Belastung durch dioxinähnliche PCB (polychlorierte Biphenyle) im Rindfleisch zu hoch!
ID: 447126
Belastung durch dioxinähnliche PCB(polychlorierte Biphenyle) im Rindfleisch zu hoch!
Statt Bekämpfung der Ursachen will Bundesregierung Anpassung des EU-Auslösewerts
Der Deutsche Naturschutzring (DNR) hat heute Bundesumweltminister Norbert Röttgen aufgefordert, am bisherigen europaweiten Auslösewert von 1 Pikogramm (pg) (gleich zehn hoch -12 g) für dioxinähnliche PCB im Rindfleisch festzuhalten.
"Nachdem in Deutschland die Hälfte aller Rindfleischproben Gehalte an dioxinähnlichen PCB über dem europaweit geltenden Auslösewert aufweisen, soll jetzt einfach der EU-Auslösewert nach oben angepasst werden, anstelle alles zu tun, um die Belastung der Umwelt und damit indirekt die Belastung von Rindfleisch und anderen Lebensmitteln mit dioxinähnlichen PCB drastisch zu reduzieren", sagte der 1. Vizepräsident des DNR Prof. Dr. Hartmut Vogtmann.
Hohe Toxizität von dioxinähnlichen PCB
"Besonders toxisch wirkende Stoffe wie polychlorierte Biphenyle (PCB) und Dioxine, die schwer abbaubar sind und sich wegen ihrer Fettlöslichkeit in der Nahrungskette anreichern, haben in der Umwelt und in Lebensmitteln nichts verloren und müssen weitestgehend minimiert werden", betonte Vogtmann. Die chronische Toxizität der dioxinähnlichen PCB ist hoch. Es ist chemisch sehr stabil und reichert sich im Fettgewebe von Tieren und Menschen an. Der Mensch nimmt die schädlichen Substanzen im Wesentlichen über fetthaltige, vom Tier stammende Nahrung auf. Wirkungen auf das Immun-, Hormon- und Reproduktionssystem können schon in niedrigen Dosen auftreten. Außerdem gelten diese Verbindungen als kanzerogen.
Gesundheitlicher Schutz des Verbrauchers
Für den gesundheitlichen Schutz des Verbrauchers vor dioxinähnlichen PCB in Lebensmitteln wurden neben europaweit rechtsverbindlich geltenden und meistens großzügig bemessenen Grenzwerten, im EU-Sprachgebrauch "Höchstgehalte" genannt, auch rechtlich unverbindliche "Auslösewerte" festgelegt. Sie liegen unterhalb der Höchstgehalte und dienen Erzeugern und Überwachung als Frühwarnsystem. Der bisherige EU-Auslösewert für dioxinähnliche PCB im Rindfleisch beträgt 1,0pgWHO-TEQ/g Fett (Internationale Toxizitäts-Äquivalenz-Konzentration, pg = Pikogramm = 10 -12 g) und soll auf Vorschlag der Bundesregierung auf 2 pg verdoppelt werden! Der maximal zulässige Höchstgehalt von 4,5 pg WHO-TEQ/g Fett soll dagegen unverändert bleiben. Wird dieser Wert überschritten, so darf das Rindfleisch nicht in den Handel gebracht werden. Auslösewerte sollen überdurchschnittlich hohe Belastungen finden helfen und dazu beitragen, Quellen für die Verunreinigung mit diesen gesundheitsgefährdenden Stoffen ausfindig zu machen, diese zu beseitigen oder zumindest einzuschränken, bevor der für die Verkehrsfähigkeit relevante maximal zulässige Gehalt erreicht ist; daher "Frühwarnsystem".
Quellen von dioxinähnlichen PCB
Dioxine und dioxinähnliche PCB entstehen als ungewollte bzw. unerwünschte Nebenprodukte bei chemischen Prozessen in der "Chlorchemie" und allen Verbrennungsprozessen in Anwesenheit von Chlor und organischem Kohlenstoff unter bestimmten Bedingungen, z.B. bei Temperaturen zwischen 250 und 800 Grad C und bestimmten Verweilzeiten. Sie werden vorzugsweise über die Luft verteilt, erläuterte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Thermische Prozesse der Metallgewinnung und ?verarbeitung haben den größten Anteil an den verbleibenden Dioxinemissionen. Hier sind vor allem Sinteranlagen zu nennen. Vor der Verhüttung im Hochofen wird feinkörniges Eisenerz in Sinteranlagen geschmolzen.
Auch die Schifffahrt trägt durch die Verbrennung von Schweröl zur Belastung der Umwelt und damit der Nahrungskette mit dioxinähnlichen PCB bei.
