Deutsche fühlen sich ungerecht behandelt

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Zweifel an sozialer Marktwirtschaft wachsen trotz Aufschwung



(firmenpresse) - Bonn/Frankfurt am Main – Die Deutschen zweifeln immer stärker an der sozialen Marktwirtschaft. Das einstige Erfolgsgeheimnis der Regierungen Adenauer und Erhard hat seine Anziehungskraft verloren. Nach einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach http://www.ifd-allensbach.de sind nur noch 24 Prozent der Bürger davon überzeugt, dass Deutschland überhaupt noch eine soziale Marktwirtschaft hat. 62 Prozent meinen, das hiesige Wirtschaftssystem sei nicht sozial. Nur noch 56 Prozent halten die wirtschaftlichen Verhältnisse für gerecht. Besonders alarmierend: „In früheren Aufschwungphasen ging der Anteil der Unzufriedenen zurück, diesmal nicht“, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) http://www.faz.net.

Ganz oben auf der Wunschliste der Bundesbürger stehen die Bekämpfung der Kinderarmut und gesetzlich festgelegte Mindestlöhne. Die Unzufriedenheit der Menschen kann damit zusammenhängen, dass wir einen „Aufschwung ohne Dividende“ erleben, wie es der Publizist Hugo Müller-Vogg in der Bild-Zeitung http://www.bild.t-online.de ausdrückt. Im Geldbeutel merken die Bürger nichts vom Aufschwung, da Inflation und Staat ihnen das Lohnplus wieder wegnehmen. Müller-Vogg zufolge könnten die hohen Abzüge gesenkt werden: „Die Rentenbeiträge ließen sich kürzen – um den Preis niedrigerer Renten. Die Krankenkassenbeiträge ließen sich reduzieren – um den Preis höherer Zuzahlungen. Alle Steuern ließen sich senken – um den Preis geringerer Sozialleistungen oder weniger Sicherheit.“

Dass die Bürger verzagen, liegt nach Ansicht von Tobias Janßen auch an der mangelnden Führung durch die Politiker. „Wenn ein Unternehmer seine Mitarbeiter ähnlich schlecht motivieren würde wie unsere politische Elite dies tut, dann würde er über kurz oder lang Konkurs anmelden“, sagt Janßen, der die Geschäfte der Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft Goldfish Holdings http://www.goldfish-holdings.com in Düsseldorf führt und Executive Member der American Chamber of Commerce http://www.amcham.de ist. „Ein gutes Beispiel sind die Arbeitsmarktreformen, die noch von Rot-Grün als Hartz-Gesetze verabschiedet wurden. Es kann doch nicht sein, dass sich jetzt, wo sich der Erfolg dieser Bemühungen zumindest als zartes Pflänzchen zeigt, Politiker beider Parteien öffentlich von dem distanzieren, was sie damals beschlossen haben.“



Doch auch die Interessenvertreter der Arbeitgeber nimmt Janßen nicht von Kritik aus: „Wenn sich der Arbeitgeberpräsident Hundt hin stellt und erklärt, die ganze Debatte über gesetzliche Begrenzungen der Managergehälter sei aus seiner Sicht absurd und überflüssig, dann macht er einen entscheidenden Fehler. Die Debatte wird nun einmal geführt, sie brennt den Menschen augenscheinlich auf den Nägeln. Es ist die verdammte Pflicht der Funktionäre, auch derjenigen der Arbeitgeber, sich in einer solchen Situation nicht wegzuducken, sondern den Streit offensiv anzunehmen. Oder haben Hundt und Co. nicht das nötige Vertrauen, dass sich in einer öffentlichen Diskussion letztlich die besseren Argumente und nicht der Sozialpopulismus durchsetzen?“ Wer nicht immer wieder erkläre, was soziale Marktwirtschaft wirklich sei, der müsse sich auch über Umfragen wie die von Allensbach nicht wundern.
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Datum: 11.12.2007 - 14:44 Uhr
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