Die große Verschwörung: Wie Banken mit Kleinunternehmern umspringen
ID: 42413
Die Liquidität ist für Kleinbetriebe ein großes Problem. Deutsche Banken geben ihnen kaum noch Kredite, denn sie gelten als als Hochrisiko-Klientel. Doch ganz anders die ersten ausländischen Banken, die den deutschen Markt als Wachstums-Paradies entdeckt haben …

(firmenpresse) - Freiberufler, Selbständige und kleine Betriebe haben große Probleme mit den Banken. Volle Auftragsbücher sind gar kein Kriterium mehr für Kreditwürdigkeit. Wenn überhaupt, dann gibt es sehr teure Kredite bei 150%iger Absicherung der Kreditsumme. Die plötzliche Geldverknappung, die vor einigen Jahren eingesetzt hat, führte selbst bei gesunden Firmen zur Zahlungsunfähigkeit. Die Insolvenzen schossen in die Höhe und blieben jahrelang auf höchstem Niveau. Da die kleinen Unternehmen mit Millionen von Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern zählen, waren die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt entsprechend hoch.
Die Banken in Deutschland glänzen durch eine Geschäftspolitik, bei der man sich nur an den Kopf fassen kann: Selbst in Zeiten von Massenentlassungen kriegt jeder Angestellte problemlos einen Kredit, nicht aber der Arbeitgeber, wenn er - wie 93% aller Unternehmer in Deutschland - ein Kleinunternehmen führt. Arbeitnehmer brauchen nur ihre Gehaltsabrechnungen einzureichen.
Beim Chef, der dieses Gehalt garantiert, schlägt dagegen das „Geschäftsrisiko“ voll zu.
Die pauschale Einschätzung von Kleinunternehmen als „Hochrisiko-Gruppe“ hat mit der Realität meist gar nichts zu tun. Auch bei langjährigen guten Kunden mit hohen Umsätzen kriegen die Banken bei jeder Kleinigkeit kalte Füße. Da wird dann bei einem Liqiditätsengpass mal schnell der Kontokorrentkredit gekürzt oder gekündigt. Doch in diese Situation gerät eine Firma bei der dramatisch gesunkenen Zahlungsmoral sehr leicht. Und wofür, wenn nicht genau für solche Fälle, braucht man denn eigentlich eine Bank?
Es ist das ureigenste Geschäft von Banken, mit dem Verleih von Geld Gewinne zu erzielen, dafür aber auch gewisse Risiken in Kauf zu nehmen. Je höher die Gewinne, desto größer die Risiken. Bei jeder Art von Geschäft muss man Gewinnchancen und Verlustrisiko in ein vernünftiges Verhältnis bringen. Doch genau das tun die Banken überhaupt nicht mehr.
Bei den kleinen Geschäftskunden steht nur noch das Verlustrisiko im Fokus. Renditen von 25%, wie Banken sie inzwischen zur Norm erklärt haben, lassen sich mit ihnen ja auch nicht erzielen. Also findet man diese „risikoscheue“ Branche genau da, wo das große Geld lockt. Da werden sämtliche Risiken kleingeredet oder durch raffinierte Winkelzüge vertuscht. Schon die Goldgräberstimmung vor dem Platzen der Internet-Blase an den Börsen hat zu Milliarden-Abschreibungen geführt. Kaum platzt die nächste Blase, sind sie alle wieder mit dabei, mit noch dramatischeren Folgen.
Der Skandal um gigantische Luftgeschäfte mit Immobilienkrediten führt einmal mehr zu erhöhtem Misstrauen beim Geldverleih. Die kleine Pointe: Diesmal leihen sich die Banken auch gegenseitig kein Geld mehr.
Erfreuliches tut sich aber im Süden Deutschlands: Österreichische Banken besetzen den brachliegenden Gaschäftskunden-Markt. Da sie Kredite zu vernünftigen Konditionen bewilligen, können sie sich vor Kunden kaum retten und erzielen traumhafte Wachstumsraten.
Mehrere Artikel in unserem Online-Magazin befassen sich mit der Thematik „Banken und Kleinbetriebe“. Erfahrungsberichte schildern authentische Fälle. Welche Erfahrungen haben Sie mit Ihrer Bank gemacht? Schicken Sie Ihre Geschichte per Mail an die Redaktion!
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Datum: 07.02.2008 - 14:04 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 42413
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Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Eva Glaum
Stadt:
Köln
Telefon: 0221-551230
Kategorie:
Unternehmensführung
Meldungsart: Finanzinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 07.02.2008
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