„Forscher Ferien“ sollen landesweit Schule machen – Wie Grundschüler Lust auf Technik bekommen
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Bonn/Düsseldorf – Kinder, die aus sozial schlechter gestellten Familien kommen oder einen Migrationshintergrund aufweisen, haben es später auf dem Arbeitsmarkt oft schwer. Wie kann man aus solchen „Problemkindern“ spätere Naturwissenschaftler und Ingenieure machen? Ein Förderprojekt der Telekom Stiftung http://www.telekom-stiftung.de will Grundschülern in NRW naturwissenschaftliche Kenntnisse nahe bringen. Der Stellenwert des Projekts lässt sich daran ablesen, dass sich Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) selbst die Ehre gab, um das Projekt „Forscher Ferien NRW“ in Düsseldorf vorzustellen, das zunächst an zwei Bochumer Grundschulen läuft.
Zunächst fließen 70.000 Euro in das Projekt. Später sollen die Forscher-Ferien jedoch landesweit ausgedehnt werden. Dafür ist nach Einschätzung von Rüttgers aber die Unterstützung anderer Unternehmen notwendig. „20 Prozent der Grundschulkinder verfügen in Mathematik und den Naturwissenschaften über so geringe Kenntnisse, dass sie keine Chance an den weiterführenden Schulen haben“, sagte Professor Reinhard Demuth von der Universität Kiel, der das Gesamtprojekt entwickelt hat und es wissenschaftlich begleitet, gegenüber Welt-Kompakt http://www.welt.de. Das Angebot besteht aus zwei Teilen: In einem zweiwöchigen Ferienkurs experimentieren und lernen die Jungforscher an der Ruhr-Universität Bochum, in verschiedenen Museen im Land und auf einem Bauernhof. Außerdem findet in einer Schulstunde pro Woche während des gesamten Schuljahres 2007/2008 eine Naturwissenschafts AG statt.
„Statt ständiger Experimente an den Grundschülern sollte lieber mit ihnen experimentiert werden“, fordert Michael Müller, Geschäftsführer der auf IT-Dienstleistungen spezialisierten a&o-Gruppe http://www.ao-services.de und Wirtschaftssenator im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de. „Unseren Kindern wird heute viel zugemutet. Die Regelungen für das Rechtschreiben ändern sich ständig. Vor einiger Zeit kamen die Bildungsbürokraten auf die Idee, die Kinder des ersten und zweiten Schuljahres zusammen zu unterrichten, damit die Kleineren sich was von den Größeren abschauen können und die Größeren soziale Verantwortung lernen. Teilweise rückt man von diesem Modell aber schon wieder ab. Kinder sind keine Versuchskaninchen, daher sollte man auf unnötige Reformitis verzichten. Das Projekt der Forscher-Ferien ist ein tolles Angebot. Es macht Schülern und Lehrern Spaß, fördert die Integration und baut soziale Schranken ab. Zudem profitiert der Arbeitsmarkt davon. Wer Kinder für Technik interessieren will, muss in der Grundschule damit beginnen.“
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Datum: 11.09.2007 - 12:02 Uhr
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