Studie: Trotz positiver Geschäftsentwicklung lassen Unternehmen Wachstumschancen ungenutzt
Unternehmen müssen flexibler werden - Entgangene Umsätze auf bis zu 15 % geschätzt - Manager berichten von Defiziten in der eigenen Organisation
Studie: Trotz positiver Geschäftsentwicklung lassen Unternehmen Wachstumschancen ungenutzt(firmenpresse) - Frankfurt, den 22. Juli 2011 - Trotz positiver Geschäftsaussichten lässt die produzierende Industrie viele Wachstumsmöglichkeiten ungenutzt. Grund ist die unzureichende Flexibilität der Unternehmen, mit ihrer Produktionsstrukturen auf plötzliche Veränderungen im Nachfrage- oder Zulieferverhalten ihre Kunden und Abnehmer zu reagieren. Die negativen Auswirkungen belaufen sich auf 12 bis 15 % beim Umsatz und sowie auf 8 bis 10 % bei den Kosten für Transport und Bestände, legen die Ergebnisse der weltweiten Studie "Global Supply Chain Trends 2011: Erfolgsfaktor Flexibilität" nahe, die von der internationalen Unternehmensberatung PRTM Management Consultants jetzt vorgestellt wurde. Die Studie ist kostenlos und kann per Email an kontakt@prtm.com bei PRTM angefordert werden.
Die Untersuchung "Global Supply Chain Trends 2011", seit 10 Jahren alljährlich durchgeführt, hält eine Reihe von Überraschungen bereit. Supply Chain-Flexibilität, also die Fähigkeit durch rasche Kapazitätsanpassung bei sich selbst und den Partnern unbeeindruckt von Schwankungen bei Materialversorgung oder Nachfrage lieferfähig zu bleiben, wird heute von den meisten als entscheidend gesehen, um in der globalisierten Wirtschaft zu bestehen. Doch gleichzeitig glaubt nur etwa jeder zehnte der befragten Manager, mit seiner Organisation dem Wettbewerb voraus zu sein. Mehr als die Hälfte sieht sich gegenüber konkurrierenden Unternehmen sogar im Hintertreffen.
"Um sich von den Mitbewerbern abzusetzen, müssen Unternehmen in vier Bereichen ansetzen: Versorgungssicherheit, unternehmensübergreifende Planung, Integration der Supply Chain-Architekturen mit den eigenen Partnern sowie Aufhebung der funktionalen Trennung von Entwicklung und Supply Chain-Organisation. Der erreichbare Flexibilitätsvorteil hilft bei gleichem Ressourceneinsatz Umsatzpotenziale zu realisieren, die von den meisten heute noch liegengelassen werden", sagt der Autor der Studie Dr. Reinhard Geissbauer, Geschäftsführer von PRTM Management Consultants.
Umsetzungsdefizite bei Versorgungssicherheit und Planung
Die Mehrzahl der Befragten (72%) sehen in der Herstellung der Versorgungssicherheit einen wichtigen Baustein für Flexibilität. Durchgängige Planungsprozesse werden von 65% als wichtig eingestuft, gefolgt von der Supply Chain-Architektur (61%). Weniger wichtig werden gesehen Management von Produkteinführungen/Anlaufmanagement (44%), Supply Chain-Segmentierung (34%), weltweit vereinheitlichte Supply Chain-Strukturen (21%) sowie schlanke Prozesse (20%) und Personalausbildung und -förderung (18%). Insbesondere Partnerschaften mit den wichtigsten Lieferanten sollen Versorgungssicherheit gewährleisten. Dabei wird vor allem eine hohe Transparenz bei den jeweiligen Prozessen angestrebt und für systemkritische Komponenten alternative Bezugsquellen bereitgehalten. Allerdings hat erst eine kleine Gruppe weit fortgeschrittener Unternehmen (12%) bereits umfassende Strukturen aufgebaut.
Vernetzung der Wertschöpfungspartner wird immer wichtiger
"Produktlebenszyklen verkürzen sich, die Variantenvielfalt steigt. Gleichzeitig bleiben externe Schocks eine permanente Herausforderung, wie die infolge der Japan-Krise auftretenden Versorgungsengpässe bei wichtigen Komponenten zeigt. Nur wenige Unternehmen sind heute flexibel genug, um angemessen darauf zu reagieren", sagt Michael D"heur, Principal bei PRTM Management Consultants und Leiter der Studie. Insbesondere die Sichtbarkeit über die komplette Supply Chain, also vom Kunden des Kunden bis zum Lieferanten des Lieferanten, sei entscheidend, um die eigene Wertschöpfungsleistung zu verbessern. Durchgängige Planungskonzepte gewinnen nicht nur auf der Nachfrageseite, sondern auch auf der Angebotsseite an Bedeutung. Das heißt, dass die stärkere Vernetzung mit den Wertschöpfungspartnern wichtiger wird. Aber hier besteht vielfach noch Verbesserungsbedarf, denn immer noch hat jedes vierte Unternehmen (25%) keinerlei Maßnahmen ergriffen.
In diesem Zusammenhang ist auch die Überprüfung der eigenen Supply Chain-Architektur von Bedeutung. "Entscheidend ist, dass eigene Konzepte und Arbeitsweisen bei den Partnern zu verankern. Nur dann sind durchgängige Prozesse möglich und kann gemeinsam mit den Partnern die notwendige Flexibilität und Geschwindigkeit erreicht werden", sagt Studienleiter Michael D"heur. Diese Form der Zusammenarbeit gehe allerdings weit über eine normale Transaktionsbeziehung hinaus.
Weiteres bedeutendes Handlungsfeld ist zudem das Aufbrechen der funktionalen Trennung von Produktentwicklung und Supply Chain-Management.
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