Konflikt - art beleuchtet, wie der Holtzman Trust Mondrians Erbe hütet und Ausstellungsmachern das Leben schwer macht
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Tassen, auf Kleidern und Schuhen. Kaum ein anderer Künstler der
Moderne wird häufiger kopiert als Piet Mondrian (1872 bis 1944).
Deshalb mag es auch niemand verwundern, dass der Mondrian/Holtzman
Trust in Virginia, der die Rechte der Erben vertritt, besonders
wachsam zu sein hat.
"Wir hüten Mondrians Erbe, wir sorgen dafür, dass es integer
bleibt", sagt die US-Kunsthistorikerin Hilary Richardson, die den
Trust seit 1998 vertritt. Er ist benannt nach Mondrians Freund Harry
Holtzman, der nach dem Tod des Künstlers die Rechte erwarb. Holtzman
und seine Frau hatten sich nach dem Eintreffen Mondrians in New York
1940 um den Niederländer gekümmert.
Aber schießt der Trust als Hüter des Erbes von Mondrian nicht
übers Ziel hinaus? "Wir sind ständig am Streiten", erklärt Hans
Janssen vom Haager Gemeentemuseum. Bei jeder Ausstellung brauche Frau
Richardson nur die Hand aufzuhalten, "doch anstatt zu kooperieren,
stellt sie sich quer".
Janssen hat viel mit dem Trust zu tun, denn das Gemeentemuseum
besitzt die weltweit größte Mondriansammlung. "Wir haben sogar einen
Professor für Urheberrechte eingeschaltet!", so Janssen. Denn viele
Forderungen des Trusts "sind einfach absurd". So muss das Copyright
partout seitlich vertikal bei den Abbildungen stehen und nicht unter
ihnen. Bei der Schreibweise des Künstlernamens besteht der Trust
darauf, dass nur die internationale Version genommen wird mit nur
einem "a", auch wenn der Niederländer ursprünglich Mondriaan hieß.
Und sollte er einem Werk im Laufe der Jahre verschiedene Titel
gegeben haben, dann müssen alle aufgeführt werden, "auch wenn das die
Leute total verwirrt", so Janssen.
Auch die Verhandlungen des Pariser Centre Pompidou mit dem Trust
und die des Münchner Lenbachhauses, wo bis zum 15. August 2011 die
Schau "Mondrian und De Stijl" zu sehen ist, "verliefen sehr zäh",
weiß Janssen.
Hillary Richardson vom Holtzman Trust weist die Vorwürfe zurück:
Von Willkür und hohen Tarifen könne keine Rede sein, schließlich
verwende sie eine bereits sieben Jahre alte Preistabelle einer
Agentur für Urheberrechte. "Wir haben doch alle nur das beste mit
Mondrian vor!", betont sie. Mancher wird das anders sehen. Doch es
gibt Hoffnung: 2014 erlischt 70 Jahre nach Mondrians Tod sein
Urheberrecht.
Pressekontakt:
Maike Pelikan
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Datum: 20.05.2011 - 10:00 Uhr
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