Parteienübergreifender Rückenwind für die Armutsbekämpfung
ID: 372795
Parteienübergreifender Rückenwind für die Armutsbekämpfung
Die Kampagne "Steuer gegen Armut" fordert die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zur Bekämpfung von internationaler und nationaler Armut sowie zum Schutz von Klima und Umwelt. Ihre Arbeit wird aktuell durch zwei parteienübergreifend getragene Entwicklungen Initiativen bestätigt und verstärkt:
Aktuell unterstützen 306 von 622 Bundestagsabgeordneten den "Aufruf zu einem fraktionsübergreifenden entwicklungspolitischen Konsens zur Erreichung des 0,7% Ziels" ? noch sechs weitere Unterzeichner, und die Mehrheit ist erreicht. Damit wächst der parlamentarische Druck, dass Deutschland endlich die lange versprochenen 0,7% seines Bruttosozialprodukts in weltweite Armutsbekämpfung und Entwicklungshilfe lenkt. Um dies bis 2015 zu schaffen, müsste der entsprechende Etat ab sofort jedes Jahr um 1,2 Milliarden Euro aufgestockt werden ? zehnmal mehr, als Minister Schäuble im aktuellen Haushaltsentwurf vorsieht.
Bundesregierung und Abgeordnete sind sich einig, dass dies nicht ohne "innovative Finanzierungsmethoden" gelingen wird, zu denen auch die Finanztransaktionssteuer gerechnet wird.
Heute, am 23.3., wird der Nürnberger Stadtrat die Ziele der Kampagne "Steuer gegen Armut" diskutieren und, folgt man gut unterrichteten Kreisen, mit einer breiten Mehrheit unterstützen. Was auf den ersten Blick verwundert, erklärt sich schnell: Auch Kommunen leiden aufgrund der Weltwirtschaftskrise unter sinkenden Einnahmen, sie müssen zugleich hohe Beträge aufbringen für die Versorgung armer Menschen, etwa Sozialhilfeempfänger, Alleinerziehende und Alte. Die Kampagne "Steuer gegen Armut" fordert, Einnahmen aus der Finanztransaktionssteuer auch in die nationale Armutsbekämpfung zu lenken, was Kommunen entlasten würde.
"Unsere beharrlichen Bemühungen, den Akteuren auf den Finanzmärkten einen angemessenen Beitrag zur Folgenbekämpfung der durch sie verursachten Weltfinanzkrise abzuverlangen, treffen auf immer größere Resonanz in allen parteilichen Lagern", freut sich Pater Jörg Alt, Moderator der Kampagne.
"Die Privilegierung des Finanzsektors, der von einer Besteuerung weitestgehend ausgenommen ist, muss enden. Allen muss eine ihrem Vermögen angemessene Beteiligung an der Finanzierung der großen Herausforderungen der Menschheit abverlangt werden. Wir hoffen, dass andere Kommunen dem Nürnberger Beispiel folgen und ebenfalls unseren Einsatz in geeigneter Weise unterstützen."
"Die Initiativen der Bundestagsabgeordneten und Stadträte veranschaulichen den wachsenden Widerstand gegen eine Wirtschafts- und Steuerpolitik, nach der die größten Gewinner der neoliberalen Globalisierung schon wieder Gewinne einfahren, während es anderswo an Geld fehlt", Detlev v. Larcher, Mitinitiator von Attac. "Deswegen fordern wir die Bundesregierung auf, sich weiter für eine möglichst umfassende Steuer auf Finanztransaktionen einzusetzen und durch die Verwendung der Einnahmen zur Armutsbekämpfung sowie zum Schutz von Klima und Umwelt ein wenig mehr Gerechtigkeit herzustellen."
Eine Finanztransaktionssteuer würde, je nach Umfang und Ausgestaltung, dem deutschen Staat Einnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe einbringen. Zu den befürwortenden Staaten gehören inzwischen Österreich, Frankreich, Deutschland, Portugal, Spanien, Griechenland, Luxemburg und die Slowakei.
Für den Lenkungsausschuss der Kampagne "Steuer gegen Armut" und für Rückfragen
P. Dr. Jörg Alt SJ, Jesuitenmission Nürnberg, Moderator der Kampagne, 0911 / 23 46 - 189
Detlev von Larcher, Attac-Koordinierungskreis, 0160 / 93 70 80 07
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 23.03.2011 - 14:01 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 372795
Anzahl Zeichen: 4044
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 198 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Parteienübergreifender Rückenwind für die Armutsbekämpfung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Attac Deutschland (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Attac und Aktion Agrar gegen Milchüberproduktion und Billigexport von Milchpulver Bestärkt durch die große Demonstration "Wir haben Agrarindustrie satt"!" am Samstag in Berlin, haben das globalisierungskritische Netzwerk Attac und die Aktion Agrar eine Kampagne für faire M
Attac erlegt CETA-Monster ...
Neujahrsaktion gegen Freihandelsabkommen EU-Kanada + Montag, 4. Januar 2016, 11 Uhr + Vor dem Bundestag, Platz der Republik 1, Berlin Aktivistinnen und Aktivisten von Attac erlegen vor dem Bundestag das CETA-Monster. Mit dieser Aktion setzt das globalisierungskritische Netzwerk am kommenden
WTO-Konferenz: USA und EU erhöhen Druck auf Entwicklungsländer - Attac fordert Debatte über Alternativen zur Welthandelsorganisation ...
ac fordert Debatte über Alternativen zur Welthandelsorganisation Bereits jetzt zeichnet sich ab, dass auch die gestern in Nairobi begonnene 10. Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation (WTO) das Versprechen nicht einlösen wird, die Interessen der Länder des Südens in den Mittelpunkt zu
Weitere Mitteilungen von Attac Deutschland
LINKE bringt Gesetzentwurf zu CO2-Speicherverbot ein ...
n und die unterirdische Verklappung von Kohledioxid ist riskant, teuer und überflüssig. Darum bringt die LINKE in dieser Woche einen Gesetzentwurf in den Bundestag ein, der die unterirdische Speicherung von CO2 verbieten soll", erklärt Eva Bulling-Schröter, umweltpolitische Sprecherin der F
Lotto ist für die Finanzierung des Breitensports unverzichtbar ...
Abwehr von Manipulation und Betrug im Vordergrund Prof. Martin Nolte von der Universität Kiel hat im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) die Arbeitsgruppe Sport und Ehrenamt am 22.03.2011 über den DOSB-Entwurf zum Glücksspielstaatsvertrag informiert. Ein neuer Vertrag wird nö
Bundesregierung setzt mit Anerkennungsgesetz neue Impulse für die Integration von Spätaussiedlern ...
Zügiges und vereinfachtes Bewertungs- und Anerkennungsverfahren Das Bundeskabinett beschließt heute den Gesetzentwurf zur Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen. Dazu erklärt der Vorsitzende der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundes
Jugendarmut als Problem anerkennen und bekämpfen ...
jeder fünfte Jugendliche in Deutschland ist arm oder von Armut bedroht. Die Unter-25-jährigen sind damit die Altersgruppe mit dem größten Armutsrisiko. Das ist ein unerträglicher Zustand", stellt die LINKEN-Bundestagsabgeordnete Yvonne Ploetz angesichts der Antwort der Bundesregierung auf




