Stromkosten senken durch clevere Stromzähler?
Stromkunden erfahren nur einmal jährlich durch ihre Stromrechnung, wie hoch ihr Verbrauch ist. Neue „intelligente“ Stromzähler schaffen, so die Verfechter der neuen Technik, Transparenz und helfen durch eine zeitnahe Kontrolle des Stromverbrauchs Kosten sparen. Die Redaktion von Stromtip.de hat deshalb nachfgeforscht, was die neue Technik den Verbrauchern tatsächlich bringt.

(firmenpresse) - Einmal im Jahr kommt der Stromableser, klingelt an der Tür und notiert im Keller den Zählerstand. Später erfahren Stromkunden durch ihre Jahresabrechnung, wie viel sie insgesamt verbraucht haben. Die Überraschung ist dann meist groß: eine satte Zahlungs¬aufforderung vom Stromanbieter. So genannte „intelligente Stromzähler“ oder „Smart Meter“ könnten das schon bald ändern. „Sie ermöglichen es Verbrauchern sofort zu kontrollieren, wie sich der tägliche oder monatliche Verbrauch entwickelt und wie er im Vergleich zu einem Durchschnittshaushalt ausfällt“, erklärt Neelke Wagner, Redakteurin beim Online-Stromverbraucherportal www.stromtip.de. „Wer seinen Verbrauch genau kennt, kann handeln und seine Stromkosten direkt beeinflussen.“
Wie funktioniert die neue Technik?
Die neue Generation von Stromzählern wandelt die Verbrauchsdaten in digitale Signale um. Auf diese Weise können die Daten per Funk oder Kabel an den Stromversorger weitergeleitet werden. Die neuen Zähler ermöglichen Stromversorgern eine kontinuierliche Fernablesung, Kunden können ihre Verbrauchswerte zeitnah einsehen. Dadurch erwarten vor allem die Stromlieferanten deutliche Einsparpotentiale bei den Verwaltungskosten und bei der Strombedarfskalkulation.
Neue zeitabhängige Tarife für Haushalte mit intelligenten Stromzählern?
Mit neuen Zählern können Zwei- oder Vieltarife eingeführt werden. Der Strom kostet dann je nach Tageszeit unterschiedlich viel – der Abrechnung bei Telefongesprächen vergleichbar. „Auf diese Weise will man die Verbraucher animieren, in Zeiten mit geringem Stromverbrauch ihre Waschmaschine oder andere Geräte einzuschalten. Umgekehrt könnte der Strom in Zeiten mit Lastspitzen teurer sein und so mehr Menschen davon abhalten, zu diesen Zeiten energieintensive Geräte zu benutzen,“ erläutert Wagner. Doch erste Erfahrungen in anderen Ländern belegen, dass nicht alle Stromkunden dazu bereit sind, ihren Verbrauch völlig umzukrempeln. „Ein Zweitarif bringt nicht allen Kunden Vorteile“, ergänzt Wagner, „denn viele können die Waschmaschine nicht nachts einschalten, nur weil der Sparstromanteil zu diesen Zeiten verfügbar ist.“
Neue Stromzähler für ein privates Energiemanagement
Geht es nach dem Willen einiger deutscher Energieversorger, könnten die „intelligenten“ Stromzähler künftig zum Herzstück eines privaten Energiemanagements werden. Auf dem Computerbildschirm wären die aktuellen Verbrauchsdaten rund um die Uhr abrufbar und könnten mit dem Verbrauch von gestern oder vom Vormonat verglichen werden. „Dadurch könnten elektronische Zählsysteme in Zukunft helfen, versteckte Stromfresser in den Haushalten zu finden und ermöglichen zudem einen schnelleren und reibungsloseren Stromanbieterwechsel,“ ergänzt Wagner.
Verfechter der neuen Technik betonen vor allem die Vorteile für Unternehmen und Kunden und verweisen auf positive Erfahrungen in Italien, Großbritannien oder den Niederlanden, wo bereits flächendeckend elektronische Zählsysteme in den Haushalten installiert worden sind. „Vorteile bringen die intelligenten Stromzähler auch für die Millionen deutscher Stromabnehmer, wenn etwa anstatt der bisherigen Abschläge nur der tatsächliche Verbrauch im Nachhinein gezahlt werden müsste“, führt Wagner aus. Auch der Wunsch zahlreicher Kunden nach einer monatlichen Rechnung lässt sich mit der neuen Technik leichter realisieren.
Demgegenüber stehen allerdings enorme Kosten bei der Einführung der digitalen Messgeräte. „Basierend auf den Werten aus unseren europäischen Nachbarländern“, so Wagner, „müssten in Deutschland laut einer vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebenen Studie rund 5 Milliarden Euro allein in die Zählerinfrastruktur investiert werden.“ Zudem steckt auch der Aufbau einer nachgeschalteten Kommunikationsinfrastruktur in den Kinderschuhen. Hinzu kommt das Problem, dass es auch für die Datenübertragung selbst noch keine ausreichenden Sicherheitsstandards gibt.
Mehr Informationen zum Thema „intelligente Stromzähler“ unter www.stromtip.de
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Datum: 18.02.2008 - 15:07 Uhr
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Freigabedatum: 18.02.2008
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