Staatsdefizit sinkt im ersten Halbjahr 2011 auf 0,6 % des Bruttoinlandsproduktes
ID: 471767
Staatsdefizit sinkt im ersten Halbjahr 2011 auf 0,6 % des Bruttoinlandsproduktes
WIESBADEN - Die Defizitquote des Staates lag nach vorläufigen Ergebnissen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) in der ersten Jahreshälfte 2011 bei 0,6 %. Dies ist die niedrigste Defizitquote seit dem ersten Halbjahr 2008. Im ersten Halbjahr 2010 hatte sie noch 3,1 % und im zweiten Halbjahr 2010 sogar 5,4 % betragen. Die aktuelle Defizitquote errechnet sich aus dem Verhältnis des Finanzierungsdefizits des Staates von 7,2 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen (1 255,6 Milliarden Euro). Die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen profitierten in der ersten Jahreshälfte 2011 insbesondere von einer vergleichsweise guten konjunkturellen Entwicklung, die einerseits für deutliche Einnahmezuwächse (+ 6,0 % im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010) sorgte und andererseits das Ausgabenwachstum (+ 0,3 %) merklich dämpfte.
Wie jedes Jahr im August wurden mit den aktuellen Berechnungen im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen auch die vorläufigen Ergebnisse für zurückliegende Zeiträume überarbeitet. Davon war insbesondere das zweite Halbjahr 2010 betroffen. Ausschlaggebend hierfür waren neue Informationen zu den Wertansätzen des von der Hypo Real Estate-Gruppe (HRE) auf die FMS Wertmanagement übertragenen Risikoportfolios. Diese Informationen wurden erstmalig am 24. Mai 2011 im Geschäftsbericht für 2010 von der FMS Wertmanagement veröffentlicht. Eine weitere Überprüfung der Wertansätze erfolgte im Rahmen der Entscheidung der Europäischen Kommission vom 18. Juli 2011 zur wettbewerbsrechtlichen Einstufung der staatlichen Stützungsmaßnahmen zugunsten der HRE. Aufgrund der Eurostat-Vorschriften vom 15. Juli 2009 zur statistischen Erfassung öffentlicher Interventionen während der Finanzkrise war jetzt eine ausgabenwirksame Nachbuchung in Höhe von 22,3 Milliarden Euro erforderlich. Hierdu!
rch erhöht sich die Defizitquote 2010 um 0,9 Prozentpunkte. Der Jahreswert 2010 beträgt nunmehr 4,3 %.
Im ersten Halbjahr 2011 beliefen sich die Einnahmen des Staates auf 562,3 Milliarden Euro. Sie waren damit um rund 31,9 Milliarden Euro beziehungsweise 6,0 % höher als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Diese Entwicklung wurde durch höhere Steuereinnahmen bestimmt, auf die gut die Hälfte der gesamten Einnahmen des Staates entfällt. Die Steuereinnahmen sind im ersten Halbjahr 2011 um 8,5 % gestiegen, wobei sich die Einkommen- und Vermögensteuern mit einem Plus von 9,8 % besonders gut entwickelt haben. Hierzu gehören unter anderem die Lohnsteuer (+ 6,4 %), die Körperschaftsteuer (+ 12,9 %), die Gewerbesteuer (+ 21,5 %) und die Kapitalertragsteuer (+ 35,9 %). Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer haben dabei mit 20,5 Milliarden Euro den bisherigen Höchststand aus dem ersten Halbjahr 2008 (21,2 Milliarden Euro) nahezu wieder erreicht. Die Produktions- und Importabgaben sind im ersten Halbjahr 2011 ebenfalls deutlich um 7,1 % gestiegen. Dazu trug insbesondere das Wachstum bei den!
Verbrauchssteuern (+ 8,3 %) bei. Zu den Verbrauchssteuern zählen beispielsweise die Energiesteuer, die Tabaksteuer und die Stromsteuer. Die Einnahmen aus der Umsatzsteuer sind um 6,0 % gestiegen und die sonstigen Produktionsabgaben um 12,4 %. Bei letzteren machte sich die in 2011 eingeführte Bankenabgabe bemerkbar, die in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zu den sonstigen Produktionsabgaben gezählt wird. Höhere Einnahmen konnte der Staat auch bei Verkäufen (+ 4,4 %) und bei den Sozialbeiträgen (+ 3,7 %) realisieren. Bei den empfangenen Vermögenseinkommen fielen dagegen die Einnahmen im ersten Halbjahr 2011 mit - 1,4 % leicht geringer aus, vor allem weil der von der Bundesbank an den Bundeshaushalt abgeführte Gewinn deutlich niedriger als im Vorjahr war.
