2007 kein optimales Jahr für das IT-Outsourcing
Während der letzten drei Monate des Jahres 2007 wurden in Deutschland insgesamt sieben Verträge mit einem Total Contract Value (TCV) von mehr als zehn Millionen Euro unterzeichnet. Die sieben Abschlüsse belaufen sich auf ein Gesamtvolumen von 556 Millionen Euro. Sechs der sieben Aufträge sind Neuabschlüsse. Anfang Oktober kam es zu drei Bankendeals. So übergab die Commerzbank Hewlett-Packard das Management wesentlicher Teile ihrer IT-Infrastruktur und übernahm dabei 100 Mitarbeiter des Kreditinstituts. Atos Origin wiederum verantwortet das Management einer Reihe von Applikationen der Dresdner Bank neu. Der IT-Dienstleister übernimmt dabei die Wartung und Weiterentwicklung der IT-Applikationen für das Privat- und Firmenkundengeschäft. Im Zuge des Outsourcing-Deals wechseln 200 Beschäftigte der Bank zu Atos Origin.
Atos Origin einer der Hauptgewinner
Zu den weiteren größeren Abschlüssen gehört die Entscheidung des Hamburger Bankhauses Goyer & Göppel für die Fiducia IT als neuen Partner. Die Privatbank wird künftig das von dem genossenschaftlichen Rechenzentrum entwickelte Kernbankensystem agree einsetzen. Im November gab außerdem die TeamBank ihre Zusammenarbeit mit Kordoba bekannt. Die Vereinbarung beinhaltet das Hosting und Application Management des Core-Banking-Systems K-Core24. Weiterhin lagerte der Erdöl- und Erdgasproduzent Wintershall sämtliche SAP-Systeme, die Lotus-Notes-Mailsysteme sowie die Intranet-Plattform an BASF IT Services aus. Mitte Dezember schließlich hatte die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte zwei Aufträge vergeben: T-Systems wird das Netz der Gesundheitskarte betreiben und Atos Origin wesentliche Teile der IT-Infrastruktur verantworten.
Desktop- und Netzwerksservices dominieren im Outsourcing-Markt
2007 wurden insgesamt 26 IT-Outsourcing-Deals mit einem Gesamtvolumen von 4,3 Milliarden Euro abgeschlossen. Gegenüber dem vorausgegangenen Jahr entspricht dies einem Rückgang um satte 70 Prozent. „Dieser Umstand ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der mehrere Milliarden schwere Herkules-Deal der Deutschen Bundeswehr aus der Jahresbetrachtung entfällt“, erläutert Active Sourcing-Geschäftsführer Stefan Regniet. Die aktuelle rollende Jahresbetrachtung ergibt einen durchschnittlichen TCV von 24,2 Millionen Euro. Er ist um 35 Prozent geringer als ein Jahr zuvor. Die durchschnittliche Vertragsdauer liegt aktuell bei 5,4 Jahren.
Desktop- bzw. LAN-Services dominierten 2007 den deutschen Outsourcing-Markt anteilsmäßig (54 Prozent) stärker als je zuvor. Diese Service-Sparte verzeichnete ein Volumen von 2,3 Milliarden Euro. Es folgen Application Management (600 Mio. Euro), Mainframe (600 Mio. Euro) und Midrange (457 Mio. Euro). In der Branchenbetrachtung erreichte die Telekommunikationsbranche 2007 mit 1,3 Milliarden das größte Gesamtvolumen, dicht gefolgt von den Banken. Auf dem dritten Platz befindet sich der Handel mit rund einer Milliarde TCV. Versicherungen hingegen erreichten ein Vertragsvolumen von 400 Millionen Euro.
Quelleninformation
Quelle dieser und weiterer Ergebnisse ist der Sourcing Monitor «Schweiz Q4 2007» von Active Sourcing. Der Statistik-Report erscheint quartalsweise und gibt Auskunft über die Total Contract Values (TCV) der abgeschlossenen Verträge im Schweizer IT-Outsourcing-Markt. Dezidierte Auswertungen zum KMU-Sektor sowie Business Forecast und Pipeline finden sich in der käuflichen Version. Das Züricher Beratungsunternehmen berücksichtigt ausschließlich Deals mit einem Vertragsvolumen von mindestens zehn Millionen Franken. Zu den erfassten Dienstleistungen gehören Infrastruktur-Outsourcing (Desktop, Mainframe, Midrange) sowie Applikations-Outsourcing (SAP-Basisbetrieb, Application Management). Im Ausland abgeschlossene Verträge, welche Schweizer Umsätze betreffen, sind im Sourcing Monitor nicht erfasst. Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 03.03.2008 - 10:35 Uhr
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