Die große Schwester der Windpocken: Gürtelrose
Die Gürtelrose kann man sich als eine Spätfolge der Infektion mit dem Virus vorstellen, die in der Regel nur einmal im Leben auftritt. Wenn das Virus erst einmal in den Körper gelangt ist, kann es Jahre bis Jahrzehnte in den Nervenbahnen überwintern, bevor es wieder ausbricht. Das geschieht hauptsächlich dann, wenn das Immunssystem geschwächt ist. Typische Ursachen sind etwa Medikamente, die in das Immunsystem eingreifen, oder andere Erkrankungen. Auch im Alter lässt die körpereigene Abwehr häufig nach. Deshalb verwundert es nicht, dass die Gürtelrose vorwiegend bei Menschen über 50 auftritt.
Da sich das Virus besonders in die Nervenbahnen in der Nähe des Rückenmarks zurückzieht, breiten sich die Bläschen entlang dieser Nerven gürtelförmig am Rumpf aus. In einigen Fällen können die Bläschen aber auch an Hals oder Schulter auftreten. Besonders gefährlich ist die Zosterinfektion, wenn auch Augen oder Ohren betroffen sind. Eine Ausbreitung über den gesamten Körper kann sogar tödlich enden.
Deshalb sollten gerade ältere Menschen mit einer Gürtelrose unbedingt zum Arzt gehen. Er kann entscheiden, ob virushemmende Medikamente notwendig sind. Sie sorgen dafür, dass sich die Viren nicht weiter vermehren und das Immunsystem die Infektion eindämmen kann. In schweren Fällen müssen die Arzneimittel per Infusion verabreicht werden. Die Bläschen können mit Lotionen aus der Apotheke behandelt werden, die einen möglichen Juckreiz lindern und den Bläscheninhalt austrocknen.
Gürtelrose-Patienten sollten daran denken, dass der Inhalt der Bläschen ansteckend ist. Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder. Wenn die Großmutter unter Gürtelrose leidet, sollte sie also darauf achten, dass ihre Enkel nicht mit den Bläschen in Kontakt kommen. Das gilt so lange, bis die Bläschen verkrustet sind.
Wesentlich länger als unter den Bläschen leiden Gürtelrose-Patienten unter Nervenschmerzen. Sie werden ebenfalls durch das Virus hervorgerufen. Wenn Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen nicht ausreichend helfen, kann der Arzt spezielle Mittel verschreiben, die auf die Nerven wirken und den Schmerz unterdrücken.
Kinder können mit der Windpocken-Impfung geschützt werden. Vor einiger Zeit wurde auch für ältere Menschen ein Impfstoff gegen das Virus entwickelt. Denn im Laufe der Jahre lässt der Schutz des Immunsystems nach, welches das Virus in Schach hält und einen Ausbruch verhindert. Wie gut der Impfstoff aber tatsächlich schützt, ist unter Experten noch umstritten. Derzeit ist der Impfstoff in Europa aufgrund von Lieferengpässen des Herstellers aber nicht verfügbar.
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Datum: 23.03.2011 - 15:45 Uhr
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