Die Ausgaben des Staates stiegen im ersten Halbjahr 2011 nur leicht um 1,9 Milliarden Euro (+ 0,3%) auf 569,5 Milliarden Euro. Der Staat wendete im ersten Halbjahr 2011 insbesondere für Investitionen deutlich mehr auf. So stiegen die Bruttoinvestitionen des Staates um 1,4 Milliarden Euro beziehungsweise 8,1 % auf 18,5 Milliarden Euro. Auch die Ausgaben für staatliche Käufe von Vorleistungsgütern sind gestiegen, und zwar um rund 1,6 Milliarden Euro beziehungsweise 3,0 % auf 56,9 Milliarden Euro. Die Ausgaben des Staates für Käufe von sozialen Sachleistungen wie Arzneimittel oder Krankenhausleistungen haben sich um 2,3 % erhöht. Die Ausgaben für Löhne und Gehälter der beim Staat beschäftigten Arbeitnehmer stiegen um 2,1 %. Deutlich rückläufig waren hingegen die Ausgaben für monetäre Sozialleistungen des Staates (- 2,1 %). Aufgrund der guten Konjunkturlage sind dabei insbesondere die Ausgaben für das Arbeitslosengeld (- 19,4 %), die Arbeitslosengeld (ALG-) II Leistungen (- 12,8!
%) und das Kurzarbeitergeld (- 62,4 %) stark zurückgegangen. Rückläufig waren auch die Ausgaben für vom Staat gewährte Subventionen (- 6,9 %), da die Erstattungen von Sozialversicherungsbeiträgen an Unternehmen durch die Bundesagentur für Arbeit für Beschäftigte in Kurzarbeit wegen der guten Beschäftigungslage weiter abnahm. Die für den deutschen Staat günstigen Zinskonditionen spiegeln sich in den rückläufigen Zinsausgaben (- 3,4 %) wider.
Weitere Auskünfte gibt:
Thomas Forster,
Telefon: (0611) 75-2795,
www.destatis.de/kontakt
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 01.09.2011 - 10:01 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 471767
Anzahl Zeichen: 5651
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 417 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Staatsdefizit sinkt im ersten Halbjahr 2011 auf 0,6 % des Bruttoinlandsproduktes"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Statistisches Bundesamt (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
- Die Zahl der Einbürgerungen steigt auf neuen Höchststand - 21 % weniger Einbürgerungen von Syrerinnen und Syrern als im Vorjahr, dagegen 51 % mehr Einbürgerungen türkischer und russischer Staatsangehöriger - Insgesamt 467 400 Einbürgerungsanträge und 371 100 abgeschlossene Verfahren Im J
Der Durchschnittsmensch in Deutschland ist 1,73 Meter groß und wiegt 78,3 Kilo / Frauen im Schnitt 13 Zentimeter kleiner und 16,8 Kilo leichter als Männer ...
Der Durchschnittsmensch in Deutschland ist 1,73 Meter groß und wiegt 78,3 Kilo. Das teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Erstergebnissen des Mikrozensus 2025 mit. Danach hat sich die durchschnittliche Körpergröße von Erwachsenen in den vergangenen Jahren kaum verändert: Im Jahr 2021
Erneuter Rückgang des Abfallkommens im Jahr 2024 ...
- Abfallaufkommen sinkt auf tiefsten Stand seit 2009 - Bau- und Abbruchabfälle mit überdurchschnittlichem Rückgang zum Vorjahr - Abfall-Verwertungsquote mit 82 % unverändert gegenüber den Vorjahren Im Jahr 2024 sind in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen insgesamt 362,7 Millionen Tonnen
Weitere Mitteilungen von Statistisches Bundesamt
Redpoint - ausgezeichnete Beratung für den Mittelstand ...
München, 01. September 2011 Die Redpoint Consulting AG wurde mit dem Gütesiegel "Top Consultant 2011" in der Kategorie Managementberatung ausgezeichnet. Redpoint arbeitet aus Sicht der Juroren besonders professionell und kundenorientiert und stellt sich gezielt auf die Bedürfnisse mi
Professionelles Hosting - optimale Kosten, Leistungsumfang und Geschwindigkeit aus einer Hand ...
Der hannoversche Hoster net.DE setzt in Sachen Datenschutz, Stabilität, Geschwindigkeit, Service und Anpassungsfähigkeit weltweite Maßstäbe mit zwei eigenen Datencentren Wenn es um die Bereitstellung von Webspace sowie die Unterbringung (Hosting) von Webseiten auf dem Webserver eines Inter
it-sa 2011: Cloud- und SaaS-Dienste im Mittelpunkt des sysob-Messeauftritts ...
Schorndorf, 01. September 2011 ? Dass die sysob IT-Distribution (www.sysob.com) und deren Partner mit der Zeit gehen, beweist der Messeauftritt des Mehrwertdistributors auf der it-sa 2011 in Nürnberg. So stehen viele Sicherheitslösungen für den Netzwerk- und E-Mail-Security-Bereich mittlerweile a
BVDW: "Bewegtbild im Web-Konferenz setzt neue Maßstäbe für Kreative, Medienmacher und Werbewirtschaft ...
ationale Keynote-Speaker und Top-Referenten erwartet / Erste "Bewegtbild im Web"-Konferenz als offizieller Pre-Event zum DMMA OnlineStar 2011 am 27. Oktober 2011 in Berlin Düsseldorf, 01. September 2011 ? Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) e.V. setzt mit der "Bewegtbild
Bergsteiger-Abenteuer "Die Route ab 01.09.2011 auf DVD und Blu-ray im Handel ...
Eine Geschichte über Freundschaft, Schuldgefühle und Verantwortung mit Maximilian Brückner ("In aller Stille", "Tatort"), Stephan Luca ("Keinohrhasen", "Männerherzen") und Jana Klinge ("SOKO Köln", Alarm für Cobra 11") Das alpine Klet