Zu hohe dioxinähnliche PCB-Werte
Durch das Verbot von PCB (PCB-Verbotsverordnung vom 1.1. 1989) und von PCP (Pentachlorphenol), das als Nebenprodukte relevante Mengen Dioxine enthalten konnte, die Verbesserung der Abgasreinigung bei Verbrennungsanlagen (z.B. Müllverbrennungsanlagen, Kabelverschwelungsanlagen sowie weiterer Maßnahmen wurden die größten Schadstoffquellen inzwischen eliminiert. Auswertungen der Dioxindatenbank im 5. Bericht der Bund/Länder AG Dioxine zeigen, dass ab der zweiten Hälfte der 1990er Jahre keine Abnahme der Dioxinbelastung der Luft stattfindet. Nach der nationalen Berichterstattung zur atmosphärischen Emission haben in den Jahren 2000 bis 2008 die Emissionen von PCB von 17,3 auf 18,6 kg und bei Dioxinen von 75,6 auf 76,3 g I-TEQ (Internationale Toxizitäts-Äquivalenz-Konzentration) in Deutschland leicht zugenommen (Nationale Trendtabellen für die deutsche Berichterstattung atmosphärischer Emissionen (POP), Stand Februar 2010. "Es ist höchste Zeit, die Schadstoffquellen zu beseitigen, verlangte Röscheisen."
Weitere Informationen:
Dr. Helmut Röscheisen, DNR-Generalsekretär
Tel.: 0228-35 90 05, mobil: 0160 97 209 108
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 22.07.2011 - 08:11 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 447126
Anzahl Zeichen: 5141
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 239 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Belastung durch dioxinähnliche PCB (polychlorierte Biphenyle) im Rindfleisch zu hoch!"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutscher Naturschutzring (DNR) (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Spitzenverbände aus dem Umwelt- und Kulturbereich, der Deutsche Naturschutzring (DNR) und der Deutsche Kulturrat, fordern die Bundesregierung auf, hiesige Umwelt- und Kulturstandards nicht zugunsten einer ungezügelten Deregulierung des geplanten transatlantischen Freihandelsabkommens zu opfern
DNR zum Hochwassergipfel ...
Ja zur finanziellen Hilfe - wo bleibt Verschärfung beim Hochwassserschutzgesetz! Zum heutigen Hochwassergipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Bundesländer sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen: "Wir begrüßen die Finanzhilfen, vermissen aber d
Resolution zum Hochwasserschutz ...
verabschiedet vom DNR-Präsidium am 4. Juni 2013 in Berlin Die aktuellen Hochwasserereignisse in Bayern, Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt, aber auch in den europäischen Nachbarländern, die das katastrophale Jahrhunderthochwasser von 2002 noch überbieten, führen uns dramatisch vor Auge
Weitere Mitteilungen von Deutscher Naturschutzring (DNR)
Angst vor Fukushimas Folgen ...
ZDF-Magazin "Abenteuer Forschung" über die Risiken der Radioaktivität Das ZDF-Wissenschaftsmagazin "Abenteuer Forschung" beschäftigt sich am Dienstag, 5. Juli 2011, 23.15 Uhr, in der Folge "Strahlende Aussichten: Die Kraft des Atoms" mit dem kontrovers diskutier
NABU-Zentralstelle freut sich über große Nachfrage für Bundesfreiwilligendienst ...
Miller: Engagement im Umwelt- und Naturschutz ist attraktiv für Junge wie Ältere Berlin ? Pünktlich zum Start des neuen Bundesfreiwilligendiensts ist die Nachfrage im Bereich Umwelt- und Naturschutz groß. Vermittelt von der NABU-Zentralstelle haben heute die ersten engagierten Bürger ihren
Kommissionsvorschlag zum EU-Haushalt: Alles andere als Grün ...
WWF vermisst Umwelt-Aspekte in heute präsentierten Vorschlag der EU-Kommission Berlin - Der WWF ist enttäuscht über den heutigen Vorschlag der EU-Kommission zum künftigen EU-Haushalt. Der Vorschlag sei visionslos und alles andere als ein Schritt Richtung Grüner Wirtschaft. Der WWF fordert
Neuer Superrechner von Bull beflügelt Wetter- und Klimaforschung beim Königlich Niederländischen Meteorologischen Institut (KNMI) ...
Amsterdam, Köln 01. Juli +++ Das KNMI und Bull werden bei einem neuen Supercomputerprojekt zusammenarbeiten. Gemeinsam werden die beiden Partner eines der leistungsstärksten und umweltfreundlichsten Rechenzentren Europas zur Optimierung von Wettervorhersagen und Klimaprognosen schaffen. Bei d
Gesetzespaket zum Atomausstieg verspielt Chance zur konsequenten Energiewende ...
Bundesländer und Bundestag haben zusammen mit Kommunen und Stadtwerken die schlimmsten Einschnitte in den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren Energien verhindert Mit künstlich geschaffenem Zeitdruck hat die Bundesregierung gestern nicht nur den Atomausstieg beschlossen, sondern auch eine ganze Rei




