Kurt-Magnus-Preis der ARD 2011 verliehen

Kurt-Magnus-Preis der ARD 2011 verliehen

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Kurt-Magnus-Preis der ARD 2011 verliehen



(pressrelations) -
Preisträger kommen vom rbb, mdr, rb, SWR und WDR

Mit dem Kurt-Magnus-Preis sind am heutigen Dienstag fünf junge Radiotalente ausgezeichnet worden. Den ersten Preis, dotiert mit 6000 Euro, erhielt Amelie Ernst vom rbb. Den mit jeweils 5000 Euro dotierten zweiten Preis teilen sich Jan Bösche vom mdr und Tobias Nagorny von rb. Deborah Schamuhn vom SWR (4000 Euro) erhielt den dritten und Jörg Steinkamp vom WDR (3000 Euro) den vierten Preis. Der Jury gehörten an: die Hörfunkdirektoren Heinz Sommer (hr, Vorsitzender der Jury), Hans-Dieter Heimendahl (rb) und Wolfgang Schmitz (WDR, Vorsitzender der ARD-Hörfunkkommission).

Amelie Ernst (34) beeindruckte die Jury vor allem durch ihre vielfältige journalistische Leistung in allen Hörfunk-Formaten. Als Korrespondentin für Brandenburg verstehe es Amelie Ernst, sich mit besonderen Geschichten aus dem Alltag der Brandenburger gegen Großstadtthemen aus Berlin durchzusetzen. Die Jury lobte ihre Fähigkeit, nicht alltägliche, schwierige Situationen analytisch, behutsam und mit der nötigen Distanz zu schildern. Beispielhaft sei dafür ihre Reportage über die Rettungsstelle eines Klinikums. Amelie Ernst begann nach dem Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Politikwis-senschaft und Journalistik als freie Mitarbeiterin beim rbb. Seit 2009 stellt die Nachwuchsjournalistin ihre Vielseitigkeit als Redakteurin und Reporterin bei radioeins und als landespolitische Korrespondentin im bimedialen Branden-burg-Pool des rbb unter Beweis.

Jan Bösche (34) überzeugte die Jury vor allem mit einem durchgehend hohen Niveau in seiner Berichterstattung als Landeskorrespondent für Thüringen. Die anspruchsvolle Aufgabe, Themen aus dem Bundesland so aufzuarbeiten, dass sie für die Hörer im gesamten Sendegebet der Drei-Länder-Anstalt mdr von Interesse sind, gelinge Jan Bösche ausgezeichnet, so die Jury. Mit Reportagen wie "Was Thüringer Minister mit den Lottogewinnen machen" oder "Vor dem Berliner Pflegegipfel - unterwegs mit Schwester Annerose" verstehe es Jan Bösche, regionale Themen aufzugreifen, die im aktuellen Tagesgeschäft oft untergingen. In der gebotenen Kürze gelinge es ihm, plastisch darzustellen, wie Menschen mit politischen Entscheidungen umgehen, die sie unmittelbar betreffen. Jan Bösche studierte Geschichte, Politik und Journalistik. Seit 2009 arbeitet er als Korrespondent für MDR INFO.



Tobias Nagorny (31) zeige ein außerordentliches Gespür dafür, relevante gesellschaftliche Themen aus alltäglichen Situationen zu eindrucksvollen und lebendigen Reportagen und Berichten zu formen, so das Urteil der Jury. Mit allen akustischen Mitteln wie Geräuschen, Original-Tönen und Musik lasse er dynamische Bilder entstehen. Exemplarisch stehe hierfür seine Hörfunk-Reportage "Boxen um Anerkennung". In diesem aufwändig produzierten Beitrag dokumentiert er die Integration schwieriger Jugendlicher in das regelmäßige Training und alltägliche Vereinsleben eines kleinen Bremer Boxvereins. Tobias Nagorny studierte Germanistik, Geografie und Erziehungswissenschaften. Seit Abschluß des trimedialen Redaktionsvolontariats beim rb arbeitet er als Redakteur und Reporter im Fachbereich Kultur beim Nordwestradio, dem gemeinsamen Informationsprogramm vom rb und dem NDR.

Eine ganz andere Facette des Radios repräsentiert Deborah Schamuhn (29). Die Jury lobte ihre Gabe, innovativ mit tradierten Formaten umzugehen. Deborah Schamuhn gelinge dies besonders in der SWR1-Sendung "Musikalisches Quartett", die sie entworfen hat und in der sie sich als Moderatorin mit drei Gästen über Formen in der Musik, Instrumentierungen und die Geschichte der jeweiligen Musik unterhält. Diese Form der "Talkshow-Moderation" sei eine interessante Herausforderung, in der Deborah Schamuhn es verstehe, den Hörern Musikwissen fachkundig und humorvoll zu vermitteln. Deborah Schamuhn schloss ihr Studium als Diplom-Rundfunk-Musikjournalistin 2005 ab. Sie volontierte beim hr, bevor sie 2008 als Redakteurin und Autorin zu SWR1 Rheinland-Pfalz wechselte.

Jörg Steinkamp (33) ist nach Auffassung der Jury ein ungewöhnlich guter Live-Reporter, der die Tonlagen so unterschiedlicher Wellen wie 1LIVE oder WDR 5 exakt trifft. Sein größtes Talent sei seine Fähigkeit, sich schnell auf unterschiedliche Situationen einzustellen. Die Kulturhauptstadt Essen wurde ihm zur Herzensangelegenheit. Wider alle Hörerwartungen habe er eine Autobahn, die A 40, als "Lebensader" dargestellt oder sensibel über die Massenpanik bei der Love-Parade berichtet. Alle seine Live-Berichte seien unkonventionell im Zugang, authentisch, pointiert und immer präzise recherchiert. Jörg Steinkamp studierte Sportwissenschaften; sein Volontariat absol-vierte er beim nordrhein-westfälischen Lokalfunk. Seit 2007 ist er freier Mitarbeiter beim WDR Essen für alle Wellen des WDR.

Der jährlich verliehene Radio-Nachwuchsförderpreis der ARD wurde 1962 zu Ehren des Radiopioniers Kurt Magnus (1887 bis 1962) gestiftet. Die Federführung für die Preisverleihung liegt beim Hessischen Rundfunk, bei dem Dr. Kurt Magnus bis zu seinem Tod 1962 Vorsitzender des Verwaltungsrats war.


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Datum: 29.03.2011 - 17:30 Uhr
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