregisters für Nanomaterialien auf europäischer Ebene stark zu machen. Für ein solches Nano-Produktregister hatte das Öko-Institut eine Machbarkeitsstudie im Au
Kommunismus-Debatte und Revolutionen in Nordafrika: Wir leben in stürmischen Zeiten ...
Revolutionen in Tunesien und Ägypten, die Kommunismus-Debatte, losgetreten von der Linkspartei-Vorsitzenden Gesine Lötzsch und ein neuer Beauftragter für die Stasi-Unterlagen, vieles erinnert in diesen Tagen an die jüngste deutsche Geschichte. Das Buch Ostwind der neuen Autorin Michaela Böckman
'Küchen für Deutschlands Schulen' - Fernsehkoch Tim Mälzer eröffnet die erste Projektküche in Sachsen ...
Die Adam-Friedrich-Oeser-Grundschule in Leipzig hat heute im Rahmen des Projektes "Küchen für Deutschlands Schulen" eine neue Übungsküche erhalten. Starkoch Tim Mälzer war bei der Einweihung dabei und gab den Schülerinnen und Schülern Tipps, wie gesundes Kochen Spaß macht und gelin
Hochschule Fresenius ? Smarte Kommunikation mit Microsoft Cloud Technologie ...
Microsoft Online Services ersetzt die bestehende E-Mail-Kommunikation bei der Hochschule Fresenius Unterschleißheim, 03. Februar 2011. Mit der Hochschule Fresenius gewinnt Microsoft einen weiteren renommierten Bildungsträger in Deutschland als Kunden. Die private Hochschule nutzt künftig die M




