Statistisches Bundesamt legt vorläufige Verkehrsunfallstatistik 2010 vor
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Statistisches Bundesamt legt vorläufige Verkehrsunfallstatistik 2010 vor
Berlin, 23.02.11: Erfreulicherweise ist die Zahl der im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen Getöteten und Verletzten erneut gesunken. Doch noch immer sterben täglich zehn Menschen auf bundesdeutschen Straßen. Mehr als 1000 werden verletzt. Das geht aus den heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten vorläufigen Unfallzahlen für 2010 hervor. Der ökologische Verkehrsclub VCD warnt daher vor allzu euphorischen Reaktionen und fordert von der Bundesregierung mehr Engagement in der Verkehrssicherheitspolitik.
Doris Neuschäfer vom VCD-Bundesvorstand: *Es ist sehr erfreulich, dass die Verunglücktenzahlen 2010 erneut zurückgegangen sind. Doch die Bundesregierung darf sich jetzt nicht auf den Statistiken ausruhen. Der Straßenverkehr forderte im vergangenen Jahr 3657 Menschenleben. Mehr als 370000 Menschen wurden verletzt, viele davon schwer. Das zeigt, dass der Verkehr nach wie vor einen viel zu hohen Blutzoll verlangt. Ein Großteil der Rückgänge in den letzten Jahren ist auf die erhöhte passive Sicherheit in den Autos - wie ESP, ABS oder Airbags - zurückzuführen. Radfahrer und Fußgänger haben hingegen keinen Airbag. Deshalb müssen sie das Maß aller Dinge in der Verkehrssicherheit sein."
Der VCD fordert die Bundesregierung daher auf, sich das Verkehrssicherheitskonzept »Vision Zero - Null Verkehrstote« zu eigen zu machen. Die Politik müsse die Verkehrs*verlagerung auf sicherere und zugleich auch umweltverträglichere Verkehrsmittel wie Bus und Bahn fördern und bessere Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr schaffen. Zudem müsse die Geschwindigkeit auf allen Straßen gesenkt werden, da*mit Unfälle weniger drastische Folgen hätten. Der VCD fordert die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten auf 120 km/h für Autobahnen und 90 km/h auf Landstraßen sowie eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h im innerstädtischen Verkehr.
Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: *Niedrigere Geschwindigkeiten senken die Unfallgefahr und mindern die Folgen im Falle eines Unfalls. Das zeigt auch die Statistik: Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist 2010 im Vergleich zum Vorjahr zwar gestiegen. Dass es dennoch weniger Verunglückte gab, führt das Statistische Bundesamt maßgeblich auf das Winterwetter im ersten Quartal sowie im Dezember 2010 zurück: Zwar hat es aufgrund von Schnee und Eisglätte öfter gekracht, aber wegen der angepassten niedrigeren Geschwindigkeit ist es zumeist bei Blechschäden geblieben. Geschwindigkeiten sollten generell und bei jedem Wetter gesenkt werden. Wenn neue Tempolimits eingeführt werden, können wir die Zahl der Verletzten und Getöteten nachhaltig verringern."
Mehr Informationen zu »Vision Zero« unter www.vcd.org/visionzero.html
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Datum: 23.02.2011 - 14:30 Uhr
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