Neuer Test erleichtert Behandlung medikamentenresistenter Tuberkulose ? Ärzte ohne Grenzen fordert bessere Versorgung mit Arzneimitteln
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Neuer Test erleichtert Behandlung medikamentenresistenter Tuberkulose ? Ärzte ohne Grenzen fordert bessere Versorgung mit Arzneimitteln
Die Behandlung resistenter Tuberkulose basiert auf alten Antibiotika, von denen viele starke Nebenwirkungen haben, die von Übelkeit bis zu Taubheit reichen. Die Behandlung ist kompliziert: Die Patienten müssen bis zu zwei Jahre lang jeden Tag bis zu 17 Tabletten schlucken. Die Heilungsaussichten sind unsicher. Trotz dieser gravierenden Nachteile gibt es bisher keine besseren Medikamente gegen resistente Formen der Tuberkulose. Eine Studie von Ärzte ohne Grenzen zeigt darüber hinaus, dass bei diesen Medikamenten dauerhafte Versorgungsprobleme drohen und zu hohe Preise notwendige Behandlungen behindern.
In der Studie von Ärzte ohne Grenzen werden alle Medikamente, die zur Behandlung resistenter Tuberkulose eingesetzt werden, auf die Anzahl der Hersteller, die Qualitätskontrolle und den Preis hin untersucht. Das ernüchternde Ergebnis: Für insgesamt vier der empfohlenen Medikamente steht nur jeweils ein qualitativ guter Hersteller zur Verfügung. Die Abhängigkeit von nur einem Hersteller birgt die Gefahr, dass bei Produktionsproblemen und Lieferschwierigkeiten die Behandlung der Patienten unterbrochen werden muss. Beispielsweise war im Jahr 2010 das Medikament Kanamycin zeitweise nicht mehr erhältlich. Außerdem stellt der Bericht fest, dass viele Medikamente sehr teuer sind. Der Preis stieg in den vergangenen Jahren um bis zu 800 Prozent. Die zweijährige Behandlung der resistenten Tuberkulose kann dadurch mit etwa 6.300 Euro fast 470 mal so viel kosten wie die 13,40 Euro zur Behandlung einer normalen, nicht-resistenten Tuberkulose.
Ärzte ohne Grenzen fordert, endlich mehr Forschungsmittel in Behandlung, Diagnose und Impfung gegen Tuberkulose zu stecken. "Jedes Leben, das wir heute retten können, zählt. Für den wirklichen Durchbruch in der Zukunft brauchen wir aber neue Werkzeuge zur Bekämpfung dieser tödlichen Krankheit", so Moldenhauer.
Interviews, Bilder und Videomaterial aus den Tuberkulose-Behandlungsprogrammen in Südafrika können vermittelt werden.
ImpfungErzeugung einer Immunität zur Vorbeugung von Infektionskrankheiten. Aktive Immunisierung: Durch die Gabe von abgeschwächten Krankheitserregern wird der Körper zur Bildung von Antikörpern gegen die jeweiligen Erreger angeregt. Passive Immunisierung: Gabe von Antikörpern (Immunglobulinpräparaten).
TuberkuloseRund neun Millionen Menschen erkranken jährlich an Tuberkulose, vor allem in ärmeren Ländern. Die Krankheit betrifft vor allem die Lunge, mitunter aber auch andere Organe wie Nieren, Hirnhäute oder Lymphknoten. Tuberkulose ist häufig eine opportunistische Infektion bei HIV/Aids. Eine effektive Behandlung ist möglich, aber langwierig und aufwändig. Zunehmend werden die multiresistente (MDR-TB) sowie die extrem multiresistente Form (XDR-TB) der Tuberkulose diagnostiziert. In diesem Fall sind die Krankheitserreger gegen die meisten Medikamente resistent, und die Patienten müssen 18 bis 24 Monate lang täglich rund 20 Tabletten mit starken Nebenwirkungen einnehmen. Die Behandlung der extrem multiresistenten Form der Tuberkulose (XDR-TB) ist praktisch unmöglich.
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Datum: 21.03.2011 - 19:15 Uhr
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