DW-Intendant Erik Bettermann: "2011 Jahr der Menschenrechte"

DW-Intendant Erik Bettermann: "2011 Jahr der Menschenrechte"

ID: 427149
(ots) - Zum Auftakt des Deutsche Welle Global Media Forum hat
der Intendant des deutschen Auslandssenders, Erik Bettermann, den
Kampf der Menschen in der arabischen Welt um ihr Recht auf Freiheit
und Selbstbestimmung gewürdigt. Die dreitägige Konferenz in Bonn
steht unter dem Thema "Menschenrechte und Globalisierung -
Herausforderungen für die Medien". Vor rund tausend Vertretern aus
Politik und Wirtschaft, Wissenschaft und Medien sagte Bettermann:
"Die Menschenrechte sind nicht teilbar. Wir müssen ihnen universell
Geltung verschaffen - und wir dürfen sie nicht gegeneinander
ausspielen."

Zugleich müssten gerade die Medien die Situation in einzelnen
Regionen und Ländern der Welt "nüchtern analysieren, differenziert
betrachten und fair werten. Damit wir denen gerecht werden, die sich
ehrlich mühen, die Lebenssituation in ihrem Land zumindest in
Teilbereichen zu verbessern. Und damit wir jene entlarven, die
substanzielle Fortschritte in Menschrechtsfragen offen oder subtil
verhindern." Dies sei für die Medien eine große Herausforderung.

"2011 ist für mich das Jahr der Menschenrechte", sagte der
Intendant mit Blick auf die Umwälzungen im Nahen Osten. "Medien
können ein mächtiges Instrument bei der Verwirklichung der
Menschenrechte sein: als Informationsbrücke und Instrument der
Aufklärung. Die Sozialen Medien - vor allem Facebook, Twitter und
Blogs - haben neue Impulse gesetzt. Sie sind kommunikativer Motor und
Katalysator von Protestbewegungen."

Regierende und Regierte in der ganzen Welt müssten sich mit ihrem
Potenzial beschäftigen, ebenso wie Vertreter der traditionellen
Medien. Zugleich wies Bettermann darauf hin, die Digitalisierung der
Kommunikation habe die Unübersichtlichkeit und die
Manipulationsmöglichkeiten multipliziert. "Internet und Soziale
Medien sind wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Ihre Chancen sind so groß


wie ihre Gefahren."

Das Web 2.0 habe den Globus gläsern gemacht - mit unübersehbaren
Konsequenzen für Unterdrücker und Unterdrückte. In manchen Staaten
habe sich das Web 2.0 "geradezu als Jobmaschine für
regierungsamtliche Meinungslenker" erwiesen, sagte der Intendant. Es
stelle sich die Frage, welche Konsequenzen gerade Facebook für die
Menschenrechte habe. "Geben wir die mühsam errungenen Freiheitsrechte
mittelfristig auf, wenn wir kritiklos dem Goldenen Kalb des Web 2.0
huldigen?" Unter Mithilfe mehrerer Hundert Millionen Menschen
entwickle sich Facebook "zum weltumspannenden digitalen Leviathan".

Die nahezu totale Transparenz durch eine unüberschaubare Zahl von
Akteuren mitunter zweifelhafter Identität habe eine Kehrseite, so
Bettermann: "Im 'information-overload' geht die Verlässlichkeit der
Information tendenziell gegen Null. Mit unübersehbaren Konsequenzen
gerade in einem so sensiblen Bereich wie dem der Menschenrechte:
Verunglimpfung, Desinformation, Manipulation sind Tür und Tor
geöffnet."

Vor diesem Hintergrund seien professionelle Medien mehr denn je
gefragt und gefordert. "Professionalität und Verlässlichkeit, das
sind die Erwartungen des Publikums an den Journalisten, den Scout im
Informationsdschungel."

34/11

Deutsche Welle Global Media Forum 20. bis 22. Juni 2011 in Bonn - das
vollständige Programm, alle Speaker und Partner und Hinweise zur
Anmeldung: www.dw-gmf.de
Diskutieren Sie ab sofort mit im weltzeit-Blog:
http://blogs.dw-world.de/weltzeit
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Datum: 20.06.2011 - 11:15 Uhr
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