Danh Vo JULY, IV, MDCCLXXVI

Danh Vo JULY, IV, MDCCLXXVI

ID: 491300

Eine Replik der New Yorker Freiheitsstatue, die in Originalgröße und Originalgewicht von rund 31 Tonnen Kupfer produziert wurde, bildet das Zentrum der Ausstellung JULY, IV, MDCCLXXVI von Danh Vo in der Kunsthalle Fridericianum.



Danh Vo, WE THE PEOPLE (detail), 2011. Courtesy Galerie Chantal Crousel. Foto: Nils KlingerDanh Vo, WE THE PEOPLE (detail), 2011. Courtesy Galerie Chantal Crousel. Foto: Nils Klinger

(firmenpresse) - Mit "JULY, IV, MDCCLXXVI" rückt Danh Vo Überlegungen zum Begriff der Freiheit in den Fokus seiner künstlerischen Auseinandersetzung. Der Titel bezeichnet den 4. Juli 1776, das Datum der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten gegenüber Großbritannien. Die Schreibweise in römischen Ziffern ist der Tafel entlehnt, die die Figur der New Yorker Freiheitsstatue in ihrer linken Hand hält. Die Miss Liberty verbildlicht seit 1886 bei Flüchtlingen und Immigranten an der Küste New Yorks die Hoffnung auf ein besseres Leben und ist das bedeutendste Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit, welches Danh Vo im Zuge seiner großen Einzel-ausstellung in die Kunsthalle Fridericianum einziehen lässt. Gemäß den Dimensionen des Originals und dessen Kupfergewicht von rund 31 Tonnen ließ Vo eine Replik der Freiheitsstatue produzieren, die den räumlichen Hauptteil von "JULY, IV, MDCCLXXVI" bestimmt. Er nennt diese gigantische Skulptur "WE THE PEOPLE" und rezitiert mit diesem Titel die ersten drei Worte der Präambel der Verfassung der Vereinigten Staaten vom 17. September 1787. Die zunächst brachial erscheinende Monumentalität wird allerdings sofort relativiert, da die Skulptur in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt ist und dadurch stark abstrahiert wird. Vo konzentriert sich bei der Reproduktion auf die Wiedergabe der dünnen Kupferhaut – das die Figur stützende Eisengerüst fehlt – und lässt somit bei "WE THE PEOPLE" nicht nur eine besondere Fragilität zum Vorschein kommen, sondern verleiht der Statue Dynamik und setzt sie in Bewegungsfluss. So wird auch angedeutet, dass die Figur nur temporär in Kassel verweilt.

Die zerbrochene Ikone, die am Boden zerstörte allegorische Figur der Libertas steht in einem starken Kontrast zur Masse der Materialität. Dieser Verdichtung wiederum steht im Untergeschoss eine räumliche Offenheit gegenüber. Dort lenkt Danh Vo die Konzentration auf zwei markante Fundstücke, von denen eines die originale Schreibmaschine ist, auf der Theodore Kaczynski das „Unabomber-Manifest“ verfasste und die nun im Fridericianum zu sehen ist. Kaczynski, Universitäts-professor und Terrorist, der in den USA über 18 Jahre lang Bomben-anschläge verübte, führte seinen persönlichen Kampf gegen den so genannten Leftismus, die Industriegesellschaft und ihren Fort-schrittsglauben. 1995 versandt er ein Manifest, eine ausführliche Zivilisationskritik mit dem Titel Die industrielle Gesellschaft und ihre Zukunft (Industrial Society and its Future) anonym an die „New York Times“ und die „Washington Post“. Mit dem Text verband er das Angebot, die Anschläge zu beenden, wenn diese sein Manifest veröffentlichten. Kurz nach dem Erscheinen des Textes konnte Kaczynski in einer kleinen Hütte in den Bergen von Montana ausfindig gemacht und festgenommen werden. Sowohl die Hütte als auch die in ihr gefundenen Gegenstände, einschließlich der Schreibmaschine, deren Titel "41QSCI11279008" die offizielle Auktionsnummer wiedergibt, sind kürzlich vom FBI versteigert worden. Direkt neben die Schreibmaschine platzierte Vo – getragen von einem Stapel polierter Kupferplatten – eine Ausgabe der „New York Times“ vom 7. Januar 1945. "HS341" lautet der Titel dieser Arbeit, die die Hochzeitsanzeige von Barbara Pierce und George H. W. Bush zeigt.


Das Ausstellen von Objekten nach dem Prinzip des Ready-made ist eine für Danh Vo bezeichnende künstlerische Strategie. Die ausgewählten Objekte sind vielschichtige Bedeutungsträger, mit denen er Geschich-ten erzählt und Beziehungen offen legt. Sie bergen immer ein komplexes politisches, aber auch poetisches System in sich, mit dem der Künstler Kunst und Leben scharfsinnig miteinander verknüpft. So ergibt sich auch für die Kasseler Ausstellung ein weit verzweigter Erzählstrang, der ausgehend von dem Freiheitsbegriff das Scheitern von politischen, gesellschaftlichen und auch persönlichen Zielen erörtert und Fragen zu Selbstbestimmung und Verantwortung aufgreift.

Exklusiv zu "JULY, IV, MDCCLXXVI" erscheint die Edition "Season’s Greetings" von Danh Vo, die in engem Bezug zur Ausstellung steht. In einer Auflage von 24 Exemplaren hat der Künstler Fundstücke zusammengestellt, von denen jedes einzelne auf ein Werk der Kasseler Ausstellung referiert: Eine handgefertigte Holzkiste enthält jeweils eine Ausgabe der ersten Auflage des Buches „Harvard and the Unabomber – The Education of an American Terrorist“, ein T-Shirt aus dem Souvenir-Shop der New Yorker Freiheitsstatue, eine Tasse aus dem „George Bush Library and Museum“, bedruckt mit einem Zitat von Barbara Bush, sowie eine Karteikarte, auf die mit der originalen Schreibmaschine des Unabombers Theodore Kaczynski das titelgebende Datum des amerikanischen Unabhängigkeitstages geschrieben wurde.
Die Edition ist in der Kunsthalle Fridericianum für 500,- € erhältlich.

Die Ausstellung ist vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2011 zu sehen.
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Friedrichsplatz 18
34117 Kassel
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Öffnungszeiten: Mi-So 11-18 Uhr
Eintritt: 5 €/ermäßigt 3 €
Mittwochs ist der Eintritt für alle Besucher/innen frei

Jeden Sonntag findet um 15 Uhr eine Turnusführung statt.
Individuelle Führungsangebote auf Anfrage.



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Datum: 30.09.2011 - 16:44 Uhr
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Freigabedatum: 30.09.2011
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Die Kunsthalle Fridericianum präsentiert unter der künstlerischen Leitung von Rein Wolfs prägnante Positionen der Gegenwartskunst im ältesten öffentlichen Museumsbau des europäischen Kontinents. In der documenta-Stadt Kassel setzt die Kunsthalle Fridericianum auf Einzelschauen junger internationaler Künstler/innen mit stark raumgreifendem Charakter. Aktuelle Kunst vor historischem Hintergrund.

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