Feinstaubbelastung geht langsam zurück, häufige Grenzwertüberschreitungen bei Stickstoffdioxid
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Feinstaubbelastung geht langsam zurück, häufige Grenzwertüberschreitungen bei Stickstoffdioxid
Remmel: Wir benötigen weitere Maßnahmen zur Luftreinhaltung
Die Feinstaubbelastung (PM10) ist in Nordrhein-Westfalen ? wie auch in den letzten Jahren ? langsam weiter zurückgegangen. An 5 von 69 Messstationen wurde 2010 der Grenzwert für das Tagesmittel PM10 von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) an mehr als 35 Tagen pro Jahr überschritten. 2009 kam es noch an 8 Messstationen zu Überschreitungen, im Jahr 2007 sogar an 17 Messorten. "Die Ergebnisse zeigen deutlich: Umweltzonen, Durchfahrverbote für LKW oder der Einbau von Partikelfiltern in Dieselfahrzeugen führen zu weniger Feinstaub und damit zu einem besseren Gesundheitsschutz in unseren Städten", bilanzierte Umweltminister Johannes Remmel. "Ein Problem dürfen wir aber nicht aus den Augen verlieren: Die wachsende Belastung mit Stickstoffdioxid, die vor allem durch den Straßenverkehr verursacht wird. Da die geltenden EU-Grenzwerte zumeist nicht eingehalten werden, begrüße ich daher den Verschlag der Kommunen der Metropole Ruhr, im Rahmen der Fortschreibung des regionalen Luftreinhalteplans unter anderem eine größere Umweltzone im Ruhrgebiet einzurichten."
Prof. Peter Bruckmann vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV), das die Messungen durchgeführt hat: "78 von 121 Messstationen für Stickstoffdioxid (NO2) haben im vergangenen Jahr den Grenzwert von 40 ?g/m³ im Jahresmittel überschritten. Im Vorjahr waren es 76 von insgesamt 121 Messstationen". Überschreitungen der Stickstoffdioxid-Grenzwerte würden uns auch künftig beschäftigen, betonte Bruckmann weiter: "Gegenüber 2009 und auch im Vergleich der Werte des vergangenen Jahrzehnt stagniert die Belastung auf einem sehr hohen Niveau." Während die Hintergrundbelastung im Rhein-Ruhr-Gebiet im Vergleich zu 2007 vor Einführung der Umweltzonen sogar etwas zugenommen habe, sei an Verkehrsmessstationen ein leichter Rückgang festzustellen. In Umweltzonen war dieser stärker ausgeprägt als außerhalb.
Laut Minister Remmel müsse dringend der öffentliche Nahverkehr gestärkt werden, um mehr Bürgerinnen und Bürger für die Nutzung von Bus und Bahn zu gewinnen. Allerdings könnten die Bundesländer dies nicht alleine schaffen, hier fehle die Unterstützung der Bundesregierung: "Wichtige Projekte zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für den Umstieg auf Bus und Bahn liegen brach. Es gibt einfach keine ausreichende finanzielle Unterstützung seitens der Bundesregierung. Es fehlen zudem finanzielle Anreize, den Individualverkehr schadstoffärmer zu gestalten, zum Beispiel über die KFZ-Steuer. Die staatliche Förderung für den Einbau von Partikelfiltern wurde ersatzlos gestrichen. Die Bundesländer werden in ihrem Kampf gegen Luftschadstoffe und damit für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger von Bundesumweltminister Norbert Röttgen alleine gelassen", so Minister Remmel.
In Nordrhein-Westfalen wird die Luftqualität rund um die Uhr an aktuell 72 Stationen systematisch überwacht. Dieses Messnetz betreibt das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Zusätzlich wird die Luftqualität für Stickstoffdioxid mit kostengünstigen Passivsammlern gemessen, insbesondere an Belastungsschwerpunkten durch den Verkehr. Über die Ergebnisse der laufenden Messungen können sich Bürger tagesaktuell im Internet unter www.lanuv.nrw.de informieren. Ergänzend zu den Messungen werden insbesondere im Straßenverkehrsbereich Modellrechnungen durchgeführt. Auch zur Prognose von zukünftigen Luftbelastungen bedient man sich mathematischer Berechnungsmodelle.
Neben Feinstaub und Stickstoffdioxid werden noch weitere Luftschadstoffe wie Benzol, Ozon und luftgetragene Schwermetallstäube gemessen. Die tagesaktuellen Daten und ein Bericht mit einer ausführlichen Darstellung aller Messdaten sind zu finden unter www.umwelt.nrw.de sowie unter www.lanuv.nrw.de.
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Datum: 14.04.2011 - 15:30 Uhr
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