Untote Puffbohne in Erfurt – Studenten suchen Spender für Filmproduktion über mysherpas.com
München/Erfurt – Zwei studentische Filmemacher haben ihren ersten parodistischen Horrorfilm „Höstel“ sogut wie abgedreht. Um den letzten Drehtag sowie die Postproduktion finanzieren zu können, suchen sie nun Spender über die Internet-Plattform mysherpas.com. Signierte Poster, Postkarten von den Drehorten, DVDs und Danksagungen im Filmabspann werden als Lockmittel eingesetzt.
Die Zombies sind los. Drehtag von Höstel in Erfurt.(firmenpresse) - Besatzungszeit und Mauerfall in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt – das sind die Schlagworte des Drehbuchs von Samuel Auer. Der Student erzählt dabei jedoch keinesfalls eine typische Nachkriegsgeschichte. Vielmehr widmet er sich anhand von Horroklassikern und Klischees dem Treiben der Untoten in der Nacht. So lässt er gemeinsam mit seinem Kommilitonen Jan Reichert die Seele Erfurts, die sogenannte Puffbohne, auferstehen und mit Thüringer Bratwurst und Born Senf durch die Finsternis wandeln.
Siebeneinhalb Drehtage sind im Kasten und 4.500 Euro wurden bereits durch Spenden gesammelt. Die fehlenden 2.200 Euro sollen auf der Crowdsponsoring-Plattform mysherpas.com gewonnen werden. „Durch die Hilfe gelernter Schauspieler und Techniker konnten die Dreharbeiten semiprofessionelles Niveau erreichen. Das wollen wir in der Postproduktion beibehalten“, erklärt Samuel Auer, dessen Drehbuch ursprünglich mit Handkameras umgesetzt werden sollte. Der Kostenplan ist bereits ausgearbeitet. Die folgenden Wochen werden nun zeigen, ob sich genügend Spender mobilisieren lassen.
2.200 Euro Spenden in 90 Tagen. Wird das angestrebte Budget auf der Plattform während dieser Frist nicht erreicht, erhalten die Sherpas ihr Geld zurück und das Projekt wird nicht umgesetzt. Die erfolgreichen Sherpas-Finanzierungen von „Squattertown“, einem Western in HongKong, und dem Bud-Spencer-Dokumentarfilm „Sie nannten ihn Spencer“ geben jedoch Hoffnung, dass auch die Horrorparodie fertig gestellt werden kann.
„Crowdsponsoring bietet den Finanzierern von Projekten die Möglichkeit, diese hautnah mitzuerleben“, sagt Tim Busse, Gründer der Plattform mysherpas.com. So erhalten Geldgeber beispielsweise im Falle des Höstel-Projekts ein Foto vom Drehtag für ihre Spende. „Das motiviert die Spender und hilft den Projektinhabern, ihre Ideen umzusetzen.“ Die filmbegeisterten Studenten Samuel Auer und Jan Reichert haben zusätzlich ein YouTube-Video auf der Plattform eingestellt, indem sie ihre potentiellen Förderer persönlich ansprechen und erste Ausschnitte des zukünftigen „Höstel“ präsentieren. Nach einer Woche auf der Plattform konnten damit bereits drei Sherpas, wie die Spender auf der Plattform genannt werden, gewonnen werden.
Doch nicht nur Filmemacher können mysherpas.com für ihre Projekte nutzen. Mitbegründer Markus Zabel berichtet: „Neben Künstlern vertrauen auch Hilfsorganisationen, Unternehmer oder überhaupt Menschen mit Ideen auf Crowdsponsoring.“ Von der Programmierung einer I-Phone-App für gute Taten über die Rettung der Tiger in Sumatra bis hin zum Dachbau eines Kinderheims in Sri Lanka – mysherpas.com bietet Platz für verschiedene Projekte und deren Unterstützer. Schließlich wurde die Crowdsponsoring-Plattform im Sommer 2010 gegründet, um Menschen mit kreativen innovativen oder sozialen Ideen eine Chance zu geben, diese umzusetzen. „Geldnot sollte nicht der Grund sein, diese zu verwerfen“, erklärt Busse. Damit auch „Höstel“ nicht an der Geldnot scheitert, rühren die Erfurter Samuel Auer und Jan Reichert nun bis zum Ende der 90-Tage-Frist die Werbetrommel.
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Die mySherpas GmbH ist eine Crowdsponsoring-Plattform, die im Sommer 2010 von Tim Busse, Markus Zabel, Alexandra Fischer, Marc Pütz-Poulalion, Nadine Anschütz und Kai Oppel in München gegründet wurde. Auf der Plattform haben Menschen mit Ideen die Möglichkeit, ein Projekt zu präsentieren, an das sie glauben, für dessen Umsetzung ihnen aber das Startkapital fehlt. Die Projektinhaber stellen ihre Ideen über das Portal einer breiten Öffentlichkeit per Video, Audio, Text oder Bildern vor. Dann rühren sie die Werbetrommel über Freunde, Bekannte, soziale Netzwerke oder die Medien. Ihr Ziel ist es, möglichst viele so genannte Sherpas bzw. Sponsoren zu finden. Denn: Die Sherpas tragen durch ihre uneigennützige finanzielle Hilfe dazu bei, die Projektidee zu realisieren. Dabei geben Sherpas nicht nur Geld, sondern machen durch ihre sichtbare Unterstützung auch Mut. Als Gegenleistung erhalten die Sherpas vom Projektinhaber Prämien, die in engem Zusammenhang mit dem Projekt stehen. Weitere Informationen unter www.mysherpas.com
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Datum: 10.03.2011 - 16:00 Uhr
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Kunst und Kultur
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Freigabedatum: 10.03.2011
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