Cebit: IT-Experten gesucht – Deutsche Gepflogenheiten erschweren die Rekrutierung von ausländischen Fachkräften
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Cebit werben dutzende Firmen um die Gunst der wenigen Informatiker. Zugleich haben
viele Unternehmen immer noch Hemmungen, ausländische Fachkräfte einzustellen. Dabei
ist das Land beliebt und auch die bürokratischen Hürden sind gesunken. „Der
Fachkräftemangel setzt sich ungebremst fort. In Nischen wie zum Beispiel IT-
Energiehandels-Plattformen gibt es nur ein paar hundert Experten in Deutschland“, sagt
Maximilian Nobis von Harvey Nash http://www.harveynash.com/de/. Der
Personaldienstleister sucht weltweit nach IT-Fachkräften. Vor allem im osteuropäischen
Raum gebe es gut ausgebildete Experten, erläutert Nobis. Doch deutsche
Gepflogenheiten machen den potenziellen Kandidaten zu schaffen, so das Bonner
Onlinemagazin NeueNachricht http://ne-na.de in einer Vorabmeldung.
Sprachbarrieren
Viele große Konzerne und auch Mittelständler sind noch längst nicht vollständig
internationalisiert. Die Folge: Es wird häufig deutsch gesprochen. Und von neuen
Mitarbeitern wird erwartet, dass auch sie die deutsche Sprache perfekt beherrschen.
„Dadurch reduziert sich die Möglichkeit deutlich, eine exzellente ausländische Fachkraft zu
gewinnen“, sagt Mark Hayes, ebenfalls von Harvey Nash. Selbst wenn sich ein
Unternehmen für eine Fachkraft aus Europa entscheidet – durch die Sprachbarriere fällt
die Integration schwer, sowohl auf fachlicher als auf zwischenmenschlicher Ebene, wie
dem klassischen Smalltalk in der Kaffeeküche. Die Situation führe dazu, dass auch IT-
Dienstleister, die deutsche Kunden betreuen, eigentlich gerne ausländische Experten
einstellen möchten – sich aber ebenfalls zurückhalten, weil sie nicht wissen, ob sie die
Fachkräfte einsetzen können. Hayes und Nobis raten ihren Kunden mittlerweile zu einer
klaren Internationalisierungs-Strategie, etwa indem die Belegschaft an Englischkursen
teilnimmt. Umgekehrt könnten Fachkräfte durch Sprachschulungen schneller integriert
werden – selbst, wenn sie zu Beginn kein deutsch könnten.
Typisch deutsch ist auch das zweite Problem. „Viele Unternehmen planen langfristig und
überlegen lange, bis sie jemanden einstellen. Sie tun sich schwer damit, es mit einer
ausländischen Fachkraft einfach einmal zu probieren“, sagt Hayes. In Großbritannien seien
Unternehmen dagegen offener im Umgang. Weder gebe es bei der Sprache ein Problem,
noch hätten die dortigen Firmen den Anspruch, die Arbeitskraft langfristig an das
Unternehmen zu binden.
Rekrutierung unflexibel
Der dritte Aspekt aus Sicht der Personalexperten: In vielen Unternehmen läuft die
Rekrutierung noch zu unflexibel, etwa was den Ablauf der Bewerbungsgespräche angeht.
„Warum nicht als ersten Schritt per Videokonferenz ein Gespräch mit einem indischen
Bewerber führen? Auf Basis dessen kann man dann entscheiden, ob sich der
Mehraufwand lohnt, einen Flug für den Kandidaten zu buchen“, sagt Nobis. Auch der
„Service“ rund um die Personalakquise sei in Deutschland noch verbesserungswürdig. Wer
exzellent ausgebildeten Fachkräften das Land nicht schmackhaft macht und beim Umzug
nicht mit zahlt, der kann lange warten.
Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen seien für ausländische Fachkräfte aus Europa
mittlerweile schnell zu bekommen – abseits der klassischen Regelungen über das
Zuwanderungsgesetz. „Erst kürzlich haben wir eine rumänische IT-Fachkraft eingestellt.
Von der Anmeldung bis zur Genehmigung sind bloß zwei Wochen vergangen“, sagt Nobis.
Die Regelungen des Zuwanderungsgesetzes, die auch der Branchenverband BITKOM
kritisiert, stoßen bei den Harvey Nash-Experten ebenfalls auf wenig Verständnis. „Ein
Jahresgehalt von über 66.000 Euro als Voraussetzung für eine unbefristete
Niederlassungserlaubnis ist nicht förderlich. Die Masse an Stellen, etwa für Software-
Entwickler, liegen bei einem Jahreseinkommen von 45.000 bis 65.000 Euro“, resümieren
die Recruiting-Experten. Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 28.02.2011 - 16:45 Uhr
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